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Die Römer in
Südwestdeutschland
Der Untergang der römischen
Republik und die Regierungszeit des Kaisers Augustus (44 v.Chr. - 14 n.
Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Domitian, Nerva und Trajan (81 - 117 n. Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Hadrian und Antoninus Pius (117 - 161 n.Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Marc Aurel und Commudus (161-192 n.Chr.)
Der Aufbau des römischen
Staats
Das Heer während der römischen
Kaiserzeit
Römische Religion und
Philosophie
Römische Literatur
Entstehung und Ausbreitung
des Christentums
Entwicklung des
Christentums von Kaiser Konstantin I. bis zum Untergang des
weströmischen Reiches (306 - 476)
Römische Medizin
Münzsystem und Fernhandel im
Römischen Reich
Das Weiterleben der
römischen Kultur
Römische Sprichwörter
und Lebensregeln
Das Geheimnis um den Ort
Grinario
Das römische Kastell in
Grinario
Das Dorf Grinario
Die Menschen im Dorf
Grinario
Ausgrabungen im heutigen
Köngen
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Militärstraßen,
Kastelle, Limes
Obergermanisch-rätischer Limes
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Die Kämpfe gegen
die Germanen
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- Auseinandersetzungen mit den
Kimbern und Teutonen
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- 113 v. Chr.:
Die germanischen Kimbern und die Teutonen (evtl. ein
keltischer Stamm) vernichten auf der Suche nach Land
bei Noreia im heutigen Kärnten ein römisches
Heer.
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- 105 v. Chr.:
Ein römisches Heer, das Südgallien
schützen sollte, wird bei
Arausio (Orange in
der heutigen Provence) vernichtend geschlagen.
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- Der Plan der Kimbern und
Teutonen, auf verschiedenen Wegen in Italien
einzufallen, ermöglichte es dem römischen Konsul
Marius die Stämme in zwei getrennten Schlachten
zu besiegen.
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- 102 v. Chr.:
Schlacht gegen die Teutonen bei
Aquae
Sextiae (Aix in der heutigen Provence).
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- 101 v. Chr.:
Schlacht gegen die
Kimbern bei Vercellae in Oberitalien.
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Der
römische Geschichtsschreiber
Lucius
Annaeus Florus berichtet um die
Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr.: "...
ihrer Drohung entsprechend zogen sie in
drei Abteilungen zu den Alpen, d.h. zu
den Toren Italiens.
Marius schlug
sogleich mit wunderbarer Schnelligkeit
den kürzesten Weg nach Italien ein, kam
dem Feind zuvor und erreichte zuerst die
Teutonen unmittelbar am Fuß der Alpen
und schlug sie an einer Stelle, die
Aquae Sextiae heißt. - Dank sei den
Göttern! Die Feinde hatten ein Tal und
einen Fluss, der zwischen den Heerlagern
floss, in ihrer Gewalt, während die
Unsrigen kein Trinkwasser hatten. Ob
unser Feldherr dies mit Absicht so hat
kommen lassen oder ob er seinen Irrtum
klug benutzt hat, ist zweifelhaft. Denn
als das Heer Wasser forderte, erwiderte
Marius: 'Wenn ihr Männer seid, dort habt
ihr es!' Daher wurde mit solcher
Erbitterung gekämpft und ein solches
Blutbad unter den Feinden angerichtet,
dass das siegreiche römische Heer aus
dem blutigen Fluss ebenso viel
Barbarenblut wie Wasser getrunken hat."
Über die Schlacht bei
Vercellae schreibt Florus: " ...
wenn sie jetzt sofort in feindlicher
Absicht auf Rom losgegangen wären, wäre
die Gefahr groß gewesen; aber in
Venetien, einem Landstrich, der so
ziemlich der mildeste Italiens ist,
erlahmte ihre Kraft eben durch die Milde
des Bodens und Klimas. .... Sie
trafen auf einer weiten Ebene, die man
die raudische nennt [bei Vercellae],
zusammen. Dort fielen 64700 Kimbern. Den
ganzen Tag wurden die Barbaren
niedergemetzelt."
