|



Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
|
|
|
        |
|
|
Zurück zum Inhaltsverzeichnis Deutsche
Geschichte
weiter zur nächsten Seite
zurück zur vorangehenden Seite
|
|
|
Die Außenpolitik Bismarcks
Literaturangaben
Württemberg 1871-1918
|
|
|
Die innere
Entwicklung Deutschlands unter Bismarck
|
|
- Die Reichsverfassung von 1871
| |
- Die Reichsverfassung von 1871
legte das allgemeine, gleiche, geheime und
direkte Wahlrecht zum
Reichstag (dem
gesamtdeutschen Parlament) fest.
| |
- Das Wahlrecht zum
Reichstag ging in den wesentlichen
Bestimmungen auf das Wahlgesetz der
Paulskirche vom 12. April 1849 zurück und
hatte schon im Norddeutschen Bund gegolten.
|
| |
- Ein Wahlrecht ist dann
allgemein, wenn es grundsätzlich allen
Staatsbürgern zusteht, unabhängig von Rasse,
Bildungsstand, Einkommen, Religion oder
Geschlecht. Legt man diese Definition an, so
war das allgemeine Wahlrecht durch den
Ausschluss der Frauen stark eingeschränkt.
Ausgeschlossen vom Wahlrecht waren neben
Frauen auch Soldaten während des
Wehrdienstes sowie Personen, die
Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln
bezogen und unter Vormundschaft oder Konkurs
standen.
|
|
| |
- Kernkompetenzen der
Einzelstaaten (Länder):
Kulturhoheit (Schule und Universitäten), innere
Verwaltung, innere Sicherheit, Justizverwaltung.
|
| |
- Das Reich ist für
Gemeinschaftsaufgaben zuständig (Außenpolitik,
Militär). Die Länder haben jedoch das Recht, bei den
anderen Mächten eine diplomatische Vertretung
einzurichten. Jedes der deutschen Länder kann ein
eigenes Heer aufstellen. Ein Reichsheer und eine
Institution für das Heer auf Reichsebene ist in der
Verfassung nicht vorgesehen. Andererseits musste das
Militärbudget vom
Reichstag
beschlossen werden.
|
| |
- Direkte Steuern fließen den
Ländern zu.
Einnahmen des Bundes:
Verbrauchssteuern (Tabak, Salz, Sekt) und Zölle;
Länder müssen dem Bund Zuschüsse geben, die jährlich
festgestellt werden (Matrikularbeiträge). Das
Reich ist, wie Bismarck es ausdrückt, "Kostgänger
der Einzelstaaten".
|
| |
- Der
Bundesrat ist das
Organ der 22 Fürsten und der 3 Hansestädte. Jede
Landesregierung stellt Vertreter (keine gewählten
Personen!) in den Bundesrat ab. Bei allen Gesetzen
muss die Ländervertretung zustimmen.
| |
- Die Stimmen der Länder
verteilten sich nicht nach der Anzahl der
Einwohner, sondern nach der Flächengröße.
Dadurch hatte Preußen mit 17 der insgesamt
58 Stimmen im Bundesrat keine Mehrheit, doch
in entscheidenden Fragen wie
Verfassungsänderungen und
Militärangelegenheiten eine
Sperrminorität.
|
| |
- Der Bundesrat sollte nach
dem Willen Bismarcks als Gegengewicht zum
Reichstag wirken: Dem frei gewählten
Parlament sollten Zügel angelegt werden.
|
|
| |
- Der
Deutsche Kaiser
war
Staatsoberhaupt. Er konnte nach der Verfassung
Verträge mit dem Ausland abschließen. Sein
"Mitregieren" basierte auf dem Recht, den
Reichskanzler zu ernennen und zu entlassen. Auf
Gebieten, die von der Verfassung nicht geregelt
waren, konnte der Kaiser grundlegende
Entscheidungen fällen. So hatte der Kaiser die
Kommandogewalt über die Streitkräfte. Als
militärischer Oberbefehlshaber entschied der Monarch
über Krieg und Frieden. Auch bei der Auswahl des
militärischen Führungspersonals war er souverän.
| |
Dem Kaiser stand
es zu, sich zu seiner Beratung fachkundige
Gremien schaffen. So entstanden das für das Heer
zuständige 'Militärkabinett' und das
'Marinekabinett'. Ein
'Zivilkabinett'
informierte den Kaiser über die
Regierungspolitik. |
| |
|
|
| |
| |

|
Wilhelm I., (*1797, †1888),
König von Preußen 1861 - 1888, Deutscher
Kaiser 1871 - 1888
Kreidelithographie von F.C.
Wenzel (Ausschnitt), um 1875
Bildnachweis: Archiv für Kunst
und Geschichte, Berlin
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
| |
- Der
Reichskanzler
verkörpert die Exekutive. Er kann den Reichstag
auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Nur der Kaiser
war ihm übergeordnet. Die
Reichsämter, wie
zum Beispiel das Auswärtige Amt, sind dem Kanzler
untergeordnet. An ihrer Spitze stehen
Staatssekretäre, die untereinander und mit dem
Kaiser nur über den Kanzler kommunizieren können.
Für jedes Gesetzesvorhaben muss sich der Kanzler
Mehrheiten im Reichstag verschaffen. Aufgrund
der Verbindung mit der Funktion des preußischen
Ministerpräsidenten kann der Reichskanzler
Initiativen im Bundesrat ergreifen.
|
| |
- Nach der Verfassung hat der
Reichstag
das Recht, Gesetze vorzuschlagen.
Außerdem muss er den Gesetzen zustimmen. Auf die
Regierungsbildung und
Maßnahmen der Regierung
hat der Reichstag keinen Einfluss. Die Exekutive
(der Kanzler) kann das Parlament nach Belieben
auflösen und Neuwahlen ausschreiben.
| |
Macht und
Einfluss der Abgeordneten im neuen Staat waren
stark beschränkt. Immerhin übten sie das
Budgetrecht aus und wirkten an der Gesetzgebung
mit. Entscheidend war, dass sie die Regierung
nicht zur Verantwortung oder gar zum Rücktritt
zwingen konnten. Grundrechte, wie sie der
Verfassungsentwurf von 1848 vorgesehen hatte,
fehlten ganz. |
| |
|
|
| |
- Das neue Deutsche Reich war keine
Republik wie Frankreich und auch keine
parlamentarische Monarchie mit einer der
Volksvertretung verantwortlichen Regierung wie sie
in England bestand. Es war vielmehr eine
konstitutionelle Monarchie, die sich auf einen
autoritären und militärisch geprägten
Obrigkeitsstaat stützte. Der Bundesstaat war im
Grunde ein "Bund der Fürsten und freien Städte",
der nicht auf der Volkssouveränität, der Herrschaft
des Volkes, beruhte. Die Vereinbarungen zwischen den
Landesherren waren jederzeit kündbar.
|
|
- Kulturkampf (Konflikt zwischen Staat und Kirche)
|
- 1870:
Das Papsttum
(Papst Pius IX.) steuert eine
absolutistische Stellung innerhalb der katholischen
Kirche an (Dogmen: Unfehlbarkeit des Papstes,
Universalepiskopat des Papstes); in Deutschland
lediglich Widerstand im katholischen
Bildungsbürgertum (Altkatholiken).
| |

|
Papst Pius IX., (*1792,
†1878, Papst von 1846 bis 1878
|
|
| |
|
|
|
|
- Das am 18. Juli 1870 vom
20. Ökumenischen Konzil verabschiedete
Unfehlbarkeitsdogma besagt, dass "der
Papst als Nachfolger Petri, unter Beihilfe
des Heiligen Geistes, irrtumsfreie
Lehrentscheidungen in Sachen und Glauben und
Sitten" trifft. Diese Entscheidungen sind
dabei nur "aus sich heraus, nicht auf Grund
der Zustimmung der Kirche veränderbar". Das
bisherige Mitspracherecht des Konzils
war damit beseitigt.
|
| |
- Für die
liberalen
Gläubigen in Deutschland bedeutete die
Entscheidung des Konzils einen Rückschritt
und widersprach den Überzeugungen der
modernen Vernunft. 18 von 19 deutschen
Bischöfen sprachen sich zunächst gegen das
Unfehlbarkeitsdogma aus. Aus Mangel an
Alternativen unterwarfen sie sich
schließlich der päpstlichen Anordnung. ("Rom
hat gesprochen, der Fall ist beendet"). Aus
der Sicht von Papst Pius IX.
hatte er
das erreicht, was viele Päpste vor ihm
angestrebt hatten: die
absolutistische
Stellung innerhalb der Kirche. Der Papst
wird zum Hauptgegner der Kommunisten und
Liberalen.
|
- Der
"politische Katholizismus"
im Deutschen Reich schließt sich unter der Führung
von Ludwig Windthorst am
13. Dezember 1870
zu einer eigenen Partei, dem
Zentrum,
zusammen. Anders als bei den übrigen Parteien kamen
die Mitglieder des Zentrums aus allen Schichten der
Gesellschaft. Nicht der Kaiser, sondern der Papst in
Rom galt den Katholiken als höchste Autorität.
Programm: gegen kleindeutsche Reichseinigung,
für Selbständigkeit der Kirche, für föderativen
Reichsaufbau.
| |
- Der kaisertreue
Reichskanzler Bismarck fürchtete eine
von allen Schichten des Volkes getragene
Bewegung, die mit politischen und sozialen
Forderungen die monarchische Staatsordnung
bedrohte.
|
| |
- Das Programm des Zentrums
bot den vom Fortschrittsglauben beseelten
Nationalliberalen genügend
Angriffsfläche. Die
universale Struktur
des Katholizismus stand dem
nationalen Liberalismus entgegen. Der
Aufbau eines Nationalstaates, die "innere
Nationswerdung", verlangte eine Reduzierung
des kirchlichen Einflusses. Nach dem Willen
der Nationalliberalen sollte die
Zugehörigkeit zur Nation die konfessionelle
Zugehörigkeit überlagern.
|
| |

|
Ludwig
Windthorst (*1812, †1891)
seit 1867 Mitglied des
Reichstags, nach 1870 parlamentarischer Führer
der neu gegründeten Zentrumspartei.
Bertelsmann Lexikon Bibliothek
1974
|
- Bündnis zwischen den
Nationalliberalen und Bismarck
zum Kampf gegen den Grundsatz der
Freiheit der Kirche vom Staat. Diesem Grundsatz von
1848 entsprachen Bestimmungen in der preußischen
Verfassung.
| |

|
Otto Fürst von Bismarck
(*1815, † 1898), 1871 bis 1890
deutscher Reichskanzler.
Foto: pa/MAGNO,
Internetquelle
|
- Nachdem das Zentrum in den ersten
Reichstagswahlen auf Anhieb zur zweitstärksten Kraft
geworden war, begann Bismarck einen langjährigen
"Kulturkampf" gegen die so genannten
Reichsfeinde. Aus einer Reihe von Rechtsfragen
erhebt sich die alte Machtfrage zwischen Staat
und Kirche.
| |
Der Begriff
"Kulturkampf" wurde von dem bekannten Arzt
und Naturforscher Rudolf Virchow
in
Umlauf gebracht. In seiner Funktion als
Abgeordneter der linksliberalen
Fortschrittspartei im preußischen
Abgeordnetenhaus legte er seinen Kollegen am 17.
Januar 1873 dar, dass er Maßnahmen Bismarcks
gegen die katholische Kirche für unerlässlich
hielt. In diesem Zusammenhang sprach er von
einem "Kulturkampf" von historischem Ausmaß.
Damit war ein Begriff gefallen, der zur
Kampfparole aller gesetzlichen Maßnahmen gegen
katholische Geistliche im Deutschen Reich wurde.
Ferdinand Lassalle
hatte den Begriff
bereits zehn Jahre zuvor geprägt; Virchow war
es, der ihn in Umlauf brachte. |
- Maßnahmen des Staates:
Einführung der Zivilehe im Reich, staatliche
Schulaufsicht in Preußen, "Kanzelparagraph",
Jesuitengesetz u. a..; die Ausführung der Gesetze
wird durch erbitterten Widerstand gehemmt.
|
Die
Handlungsfähigkeit kirchlicher Würdenträger
wurde durch ein Fülle von Gesetzen eingeengt. So
verfügten die "Maigesetze" des Jahres
1873 unter anderem, dass kein Bischof oder
Priester ohne Zustimmung der Behörden eingesetzt
werden darf. Im Februar 1875 erklärte
Papst
Pius IX. die Maigesetze für ungültig. Die
Reaktion des Staates blieb nicht aus: Das
"Brotkorbgesetz", das am 22. April 1875
erlassen wurde, entzog den kirchlichen Gemeinden
die staatlichen Zuschüsse
und sah
außerdem vor, dass die Geistlichen, die sich zum
Staat bekannten, sich also gegen den Papst
stellten, von den Sanktionen ausgenommen wurden.
Nur sehr wenige Geistliche nahmen diese
Möglichkeit wahr (genau: 24 von rund 4000).
|
|
|
- Bismarck und die Nationalliberalen
| |
- Große Verdienste der
Nationalliberalen bei der
Vereinheitlichung von
Strukturen (Schaffung eines einheitlichen
Wirtschaftsraums, einer einheitlichen Währung und
eines einheitlichen Rechtswesens). Beim Ausbau des
Verkehrswesens, insbesondere bei der Erweiterung des
Eisenbahnnetzes, spielten die Nationalliberalen eine
bedeutende Rolle.
| |
Die
währungspolitische Union
erfolgte erst 1875,
also vier Jahre nach der politischen Einheit.
Die Schaffung eines einheitlichen
Rechtsrahmens für das Reich geht ebenfalls
auf die Initiative der Nationalliberalen zurück;
dieser Prozess wurde am 1. Januar 1900 mit dem
Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches
(BGB) abgeschlossen. |
- In den siebziger Jahren, den
"Gründerjahren", entstanden viele
Aktiengesellschaften. Das Kapital, das dem Reich aus
der Kriegsentschädigung Frankreichs zufloss (fünf
Milliarden Goldfranc), wurde vor allem in den Bau
von Eisenbahnen investiert. Davon profitierten die
Lieferanten von Eisen und Stahl.
1878 führte
die Übersättigung des Marktes zur
"Gründerkrise",
die einen Währungszerfall und Geschäftsaufgaben zur
Folge hatte.
| |
Am 5. April 1877 gründen
Hermann Blohm und Ernst Voss die
Schiffswerft Blohm + Voss auf der
Elbinsel Kuhwerder
Die
"Gründerkrise" war keine eigentliche Rezession,
doch 1878 verfiel der Glaube an eine ständige
Prosperität der Wirtschaft.