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- Cäsars Begegnung mit den Germanen
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- 58 v. Chr.:
In der Schlacht bei Mühlhausen im Elsass
gelingt es Caesar, die Sueben unter ihrem
Heerkönig Ariovist wieder auf das Gebiet
rechts des Rheins zurückzutreiben.
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- Während des
'Gallischen Krieges'
(58 - 51 v. Chr.) ließ Caesar
55 v. Chr. in
der Höhe von Neuwied
eine hölzerne Brücke von
400 Metern Länge errichten, auf der er mit seinen
Truppen den Rhein überquerte. Zwei Jahre später
wiederholte er diese Aktion. Caesar ging es um eine
Demonstration der römischen Macht
und um auch
darum, innenpolitisch verwertbaren Ruhm zu gewinnen.
Militärische Erwägungen spielten keine Rolle.
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- Die Kämpfe der Römer östlich des Rheins
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- 16-15 v. Chr. : Drusus
und Tiberius, Stiefsöhne von Kaiser
Augustus, unterwerfen das Alpenvorland und
errichten in dem Gebiet bis zur Donau die Provinzen
Rätien und
Noricum.
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Nach der
Ermordung Cäsars an den Iden des März des
Jahres 44 v. Chr. war es zu einem langwierigen
Bürgerkrieg gekommen, an dessen Ende
Kaiser
Augustus eine neue monarchische Ordnung, das
'Principat', etablierte. Ein wesentlicher
Grund für die nach dem Bürgerkrieg beginnende
imperialistischen Phase in der römischen Politik
war der Umstand, dass Augustus, um das neue
System der staatlichen Herrschaft zu
stabilisieren und zu legitimieren,
außenpolitische Erfolge brauchte. Auf der Suche
nach geeigneten Objekten fiel sein Blick auf
Germanien. Die Expeditionen nach Germanien
wurden allerdings als Sicherheitsmaßnahme gegen
Bedrohungen von Seiten der Barbaren deklariert. |
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Kaiser Augustus (30 v.
Chr.. - 14 n. Chr.)
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- 12/11 v. Chr.:
Erste große Offensive der in Gallien
stationierten römischen Truppen gegen die
rechtsrheinischen Germanen. Die Römer dringen
bis an die Weser vor, müssen sich jedoch wegen
Nachschubproblemen wieder zurückziehen.
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- 9 v. Chr.: Drusus
dringt mit seinen Truppen von der Donau bis zur Elbe
vor. Im Maingebiet werden die
Markomannen
unter ihrem König Marbod vernichtend
geschlagen. 40.000 Germanen werden gefangen genommen
und auf linksrheinisches Gebiet deportiert.
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Die Siegesserie
der Römer wurde durch den Tod ihres Feldherrn
Drusus zunächst beendet. (Drusus hatte sich im
Elbegebiet bei einem Sturz vom Pferd tödliche
Verletzungen zugezogen). Erst 1 n. Chr. setzten
die Römer ihre Eroberungspolitik rechts des
Rheins wieder fort. In den Jahren 4 und 5 n.
Chr. besetzte Tiberius weitere Teile Germaniens,
die jedoch - so der römische Schriftsteller
Cassius Dio - kein zusammenhängendes Gebiet
darstellten. |
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- 9 n. Chr.:
Germanen unter dem Cheruskerfürsten Arminius
besiegen drei römische Legionen unter dem Feldherrn
Quinctilius Varus in der
"Schlacht im
Teutoburger Wald", die, wie es heute aussieht,
jedoch in der Nähe des heutigen
Kalkriese (in
der Nähe von Osnabrück) stattgefunden hat.
Die römische Herrschaft östlich des Rheins bricht
zusammen.
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- Der römische
Schriftsteller Sueton schreibt im
Rahmen seiner Kaiserbiographien über Kaiser
Augustus: "Schwere Schlappen und
Niederlagen erlitt Augustus überhaupt nur
zwei und beide in keinem anderen Land als
Germanien, nämlich die des
Lollius
[17 oder 16 v.Chr.] und die des
Varus.
Bei der Lollianischen war die Schande größer
als der tatsächliche Verlust, die
Varianische dagegen war fast vernichtend für
das Reich. .... Ja, es heißt, seine
Niedergeschlagenheit [die des Augustus] sei
so groß gewesen, dass er monatelang
Haupthaar und Bart wachsen ließ und
wiederholt den Kopf mit dem Ausruf gegen die
Türen stieß: 'Quinctilius Varus, gib die
Legionen zurück!' und dass er den Jahrestag
der Niederlage stets als einen Klage- und
Trauertag begangen hat."
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- 46 Jahre nach der
Schlacht beschreibt der römische Historiker
Tacitus ziemlich ungenau den Ort des
Geschehens mit "nicht weit vom Gebiet der
Brukterer". Die Brukterer siedelten zwischen
Lippe und Ems.
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Das in
Ostwestfalen gelegene Gebirge
'Teutoburger Wald' hieß lange Osning.
Erst der Paderborner Bischof Ferdinand
von Fürstenberg (*1625, † 1683) ließ es
Teutoburger Wald nennen, weil Tacitus
diesen Namen gebrauchte, um den Ort der
Niederlage des Varus im tiefen Germanien
zu kennzeichnen. |
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- In der
Nähe von
Kalkriese wurden etwa 1000 Münzen (viele
davon mit dem Gegenstempel des Varus), und
Teile von Angriffs- und Schutzwaffen
geborgen. Ferner fanden sich Knochen von
Menschen, Pferden und Maultieren. Zwei
Schädelkalotten weisen Einschlaglöcher auf,
die von einem Schwert, einem langen
Lanzenblatt oder einer Axt herrühren können.
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Eine in
der Nähe von Kalkriese gefundene eiserne
Gesichtsmaske eines römischen Legionärs.
Museum Kalkriese, dpa
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- Kein Geringerer als
Martin Luther gab Arminius den Namen
'Hermann': er übersetzte das lateinische
'dux belli': Heer Man = Herrmann. Der
spätere deutsche Nationalstolz übernahm
diesen Namen.
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Auf der Internetseite
www.hermannsschlacht.de
finden Sie überblicksartige Informationen zur
Schlacht im Teutoburger Wald sowie
Literaturempfehlungen und historische
Originalquellen. Wir empfehlen diese Seite als
Ergänzung zu unseren Darstellungen. |
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- 15 und 16 n. Chr.:
Erneute Vorstöße der Römer auf
rechtsrheinisches Gebiet (unter
Germanicus,
dem Großneffen des Kaisers Augustus und Adoptivsohn
des Kaisers Tiberius). Keine entscheidenden Erfolge!
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Germanicus, römischer
Feldherr, * 15 v. Chr.
† 19 n. Chr.
Giraudon
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Kaiser
Tiberius ordnete nach erfolglosen Feldzügen
das Ende der Offensive an. Er verzichtete
darauf, die rechtsrheinischen Gebiete zu
besetzen und baute stattdessen die Rheinlinie
zur gesicherten Grenze aus. Die
Abberufung
des Germanicus bedeutete das Ende eines
dreißigjährigen Eroberungskrieges (15 v. Chr.
bis 16 n. Chr.) im Norden des Imperiums. Das
Kriegsziel, die Eroberung des rechtsrheinischen
Germaniens, war nicht erreicht. |
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68 - 70 n. Chr.:
Aufstände der niederrheinischen Bataver und
einiger gallischen Stämme.
Die Unruhen waren
durch die Absetzung und den Selbstmord Kaiser
Neros
im Jahr 68 und die nachfolgenden
Machtkämpfe der drei Gegenkaiser
Galba,
Otho und
Vitellius ausgelöst
worden. Nach Beendigung dieser Schwächephase des
Römischen Reichs konnten die Aufstände
niedergeschlagen werden.
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Um
75 n. Chr. besetzte Kaiser
Vespasian (69 - 79 n. Chr.), der Sieger im
römischen Bürgerkrieg, das wie ein Keil in das
Reichsgebiet am Oberrhein reichende Vorgelände
zwischen Wetterau und Hochschwarzwald.
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- 83 und 89 n. Chr.:
Grenzkämpfe der Römer gegen die
Chatten im
Rhein-Taunusgebiet.