Interessengegensätze zwischen den Branchen,
die es während der Hochkonjunktur nicht gegeben
hatte, entstehen. Einige Branchen riefen nach
Zollschutz als Schutz vor Einfuhren.
|
- Da der
Reichshaushalt ein
Defizit aufweist, strebt Bismarck im Jahr 1878 eine
Steuerreform an. Das Defizit soll durch
höhere Verbrauchssteuern, also der Einnahmequellen
des Reiches, ausgeglichen werden. Vor allem dachte
der Reichskanzler an eine Anhebung der Tabaksteuer.
Für sein Vorhaben benötigte Bismarck die Mehrheit im
Reichstag. Die Nationalliberalen
befürchteten, dass durch die Erhöhung der Einnahmen
des Reiches die Bedeutung der
Matrikularbeiträge
der Länder vermindert und damit das
Budgetrecht
des Parlaments ausgehöhlt werden würde. Dies war
- wahrscheinlich - auch von Bismarck bezweckt
worden!
| |
Bismarck
versuchte die erforderliche Mehrheit im
Parlament mit Hilfe die
Nationalliberalen
zu gewinnen. Er bot ihnen sogar ein
Regierungsamt auf Reichsebene an. In einem
Gespräch mit Bismarck versucht der
nationalliberale Verhandlungsführer, der Jurist
und Gutsbesitzer v. Bennigsen, sich ein
Entgegenkommen in der Steuerfrage durch eine
Ausdehnung der parlamentarischen
Mitbestimmungsrechte bezahlen zu lassen. Er
verlangt unter anderem für
Preußen ein
Steuerbewilligungsrecht des Parlaments. v.
Bennigsen pokert zu hoch, die Verhandlungen
scheitern. Bismarck sieht sich nach neuen
Bündnispartnern um. |
- Die
innerparteilichen Gegensätze der
'Nationalliberalen Partei' traten mit
Bismarcks Übergang zur Schutzzollpolitik 1877/78
offen hervor.
Der rechte Flügel, im Wesentlichen Vertreter von
Verbänden und der Montanindustrie, treten für die Einführung von Schutzzöllen
ein. Im Jahr
1880 treten 28 führende Nationalliberale
aus der Partei aus, weil sie die enge Bindung ihres
Parteiführers v. Bennigsen an Bismarcks Politik für
"rückschrittlich" halten. Sie bilden die
'Liberale Vereinigung'.
- Im Jahr
1884 kommt es zu
einer Abspaltung des linken Flügels der
Nationalliberalen. Am 5.
März 1884 fusioniert dieser linke Flügel mit der 'Deutschen
Fortschrittspartei' zur
'Deutsch-Freisinnigen Partei'.
Das Ziel dieser
linksliberalen Partei ist eine parlamentarische Monarchie.
Die Regierung soll dem Parlament verantwortlich
sein. Alle Eingriffe des Staates in die Gesellschaft
sollen verhindert werden. Der rechte Flügel, die
Nationalliberalen,
unterstützt die Zollpolitik Bismarcks.
| |
Die Ablehnung der Schutzzollpolitik Bismarcks
1878/79 hatte der 'Deutschen
Fortschrittspartei' neue
Sympathien vor allem im städtischen Mittelstand
eingebracht. Als einzige bürgerliche Partei
konnte sie bei der Reichstagswahl am 27. Oktober
1881 deutliche Stimmengewinne verbuchen und
wurde mit 60 Mandaten zweitstärkste Fraktion
nach dem Zentrum. Ihr Parteiführer,
Eugen Richter, strebte die
Stärkung des Linksliberalismus an und
forcierte daher den Zusammenschluss mit dem
abgespaltenen linken Flügel der
Nationalliberalen.
|
|
| |
- Der Liberalismus
hatte im Kampf mit den herrschenden Gewalten
gestanden. In dem Maße, in dem seine Forderungen
durchgesetzt wurden, schwächten sich die Impulse
dieser Bewegung. Liberale, denen das Erreichte
genügte, setzten sich vom Hauptstrom ab und
wurden Verteidiger des Status quo.
|
- Die Zusammenarbeit Bismarcks mit den Konservativen
und dem Zentrum
| |
- Am 19. Oktober 1878 forderten 203
der 397 Abgeordneten des Reichstags, die sich
interfraktionell zusammengeschlossen hatten, einen
Einfuhrschutz durch Zölle. Bismarck erkannte
die Möglichkeit, durch Zusagen in der
Schutzzollgesetzgebung im Parlament eine Mehrheit
aus Konservativen und
Mitgliedern des
Zentrums zu bekommen.
| |
Solange die
Unternehmer und Großgrundbesitzer ihre
Erzeugnisse im In- und Ausland gut verkaufen
konnten, waren sie für den Freihandel
eingetreten. Als das Ausland preiswerter
erzeugte Produkte anbot, setzten sich die
Interessenvertreter aus Industrie und
Landwirtschaft massiv für nationale Schutzzölle
ein. |
| |
|
|
| |
- Bismarck war auf der Suche nach
einer neuen Regierungsmehrheit
im Reichstag,
die allen Bestrebungen der Nationalliberalen, eine
weitere Parlamentarisierung und
Liberalisierung
Deutschlands herbeizuführen,
trotzen sollte.
|
| |
- Nach dem Tod von
Papst Pius
XI. am 7. Februar 1878 war es zu einer
Verständigung Bismarcks mit dem neuen Papst
(Leo
XIII.) gekommen. Die Gesetze mit Eingriffen in
die Kirche wurden eingestellt. Bei dem direkten
Ausgleich zwischen Kurie und Regierung fühlte sich
der im Zentrum vertretene deutsche
Katholizismus übergangen. Ohne Rom gefragt zu haben,
nahm Ludwig Windthorst, der parlamentarische
Führer der Zentrumspartei, Verhandlungen mit
Bismarck auf.
|
| |
- Bismarck gewinnt durch Zusagen in
der Schutzzollgesetzgebung und im
Budgetrecht sowie seinem Bekenntnis zum
Föderalismus neben der Unterstützung der
Konservativen auch die des
Zentrums.
Seine alten Bündnispartner, die Nationalliberalen,
ließ er fallen. Anstelle der im Zentrum vertretenen
Katholiken hatte Bismarck neue "Reichsfeinde"
ausgemacht: die Arbeiterbewegung und ihre politische
Vertretung.
| |
Lösung in der
Steuerfrage: Das Reich
erhält Mehreinnahmen, doch maximal 105 Mio.
Reichsmark. Der Rest des Bedarfs soll über
Matrikularbeiträge aufgebracht werden
(Franckensteinsche Klausel). Das Budget bedarf
der jährlichen Bewilligung durch das Parlament.
Die Einnahmen aus den direkten Steuern
verbleiben bei den Einzelstaaten.
|
| |
|
|
| |
- 1879: "Zweite Reichsgründung":
Abkehr vom Freihandel, moderate Schutzzölle
(Paradigmenwechsel der Wirtschaftspolitik). Der
Reichskanzler muss sich für jedes Projekt eine
Mehrheit im Reichstag suchen.
|
| |
- Am 12. Juli
1879
beschließt der Reichstag
mit Stimmen der Konservativen und des Zentrums die
Abkehr vom Freihandel und die Einführung von
moderaten Zöllen auf Agrarprodukte und andere
Warengruppen.
|
| |
| |
Nebenbei bemerkt:
Am 15. Oktober 1880 feierte man
die Vollendung des Kölner Doms.
Die Bauzeit betrug 632 Jahre. Der Dom ist die
größte Kirche im gotischen Stil in Deutschland
und das Wahrzeichen von Köln. 1996 nahm die
UNESCO den Dom als "Meisterwerk
gotischer Architektur" in die Liste des
Weltkulturerbes auf. |
|
- Sozialistische Arbeiterbewegung
| |
- Seit den fünfziger Jahren
verschärfte die einsetzende
industrielle Revolution
die soziale Lage der
armen Bevölkerungsschichten. Die neue maschinelle,
arbeitsteilige Produktionsweise beraubte viele
kleine Handwerker, Landarbeiter und Kleinbauern
ihrer Existenzgrundlage. Massenhaft strömten sie in
die Großstädte, um sich dort für Hungerlöhne zu
verdingen. In den Arbeitervierteln der großen
Industriestädte hausten die Menschen auf engstem
Raum, geplagt von Krankheit und Geldnot.
| |
Kennzeichnend für
die Arbeiterklasse ist die
Lohnarbeit,
doch unterschiedliche soziale Umgebung für
Industrie- und Landarbeiter (Die sozialistische
Arbeiterbewegung kümmert sich zunächst nur um
die Industriearbeiter). |
| |
|
|
| |
- Durch
Selbsthilfe in
Genossenschaften und Konsumvereinen versuchten die
Arbeiter ihre Not zu lindern. Daraus erwuchs nach
und nach ein gemeinsames Klassenbewusstsein
und ein sozialistisches Milieu mit eigener
Lebenswelt (eigene Freizeitkultur, homogene Art zu
wohnen und zu arbeiten).
|
| |
- Die
Gewerbefreiheit (erst
im Norddeutschen Bund, dann im Deutschen
Kaiserreich) sicherte auch die
Koalitionsfreiheit,
also das Recht der Arbeiter, sich gewerkschaftlich
zu verbinden und Verträge mit den Arbeitgebern
auszuhandeln. Ein kollektives Aufbegehren gegen
Lohnhöhe und Arbeitsbedingungen durch
Arbeitsverweigerung wurde möglich.
|
| |
- Schon 1848 trat
Karl Marx
in seinem "Kommunistischen Manifest" für eine
Revolution der Arbeiterklasse ein und verwarf eine
Zusammenarbeit mit bürgerlichen Richtungen. In den
Jahren seiner Londoner Verbannung baute er sein
System des "wissenschaftlichen Sozialismus" weiter
aus. 1867 erschien der erste Band seines Werkes "Das
Kapital".
| |
- Die von Karl Marx
entwickelte "materialistische
Geschichtsphilosophie"
lehrt, dass
Rechtsverhältnisse, Staatsformen und
Weltanschauungen weder aus sich selbst zu
begreifen sind noch aus der 'allgemeinen
Entwicklung des Geistes' (wie es Hegel
gesehen hat), sondern vielmehr in
materiellen Lebensverhältnissen
wurzeln.
Indem nun die materiellen Kräfte sich
entfalten und entwickeln, der staatliche
Überbau dagegen starr bleibt, entsteht eine
Spannung, ein Widerspruch, der zur
sozialen Revolution führt.
| |

|
Karl
Marx (*1818, †1883) |
|
| |
|
|
|
|
| |
- Marx will beweisen, das
das kapitalistische Wirtschaftssystem
auf der ihm "immanenten Gesetze", die
er in seiner Lehre vom Mehrwert, seiner
Konzentrations-, Sozialisierungs- und
Zusammenbruchstheorie beschrieben hat, mit
"Naturnotwendigkeit" dem Untergang
entgegengeht. Der Untergang des Kapitalismus
ist für Marx gleichbedeutend mit der
Schaffung der für die sozialistische
Gesellschaft unerlässlichen Vorbedingungen.
Das Ziel dieser Entwicklung ist die
Abschaffung des Privateigentums an
Produktionsmitteln
(der Wurzel aller
Übel!)
und ihre Überführung in die
Hand des Staates, d.h. des als herrschende
Klasse organisierten Proletariats.
|
| |
- Bei aller Komplexität im
Detail ist der Grundgedanke von Marx
relativ einfach zu verstehen: Die Geschichte
ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Die Revolution des Proletariats gegen
die 'kapitalistischen Ausbeuter' ist für
Marx die logische Folge der bisherigen
Geschichte - die
sozialistische Erhebung
ergibt sich notwendigerweise aus dem
historischen Prozess.
|
|
| |
- 23. Mai 1863:
Gründung des "Allgemeinen Deutschen
Arbeitervereins (ADAV)". An seiner Spitze steht
mit Ferdinand Lassalle ein bürgerlicher
Linksintellektueller. Seine Forderungen waren das
allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht sowie die
Einführung von staatlich unterstützten
Produktionsgenossenschaften.
Produktivgenossenschaften.
| |

|
Ferdinand Lassalle
(*1825 , †1864)
ÖGB-Archiv
|
|
| |
|
|
|
| |
Ferdinand
Lassalle (1825 - 1864), einer der Schöpfer
der deutschen Sozialdemokratie, hoffte auf den
Reformwillen der Kapitalisten und drängte auf
eine Versöhnung mit dem Staat. Von dem
allgemeinen Wahlrecht versprach er sich die
Gleichberechtigung der Arbeiter im Staat. |
| |
|
|
| |
- 28. September 1864:
Gründung der "Internationalen
Arbeiter-Assoziation" (Erste Internationale).
Ziel: Vereinigung der unterschiedlichen politischen
Auffassungen und Programme.
| |
Karl Marx kann
sich in der 'Erste Internationale' nur schwer
durchsetzen. Sein Gegenspieler, der Russe
Michail Bakunin, forderte die Zerstörung des
Staates durch Revolution.
Marx lehrte
dagegen: Der Staat stirbt nach der Revolution in
dem Maße ab, wie sich die klassenlose
Gesellschaft verwirklicht. |
| |
|
|
| |
- 7. August 1869:
Schüler von Karl Marx gründen in Eisenach die "Sozialistische
Arbeiterpartei (SDAP)". An der Spitze stehen
Wilhelm Liebknecht
und
August Bebel.
Ziel der Partei ist die
"Abschaffung aller
Klassenherrschaft" und die sofortige Übertragung
von Grund und Boden in Gemeineigentum
(Vergesellschaftung). Im Anschluss an Marx und
Engels wird das Privateigentum in Frage gestellt.
| |
Liebknecht und
Bebel riefen zu keinem gewaltsamen Sturz der
bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung
auf. Der "freie Staat und die sozialistische
Gesellschaft" sollte mit "allen gesetzlichen
Mitteln" Schritt für Schritt erreicht werden. |
| |
|
|
| |
- 1875:
Zusammenschluss von ADAV und
SDAP zur
"Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands".