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Im Verlauf der
Kämpfe besetzten die Römer Teile des
Taunus
und die Wetterau. Eine Folge der
Landgewinne rechts des Rheins war die zwischen
85 und 90 erfolgte Zusammenlegung des alten
obergermanischen Heeresbezirks mit dem neu
besetzten Land östlich des Oberrheins zur
kaiserlichen Provinz
Germania superior
(Obergermanien) mit
Mogontiacum (Mainz)
als Hauptstadt. Zur gleichen Zeit wurde das sich
im Norden anschließende linksrheinische Gebiet
des niederrheinischen Heeresbezirks zur
kaiserlichen Provinz
Germania inferior.
Hauptstadt dieser Provinz wurde
Colonia
Claudia Ara Agrippinensium (Köln).
Nach den Kämpfen gegen die
Chatten endete das offensive Vorgehen der Römer
nördlich der Alpen weitgehend. Kleinere
Gebietserwerbungen unter
Kaiser Antoninus
Pius (138 - 161) hatten rein defensiven
Charakter.
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- 167 - 180 n. Chr.:
Abwehrkampf der Römer unter Kaiser
Marc Aurel
gegen die Markomannen und
Quaden.
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Während der
Regierungszeit Marc Aurels
(161-180)
zeigen sich erste Anzeichen für den Verfall des
Römischen Reiches. Neben der massiven
Bedrohung durch germanische Völkerschaften
kommt es Anfang des dritten Jahrhunderts im
Innern des römischen Reiches zu einer
Wirtschaftskrise. Die römischen Kaiser
hatten ihre verschwenderischen Staatsausgaben
(z.B. für Prunkbauten) aus den laufenden
Einnahmen aus den Provinzen gedeckt. Nun gingen
die Steuereinnahmen aus den Provinzen plötzlich
zurück. Dafür gibt es eine
Ursachenkette:
Die Reduzierung der Anzahl der Kriege hatte dazu
geführt, dass die Anzahl der Sklaven zurückging;
weniger Arbeitskräfte führten zu geringerer
landwirtschaftlicher Produktion und diese
wiederum zu verminderter
Steuerzahlungsfähigkeit. Durch die
notwendigen Kriegsausgaben wird die
wirtschaftliche Krise noch verschlimmert.
Zwangsabgaben, welche die vermögende Schicht der
Römer zur Finanzierung der Abwehrkämpfe zu
leisten hat, führen zur Abnahme der Identität
mit dem Staat (mentale Krise).
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- 233 - ca. 260 n. Chr.:
Unter dem Soldatenkaiser
Severus Alexander
(222 - 235) wurden Truppen aus Obergermanien und
Rätien für den Krieg gegen die Perser abgezogen.
Dies ermutigte die Germanen 233 n. Chr. zu
umfangreichen Raubzügen, die bis in das Alpenvorland
und sogar über den Rhein führten. Der Kaiser sah
sich dazu gezwungen, seinen Feldzug im Osten
abzubrechen und mit seinem Heer an den Rhein zu
ziehen. Dort wurde er 235 von seinen eigenen
Soldaten ermordet. Sein Nachfolger,
Maximinus
Thrax (235 - 238 n. Chr.), konnte die Lage
zunächst wieder stabilisieren. Weitere
Truppenreduzierungen für die Kämpfe im Osten des
Reiches folgten unter den Kaisern
Gordianus III.
(238 - 244 n. Chr.) und Valerianus (253 - 260
n. Chr.). Dies hatte weitere Raubzüge der Germanen
zur Folge.
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- Aktuell:
Zwischen 230 und 235 n. Chr. kam es
offenbar tief im germanischen Gebiet zu einer
größeren Schlacht zwischen Römern und Germanen.
Die spektakuläre Entdeckung von Spuren eines
Schlachtfelds am Harzhorn bei Kalefeld
(Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen), die
auf die Fundmeldung eines Hobbyarchäologen Anfang
Juni 2008 zurückgeht, bringt das
bisherige
Geschichtsbild über das Engagement der Römer im
Germanien des dritten Jahrhunderts ins Wanken.