Ab 1876 ist die Sozialdemokratie im Reichstag
vertreten. 1890 erfolgt die Umbenennung der Partei
in "Sozialdemokratische Partei Deutschlands"
(SPD).
|
| |
- Das
Erfurter Programm von 1891
der Sozialdemokraten fordert die Abschaffung des
Privateigentums an Produktionsmitteln.
|
|
- Bismarck und die Sozialdemokraten
| |
- Offener Kampf zwischen dem auf
Erhaltung der überlieferten Autoritäten
bedachten Reichskanzler Bismarck und der nach einer
Umgestaltung von Staat und Gesellschaft strebenden
Sozialdemokratie.
|
| |
- Am
21. Oktober 1878 wird
im Reichstag mit den Stimmen der Konservativen und
der Nationalliberalen das
'Sozialistengesetz'
unter der amtlichen Bezeichnung "Ausnahmegesetz
gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der
Sozialdemokratie" beschlossen. Folgewirkungen für
die Sozialdemokraten waren unter anderem das
Versammlungsverbot und das Verbot der Verbreitung
von Druckschriften. Ausgenommen von den Bestimmungen
war die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, was
sie nicht davor schützte, im Wahlkampf massiv
behindert zu werden.
| |
Das
Sozialistengesetz
war ein Versuch Bismarcks,
die Sozialdemokratie (damalige
Parteibezeichnung: "Sozialistische
Arbeiterpartei Deutschlands") als
politische
Kraft auszuschalten. Aufgrund des Gesetzes
wurden etwa 900 Sozialdemokraten sowie ihre
Angehörige aus ihren Heimatorten ausgewiesen,
rund 1000 Jahre Freiheitsstrafen verhängt und
über 1300 Druckschriften verboten. Die
Sozialdemokraten konnten weiterhin in den
Reichstag gewählt werden. Die Parteiorganisation
blieb im Untergrund tätig.
1878
erhielt
die Partei 415.000 Stimmen und 9 Mandate,
1890
dagegen 1,4 Millionen Stimmen und 35
Mandate. 1890 verweigerte der Reichstag eine
weitere Verlängerung des Sozialistengesetzes. |
| |
|
|
|
- Die Sozialpolitik Bismarcks
| |
- Bismarck war bewusst, dass seine
politische Macht und die bestehende
Gesellschaftsordnung nicht allein durch die
politische Unterdrückung der Sozialdemokraten
verteidigt werden konnte. Gegen den Widerstand des
linken Flügels des Nationalliberalen (ab 1884
Fortschrittspartei), der alle Eingriffe des Staates
in die Gesellschaft ablehnte, setzte er eine für die
damalige Zeit vorbildliche
Sozialgesetzgebung
durch. Mit der Förderung der Zufriedenheit der
Arbeiter wollte Bismarck die Arbeiter von der
Sozialdemokratie abbringen und für die Monarchie
gewinnen.
|
| |
- Für die
Nationalliberalen
war die Lösung der sozialen Frage keine Aufgabe des
Staates. Sie setzten stattdessen auf das
Selbsthilfeprinzip und die Bildung von
Genossenschaften (Freiwilligkeit der
Mitgliedschaft).
|
| |
- Die
Sozialgesetzgebung
Bismarcks setzte Maßstäbe, die bis in die
Gegenwart fortwirken. 1883 kam das Gesetz über die
Krankenversicherung, ein Jahr später das Gesetz zur
Unfallversicherung, und 1889 wurde die Alters- und
Invalidenversicherung eingeführt.
| |
Für Bismarck bot
die Freiwilligkeit der Mitgliedschaft
in
einer sozialen Organisation keinen Schutz für
die Arbeiter. Sein ursprünglicher Plan, die
Krankenversicherung nicht durch Beiträge der
Arbeiter, sondern über eine Erhöhung der
indirekten Steuern zu finanzieren, scheiterte an
Interessenverbänden (Tabakindustrie). Die
Ersatzlösung war das
Versicherungsprinzip
(Leistung im Eintrittsfall), die
Zwangsmitgliedschaft, die Beteiligung der
Arbeitgeber und die Selbstverwaltung der Kassen. |
| |
|
|
| |
- Die Bestimmungen des
Sozialistengesetzes vom Oktober 1878 machte die
Sozialgesetzgebung Bismarcks für viele Arbeiter
unglaubwürdig. Dazu kam, dass zunächst nur die
größte Not gelindert wurde. Der Zulauf zu der
sozialdemokratischen Partei hielt an. Bei der
Reichstagswahl von 1887 erhielten die
Sozialdemokraten 10,1% der Stimmen.
|
|
| |
Nebenbei bemerkt:
Am 29. Januar 1886 erhielt
Carl
Benz (* 1844, † 1929) vom Kaiserlichen
Patentamt das Patent auf den ersten fahrtüchtigen
Motorwagen - das war die
Geburtsstunde des Autos. Ebenso wie
Gottlieb Daimler (* 1834, † 1900) hatte
Carl Benz einen schnelllaufenden Viertaktmotor
entwickelt, den er in ein eigenständiges, nicht mehr an
eine Kutsche erinnerndes Fahrgestell einbaute und damit
1886 das
erste ganzheitliche Automobil
auf die Räder stellte. Der dreirädrige
"Benz Patent-Motorwagen" gilt als
erstes Automobil der Geschichte. Die Ideen, den
1876 patentierten Ottomotor zum Antrieb von Fahrzeugen
heranzuziehen und flüssigen Treibstoff (Benzin) zu
verwenden, stammen von Gottlieb Daimler.
Gemeinsam mit Wilhelm Maybach (* 1846,
† 1929) konstruierte Gottlieb Daimler 1883 einen
leichten, schnelllaufenden
Motor,
der mit Benzin als Kraftstoff arbeitete. Im Jahr 1886
stellten Daimler und Maybach die erste
vierrädrige Motorkutsche her, die schon 16
Kilometer in der Stunde erreichte.
|
|
- Charakterisierung der Innenpolitik
Bismarcks
| |
- Der liberale Politiker und
Publizist Ludwig Bamberger charakterisierte
Bismarck im Jahr 1868 mit folgenden Worten: "Man
kann keinen Augenblick daran zweifeln, dass er ein
geborener Revolutionär war [ist]. Denn man wird als
Revolutionär geboren wie als Legitimist [Anhänger
des monarchistischen Legitimitätsprinzips], nach der
Art der geistigen Anlage, während der Zufall allein
darüber entscheidet, ob die Umstände des Lebens aus
dem gleichen Menschen einen Weißen oder Roten
machen."
| |
Lothar Gall
hat dieses Zitat seiner grandiosen
Bismarck-Biographie (siehe unter
Literaturverzeichnis)
vorangestellt. Die Figur des
'weißen
Revolutionärs' dient ihm als Ariadnefaden
durch Leben und Werk Bismarcks. Sie ist der
Schlüssel zur Erklärung jener
starken
Spannung zwischen konservativen Zielen und
revolutionären Mitteln, welche die
'Realpolitik' Bismarcks' kennzeichnete. |
| |
|
|
| |
- Lothar Gall arbeitet treffend
heraus, dass Bismarck kein 'reiner Machtmensch' war,
kein Machiavellist in Reinkultur. Aus der
'Bedenkenlosigkeit der Mittel' lässt sich nicht
auf eine 'Gleichgültigkeit der Ziele'
schließen. Bismarck war vielmehr ein
Ultrakonservativer, der aufgrund seines
Temperaments, seiner Risikobereitschaft, seiner
Fähigkeit zum Querdenken und seiner hohen
politischen Intelligenz ein geborener Revolutionär
war. Er war bereit, völlig neue Wege zu beschreiten,
um den Kern der bestehenden Staats- und
Gesellschaftsordnung zu bewahren. Gerade dadurch hat
er etwas revolutionär Neues hervorgebracht.
| |
Dieses
Deutungsmuster hilft Lothar Gall, den Aufstieg
Bismarcks zum Kanzler ebenso zu erklären wie die
lange Phase des Niedergangs seit den 1870er
Jahren. Während seines Aufstiegs hat Bismarck
alle Zeitströmungen genutzt, um seine
unzeitgemäßen Ziele anzusteuern. Als er erreicht
hatte, was er wollte, sei Bismarck - so Gall -
immer mehr versteinert und zu einem
Konservativen geworden, dem der revolutionäre
Elan abhanden gekommen war. Es lässt sich
feststellen, dass Bismarck in seinen letzten
Jahren als Kanzler nur noch reagiert und sich
nur noch gegen Druck der Veränderung gestellt
hat. |
| |
|
|
|
|
|
Die
Innenpolitik Bismarcks
Literaturangaben
Zurück zum Seitenanfang
|
|
|
Die
Außenpolitik Bismarcks 1871 - 1887
|
|
- Strategie der Außenpolitik Bismarcks
| |
-
Ausgangslage:
Die militärische und wirtschaftliche Stärkung
Deutschlands durch die Reichsgründung bedeutete eine
Änderung im europäischen Mächtesystem. Die anderen
Großmächte sahen die Gefahr, ihre bisherige
Unabhängigkeit zu verlieren. Deutschland fühlte sich
aufgrund seiner geographischen Mittellage bedroht.
Die Gefahr eines Mehrfrontenkriegs zeichnete
sich ab. Frankreich
zeigte sich nach der
Eingliederung Elsass-Lothringens in das Deutsche
Reich unversöhnlich. In Asien tat sich ein
weltpolitischer Gegensatz zwischen
Russland
und Großbritannien auf. Auf dem Balkan gab es
Spannungen zwischen Russland und
Österreich-Ungarn. Dazu kam die Schwäche des
Osmanischen Reiches.
- Um dem "Alptraum der
Koalitionen" (chauchemar des coalitions) gegen
Deutschland zu entgehen, strebte Bismarck eine
Situation an, in der alle Mächte Deutschlands
bedurften und in der ihre Beziehungen untereinander
sie von Allianzen gegen Deutschland abhielten.
- Verzicht auf Weltpolitik
(kein weiterer
Ländererwerb, keine Kolonien). Aufbau von guten
Beziehungen zu anderen Ländern (außer Frankreich).
Bismarck: "Andere Länder müssen unser bedürfen".
Erst 1884 wird Deutschland zur Kolonialmacht.
- Ausnutzung der Gegensätze
zwischen Russland und Großbritannien bzw. zwischen
Russland und Österreich-Ungarn Ein gewisses Maß an
Spannung der anderen Mächte gegeneinander sollte
jedoch erhalten bleiben!
|
- 1873: Dreikaiserabkommen (Deutschland - Russland -
Österreich/Ungarn)
| |
| |
- Russland
soll von einem Bündnis mit
Deutschland unversöhnlichen Frankreich
abgehalten werden (Politik des
freundschaftlichen Einvernehmens mit
Russland).
|
| |
- Versöhnung mit
Österreich-Ungarn um Frankreich einen
weiteren möglichen Bundesgenossen zu
entziehen.
|
| |
- Überbrückung der
Interessengegensätze zwischen
Russland
und Österreich-Ungarn auf dem Balkan.
| |
Über die
im Dreikaiserabkommen angestrebten Ziele
hinaus wollte Bismarck einen
Interessenausgleich zwischen
Großbritannien und Russland fördern,
doch ein gewisses Spannungsverhältnis
zwischen diesen beiden Staaten aufrecht
erhalten. In einer Niederschrift, die
der Sohn Bismarcks aufgrund des Diktats
seines Vaters am 15. Juni 1877 in Bad
Kissingen anfertigte (dem so genannten
'Kissinger Diktat') heißt es:
"Ich halte es für in unserem Interesse
... einen Ausgleich zwischen England und
Russland zu fördern ... Wenn England und
Russland auf der Basis, das ersteres
Ägypten, letzteres das Schwarze Meer
hat, so wären beide in der Lage, auf
lange Zeit mit Erhaltung des Status quo
zufrieden zu sein, und doch wieder in
ihren größten Interessen auf eine
Rivalität angewiesen, die sie zu
Teilnahme an Koalitionen gegen uns ...
kaum fähig macht." |
| |
|
|
|
| |
- Bismarck wusste genau, wie er
Gemeinsamkeiten mit den anderen beiden
Kaiserreichen schaffen konnte: mit der Kritik an der
republikanischen Staatsform
Frankreichs. Die
Schrecken der Pariser Kommune stand den europäischen
Monarchen noch vor Augen. Bismarck stilisierte den
republikanischen Staat zur
Gefahr für den Frieden
in Europa. So sprachen sich
Zar Alexander
II., der Habsburger
Kaiser Franz Joseph I.
und Wilhelm I. in dem Abkommen dafür aus, den
"gegenwärtig in Europa herrschenden Friedenszustand
zu befestigen".
|
- 1877/78: Der Russisch-Osmanische Krieg
|
- Ziel Russlands ist ein slawischer
Staatenbund unter Führung des Zaren
(Panslawismus). Das schwache
Osmanische Reich
("Der kranke Mann am Bosporus") soll zerschlagen
werden, um die dort lebenden Slawen zu befreien.
Außerdem will sich Russland aus den geographischen
Misslichkeiten (Enge des Schwarzen Meeres) befreien
und einen Zugang zum Mittelmeer verschaffen.
| |
Das Osmanische
Reich, das auch Serbien, Rumänien, Mazedonien
und einen Teil Griechenlands umfasste, war
krisenanfällig und schwach geworden. Dies
entfesselte Begehrlichkeiten der europäischen
Großmächte. Die kleinen Länder innerhalb des
Osmanischen Reiches versuchten, unabhängig zu
werden. |
- Der Krieg endet mit einem
Sieg
Russlands. Den Osmanen wird in
San Stefano,
einem
Vorort im Südwesten von Istanbul,
ein Frieden diktiert: Serbien, Montenegro und
Rumänien werden für unabhängig erklärt. Ein neu
geschaffenes Fürstentum "Großbulgarien" soll dazu
dienen, den Einfluss Russlands auf dem Balkan
auszudehnen. Russland soll außerdem Teile Rumäniens
und große Gebiete in Asien bekommen. Bosnien und die
Herzegowina soll nach den Plänen Russlands an
Österreich-Ungarn übergeben werden. Die Beschlüsse
des Diktatfriedens wurden jedoch nicht umgesetzt.
- Großbritannien
ist mit den Gebietsansprüchen Russlands nicht
einverstanden und droht mit einem Krieg gegen
Russland unter Einbeziehung der übrigen Großmächte.
Es erhebt Forderungen nach einem
europäischen
Kongress, bei dem eine gemeinsame Lösung für die
Verteilung des eroberten Gebietes gefunden werden
sollte.
|
- Juni / Juli 1878: Der Berliner
Kongress
|
- Teilnehmer:
Russland, Österreich-Ungarn, Großbritannien,
Frankreich, Osmanisches Reich, Italien, Deutschland.