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- Bis zum Frühjahr 2009
wurden in dem Wald auf dem Höhenzug Harzhorn
mehr als 800 Ausrüstungsgegenstände
römischer Soldaten und germanische Waffen
gefunden.
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- Mehrere der entdeckten
Silbermünzen wurden in der Regierungszeit
des römischen Kaisers
Severus Alexander
zwischen 222 und 226 n. Chr. geprägt. Da
zwischen Prägung und Umlauf der Münzen immer
einige Jahre liegen, lässt sich der
Zeitpunkt der Schlacht relativ genau
datieren.
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- Die Historiker gingen
bisher davon aus, dass sich die Römer nach
der verlorenen Varus-Schlacht (9 n.
Chr.) weitgehend hinter den Limes
zurückzogen. Nur 30 bis 40 römische Meilen,
etwa 60 km, könnten römische Verbände von
ihren Heerlagern am Rhein und Main aus in
das germanische 'Barbaricum' vorgestoßen
sein. Ein Vordringen viele hundert Kilometer
in germanisches Gebiet erschien
unwahrscheinlich.
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Allerdings gab es auch Quellen - so das
Geschichtswerk des Herodian (ca.
180 - 250 n. Chr.) und die aus dem 4.
Jahrhundert stammende 'Historia
Augusta' -, die über größere
Feldzüge der Römer (500 - 600 römische
Meilen) noch im dritten Jahrhundert
berichteten.
Kaiser Maximus Thrax
(reg. 235 - 238) soll um 235 einen
Feldzug in den Norden Germaniens
durchgeführt haben. Mangels
archäologischer Funde taten die meisten
Historiker diese Berichte bisher als
Propaganda der kaiserlichen Chronisten
ab. |
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- Bisherige Beobachtungen
an der Fundstätte machen es wahrscheinlich,
dass sich römische Truppen auf dem
Rückmarsch aus dem Norden befanden. Als
sie den nach Süden führenden Pass durch die
Germanen versperrt fanden, erkämpften sie
sich unter massivem Waffeneinsatz ihren Weg
über den Höhenzug. Wie es heute aussieht,
waren die Römer aufgrund ihrer überlegenen
Militärtechnik bei dem Gefecht siegreich.
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Der
Einsatz von Truppen so weit von der
römischen Reichsgrenze entfernt, deuten
auf einen größeren Heeresverband hin.
Die Art der gefundenen Pfeilspitzen
weist auf die Beteiligung von
Hilfstruppen aus dem Orient hin. |
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- Die Erforschung des
Schlachtfelds am Harzhorn befindet sich,
wissenschaftlich gesehen, noch im
Anfangsstadium. Noch können neue Funde auch
zu neuen Erkenntnissen führen!
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- um 260 n. Chr.:
"Alamannensturm"
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Die endgültige
Aufgabe der Grenzbefestigung (Limes) resultierte
aus dem Zusammenspiel einer inneren Krise des
Reiches durch die Gründung eines
Sonderreichs
in Gallien unter
Posthumus im Jahre
259 n. Chr. in Köln und der äußeren Bedrohung
durch die Germanen. Posthumus konnte die
nordwestlichen Provinzen unter seine Kontrolle
bringen und konzentrierte sich primär auf die
Verteidigung der Rheinlinie
gegen die
Germanen zum Schutze Galliens. 259 n. Chr. kam
es zu einem verheerenden Einfall der Franken und
Alamannen. Während die Franken durch Gallien bis
nach Spanien vordrangen, plünderten die Alamanen
Obergermanien.
Der Verlust des
rechtsrheinischen Gebiets warf die Römer wie in
der frühen Kaiserzeit auf die Grenzen Rhein,
Bodensee und Donau zurück. Erst unter
Kaiser
Aurelian (270-275) kam es 274 n. Chr. zu
einer Neuordnung der Verhältnisse am Rhein und
zur Auflösung des gallischen Sonderreiches.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt gab es in den
Gebieten rechts des Rheins und nördlich der
Donau keine römischen Strukturen mehr.