- Beschlüsse:
Es lag im europäischen Interesse, einen Teil der
Ergebnisse von San Stefano auf dem Berliner Kongress
rückgängig zu machen. Russland muss auf die
Errichtung eines Großbulgariens verzichten.
Ost-Rumelien wird nicht, wie von Russland geplant,
mit Bulgarien, sondern mit dem Osmanischen Reich
vereinigt. Das Osmanische Reich kehrt auf den
Balkan zurück, Großbritannien garantiert
dessen asiatischen Besitz und lässt sich für die
Erweiterung der russischen Machtsphäre mit dem
osmanischen Zypern entschädigen.
Russland
erhält Bessarabien (das heutige Moldawien).
Österreich-Ungarn erhält als Ausgleich und zur
Sicherung gegen Serbien das Besetzungs- und
Verwaltungsrecht in Bosnien und der Herzegowina.
Serbien und Rumänien werden unabhängig.
Großbritannien hatte sich also durchgesetzt.
- Bismarck
hat versucht, als "ehrlicher Makler" zu
vermitteln. Es ist gelungen, die europäischen
Machtinteressen auszuhandeln. Folgenreich für
Deutschland war, dass Russland den Grund für den
erzwungenen Rückzug in der mangelhaften
Unterstützung durch Bismarck suchte. ("Ohrfeigenbrief
"des Zaren vom 15. August 1878: 'Nous ne oubliez
pas ..'). Das 'Dreikaiserabkommen' ist praktisch
gescheitert.
|
- 1879: Zweibund (Österreich-Ungarn und Deutschland)
|
- Russland war für Bismarck ein
unzuverlässiger Partner geworden. Es lag für ihn
nahe, sich nun mit Österreich-Ungarn enger zu
verbünden. Das Bündnis mit dem relativ schwachen
Österreich-Ungarn sollte das Verhältnis zu Russland
nicht weiter belasten. Für Bismarck blieb Russland
ein wichtiger Partner. Ein Bündnis mit dem liberalen
und universalistischen Großbritannien war für
Bismarck ausgeschlossen. Er befürchtet, das sich die
liberale Politik Großbritanniens negativ auf
Deutschland auswirken könne.
- Bismarck
befürchtet, dass sich Österreich-Ungarn in seiner
Bedrohung durch die panslawistische Bewegung
(Russland) einer deutsch-feindlichen Koalition
anschließen könnte. Er sah sich vor die Aufgabe
gestellt, den Bund mit Österreich-Ungarn zu
schließen, ohne dadurch die Gegnerschaft Russlands
und damit ein französisch-russisches Bündnis
hervorzurufen.
- Beide Mächte verpflichten sich,
bei einem Angriff Russlands einander Hilfe zu
leisten. Bei dem Angriff einer anderen Macht soll
Neutralität bewahrt werden. Das bilaterale Abkommen
ist also defensiv.
- Die Verbindung mit
Österreich-Ungarn sollte Deutschlands Position so
verstärken, dass es die Unabhängigkeit gegenüber
Russland zu wahren vermochte. Außerdem sollte
ein Defensivbündnis einen Angriff Russlands auf
Österreich-Ungarn verhindern.
|
| |
- Russland, Österreich-Ungarn
und Deutschland sichern
sich gegenseitig Neutralität zu, wenn es zum Krieg
mit einer vierten Macht kommt (für Deutschland war
die vierte Macht Frankreich, für Russland war es
Großbritannien)
- Österreich-Ungarn
anerkennt den bestehenden Einfluss Russlands in
Bulgarien und erhält dafür den westlichen Balkan
als seine Interessensphäre zugesprochen.
- Das Bündnis deckte Deutschland
gegen die Gefahr eines Zweifrontenkrieges,
war jedoch nur haltbar, wenn der Gegensatz zwischen
Russland und Österreich-Ungarn auf dem Balkan
eingedämmt war. Das Dreikaiserbündnis (auch
Dreikaiservertrag genannt) war die Krönung der
Außenpolitik Bismarcks.
|
- 1882: Das Bündnis Deutschlands und Österreich-Ungarns
mit Italien (Dreibund)
|
- Nach dem Vertrag gilt ein
Angriff Frankreichs auf Italien als Bündnisfall
für die beiden anderen Partner. Im gleichen Fall
erhält Deutschland Italiens, aber nicht
Österreich-Ungarns Hilfe. Bei dem Angriff einer
anderen Großmacht soll Neutralität bewahrt
werden.
| . |
|
|

|
Der
Dreibund zwischen Deutschland,
Österreich-Ungarn und Italien.
Stich nach dem sog.
Friedensbild von Hermann Dürrich, 1894
|
| . |
|
- Der Bund mit Italien richtet
sich gegen Frankreich -
für den Fall eines russisch-französischen Angriffs.
Italien sollte Ersatz bieten, wenn Russland abfiel.
| |
Nebenbei
bemerkt: Im Jahre 1882 entdeckte der
deutsche Mediziner und Mikrobiologe Robert
Koch (* 1843, † 1910) den bakteriellen
Erreger der Tuberkulose (Schwindsucht). Er wies
außerdem nach, dass auch andere ansteckende
Krankheiten wie Cholera, Milzbrand, Malaria,
Schlafkrankheit und Pest, denen die Ärzte
machtlos gegenüberstanden, auf die Existenz
spezieller Bakterien zurückzuführen sind. Mit
seinen Methoden, diese Krankheiten zu bekämpfen,
legte Robert Koch den Grundstein zur Erhaltung
der Gesundheit durch Hygiene und zur
Desinfektion und Sterilisation in der Medizin.
1905 erhielt er den Nobelpreis für Medizin
und Physiologie.
|
|
- 1887: Rückversicherungsvertrag
|
- 1885:
Krieg zwischen Bulgarien und Serbien, Gegensatz
zwischen Russland und Österreich-Ungarn tritt erneut
auf.
- 1887: Geheimes
Neutralitätsversprechen zwischen Russland und
Deutschland (für den Fall
eines französischen Angriffs auf Deutschland und
eines österreichischen auf Russland. Der Vertrag
enthält die Anerkennung der russischen Interessen in
Bulgarien. Deutschland verspricht "wohlwollendes
Verhalten", wenn Russland sich gezwungen sehen
sollte, die "Zugänge zum Schwarzen Meer" zu
verteidigen.
| |
Im Interesse
Russlands lag es, die
Kontrolle über die
Meerengen (Bosporus, Dardanellen) zu
bekommen. Russland wollte auch Seemacht werden.
Das Engagement Russlands am Mittelmeer ist für
Großbritannien eine Herausforderung. Die
Aufrechterhaltung des Spannungsverhältnisses
zwischen Russland und Großbritannien lag
durchaus im Interesse Deutschlands. Bismarck
entging der Notwendigkeit, für eine der beiden
Mächte Partei zu nehmen.
Ihren Gegensatz
ausnutzend, kann er in der "Hinterhand" das
Gewicht Deutschlands zur Erhaltung des Friedens
einsetzen. |
- Der Vertrag sichert Deutschland
gegen ein Bündnis Russlands mit Frankreich und deckt
Russland gegen einen englischen Angriff.
|
|
| |
Nebenbei bemerkt:
Zwischen 1882 und 1889 entwickelte der amerikanische
Ingenieur Herman Hollerith (* 1860, † 1929), der
Sohn deutscher Einwanderer aus der Pfalz, ein System zur
Erfassung von Daten auf Lochkarten. Die erste
erfolgreiche Anwendung fand das elektrische Zähl- und
Sortiersystem 1890 bei der Volkszählung in den USA. In
Deutschland erreichte das ‚Hollerith-System’ im
September 1935 seinen Höhepunkt mit der Entwicklung
einer druckenden ‚Tabelliermaschine’, die alle
Grundrechenarten durchführen und die Ergebnisse zur
weiteren Verarbeitung in Lochkarten stanzen konnte. Die
Erfindung, Konstruktion und Anwendung der
Lochkartenmaschinen Herman Holleriths stellen einen
wesentlichen Markstein in der Entwicklung der
Computertechnik dar.
|
| |
|
|
|
- In den
siebziger Jahren
hatte es Bismarck abgelehnt, Kolonien zu erwerben.
Grund war vor allem die Bedrohung Deutschlands durch
feindliche Koalitionen.
- 1880 - 1885:
Außenpolitisch günstige Lage für
Deutschland.
|
- Das Vertragssystem hat
die europäischen Beziehungen entspannt.
- 1882: Großbritannien
annektiert Ägypten im Wettstreit gegen
Frankreich, Bismarck gewinnt Rückendeckung
Frankreichs.
- Interessensphären von
Großbritannien und Russland stoßen in Ost-
und Mitteleuropa zusammen.
|
- 1884:
Erwerb von Lüderitzland
(Südwestafrika), Togo, Kamerun, 1885 Erwerb von
ostafrikanischen Gebieten, Kaiser-Wilhelm-Land,
Bismarck-Archipel, Marschall-Inseln.
|
Franz Adolf
Lüderitz, ein Kaufmann aus Bremen, hatte
seit 1881 an der Westküste Afrikas Handel
getrieben und war dabei auf eine Bucht gestoßen,
auf die noch kein Staat Anspruch erhoben hatte.
Im Jahr 1883 hatte Lüderitz dem König des
dortigen Eingeborenenvolks die Bucht "und das
angrenzende Land" für wenig Geld und 200 Gewehre
abgekauft. Seine zusätzliche Zusage, die
Eingeborenen vor den Angriffen anderer
afrikanischer Stämme zu schützen, konnte er
jedoch nicht einhalten. So wandte er sich an
Bismarck. In ausgesprochener
Konfrontation zu
Großbritannien, das in der Nähe seiner
Kapkolonie keine andere europäische Macht dulden
wollte, sagte er Lüderitz den Schutz zu.
Bismarck veranlasste seinen Gesandten in
Kapstadt amtlich zu erklären, "dass die
Erwerbungen nördlich des Oranjeflusses unter dem
Schutz des Reiches stehen." Das Reich hatte
seine erste Kolonie, das spätere
Deutsch-Südwestafrika, heute
Namibia.
|
- Verzahnung der Innen- und Außenpolitik
Bismarcks
|
- Bismarck erwartet
Sogwirkung der liberalen Politik
Großbritanniens (Handlungsspielraum des
Parlaments) auf Deutschland.
- Bismarck will die
liberale Außenpolitik Großbritanniens unter
Gladstone lächerlich machen.
Indirektes Ziel sind die Linksliberalen in
Deutschland. Eine außenpolitische Frage wird
also instrumentalisiert, um einen
innenpolitischen Gegner zu Fall zu bringen!
|
|
|
|
|
Allen
Schülern und Studenten, die gerade eine Prüfung zu bestehen
haben, wünschen wir viel Erfolg. Wir drücken auch die
Daumen für diejenigen, die eine Klausur schreiben müssen oder
eine Hausarbeit bzw. Referat anzufertigen haben. Hat Euch unsere
Seite bei der Vorbereitung oder bei der Informationssammlung
geholfen? Wir freuen uns über jeden Eintrag in
unser Gästebuch,
der uns über eine erfolgreiche Nutzung unserer Homepage
berichtet. Selbstverständlich nehmen wir auch Hinweise und
Verbesserungsvorschläge entgegen.
|
|
|
Literaturangaben
|
|
| Deininger, Helga |
Frankreich - Rußland -
Deutschland 1871 - 1891. München 1983 |
| Gall, Lothar |
Europa auf dem Weg in die
Moderne 1850-1890 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte
14). München 1997 |
| Gall, Lothar |
Bismarck. Der weiße
Revolutionär. Berlin 2001 |
| Halder, Winfrid |
Innenpolitik im
Kaiserreich 1871 - 1914, Darmstadt 2003. |
| Hildebrand, Klaus |
Das vergangene Reich.
Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler 1871 -
1945. Stuttgart 1995. |
| Hillgruber, Andreas |
Bismarcks Außenpolitik.
Freiburg 1972. |
| Hillgruber, Andreas |
Deutsche Großmacht- und
Weltpolitik im 19. und 20. Jahrhundert. Düsseldorf 1977. |
| Hertz-Eichenrode,
Dieter |
Deutsche Geschichte 1871
- 1890. Das Kaiserreich in der Ära Bismarck, Stuttgart
1992. |
| Kennan, George F. |
Bismarcks europäisches
System in der Auflösung. Die französisch-russische
Annäherung 1875 - 1890. Berlin 1981. |
| Mommsen, Wolfgang J. |
Das Ringen um den
nationalen Staat. Die Gründung und der innere Aufbau des
Deutschen Reiches unter Otto von Bismarck 1850 bis 1890,
Berlin 1993. |
| Nipperdey, Thomas |
Deutsche Geschichte 1866
- 1918, Band 1: Arbeitswelt und Bürgergeist, München
1990; Band 2: Machtstaat vor der Demokratie, München
1992 |
| Schöllgen, Gregor |
Das Zeitalter des
Imperialismus (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 15).
München 1994 |
| Schwarzmüller, Theo |
Otto von Bismarck,
München 1998 |
| Stürmer, Michael |
Das ruhelose Reich.
Deutschland 1866 - 1918, Berlin 1983 |
| Ullmann, Hans-Peter |
Das Deutsche Kaiserreich
1871 - 1918. Frankfurt/Main 1995. |
| Ullrich, Volker |
Die nervöse Großmacht.
1871-1918. Aufstieg und Untergang des deutschen
Kaiserreichs, Frankfurt/Main 1997 |
| Wehler, Hans Ulrich |
Das deutsche Kaiserreich
1871 - 1918, Göttingen 1973 |
| Wehler, Hans Ulrich |
Bismarck und der
Imperialismus. Köln 1969 |
| Wolter, Heinz |
Bismarcks Außenpolitik
1871 - 1881. Außenpolitische Grundlinien von der
Reichsgründung bis zum Dreikaiserbündnis. Berlin 1983. |
|
|
|
Die Innenpolitik Bismarcks
Die Außenpolitik Bismarcks
Zurück zum Seitenanfang
Die Außenpolitik Bismarcks
Literaturangaben
Württemberg 1871-1918
|
|
|
Zurück zum Inhaltsverzeichnis Deutsche
Geschichte
weiter zur nächsten Seite
zurück zur vorangehenden Seite
|
|
|
|
|
|
Stand:
15. Apr. 2012
Copyright © 2012 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
|
|
|
|