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- Die Reformen des
Kaisers
Diokletian (284-305) brachten auch für die
germanische Provinz 'Germania superior'
(Obergermanien) eine territoriale Veränderung. Die
Provinz 'Germania inferior' blieb
unverändert, sie wurde in
'Germania secunda'
umbenannt. Die beiden germanischen Provinzen wurden
Teil der nächst höheren Verwaltungseinheit, der
Diözese Galliarum.
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Die kaiserliche
Provinz 'Germania superior'
(Obergermanien) war durch den Fall des Limes auf
den Bruchteil ihres früheren Bestandes
geschrumpft. Dennoch wurde der südlich von
Straßburg gelegene Teil sogar noch abgetrennt
und der neu geschaffenen
Provinz Sequania
mit der Hauptstadt Vesontio (dem heutigen
Besancon) zugeschlagen, der verbliebene Rest
erhielt den Namen Germania prima.
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- Während der Regierungszeit
Kaiser Konstantins I. (306-337) gab es mehrere
Feldzüge gegen die ins Rheinland eingefallenen
Franken. Insgesamt gesehen sorgte Konstantin
erfolgreich für zwanzig Jahre Frieden am Rhein.
Trier wurde kaiserliche Residenzstadt.
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Die Auflösung der
römischen Herrschaft an Rhein und Donau vollzog
sich nicht im Sinne einer scharfen Zäsur.
Vielmehr ist der Übergang
fließend. Die
zeitlich und regional unterschiedliche
Zuwanderung von Germanen verschiedener Herkunft
führten im frühen Mittelalter zu einer
Assimilierung der Romanen in eine zahlenmäßig
überlegene germanische Bevölkerung. |
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Die
Kämpfe gegen die Germanen Obergermanisch-rätischer
Limes
Inhaltverzeichnis - Römer
Zurück zum Seitenanfang
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Militärstraßen,
Kastelle, Limes
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- 14 - 54 n. Chr. unter den Kaisern
Tiberius und Claudius
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- Kastelle auf der rechten
Rheinseite und am südlichen Donauufer
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Zur Zeit des
Kaisers Claudius
(41 - 54 n. Chr.) wird
Rätien, Vindelicien (Oberschwaben und Bayern bis
zur Donau) und das Wallis unter die Verwaltung
eines römischen Statthalters (Procurators)
gestellt. Sitz des Statthalters wird
Augusta Vindelicum
(Augsburg). Durch den Bau der
Kastellketten am
Rhein und an der oberen Donau
wollte sich der Kaiser Rückendeckung für seinen
Feldzug in Britannien (ab 43 n. Chr.) schaffen.
Die Rheintalstraße wurde als Nachschubstraße für
den Britannienfeldzug ausgebaut. Die neu
angelegten Kastelle wurden ausschließlich von
Hilfstruppen betrieben. |
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- Militärstraße von Riegel (Rhein)
nach Hüfingen (Donau).
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- 69 - 90 n. Chr. unter den Kaisern
Vespasian und Domitian
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- Während des Bürgerkrieges (68-70)
hatte es sich als unpraktisch erwiesen, die im
Donauraum stationierten römischen Truppen über die
obere Donau, den Bodensee und den Oberrhein in das
Rheinland zu führen. Kaiser Vespasian (69 -
79 n. Chr.) begann daher, diesen Weg durch die
Besetzung von Gebieten rechts des Rheins und
nördlich der Donau abzukürzen. In den Jahren 73/74
wurde das Gebiet des Schwarzwalds bis zum oberen
Neckar besetzt. Zur Sicherung dieses Gebiets bauten
die Römer im Jahr 74 die Straße von
Argentorate
(Straßburg) über Offenburg und das Kinzigtal nach
Arae Flaviae (Rottweil).
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Der Aufstand der Bataver
(68 - 70 n. Chr.) veranlasste
Kaiser Vespasian, das
militärische Sicherheitssystem
jenseits von Rhein und Donau auszubauen. Der Bau von
Fernstraßen und Kastellen sollten sowohl der
militärstrategischen Raumerschließung
als auch der wirtschaftlichen Entwicklung
der neu eroberten Gebiete dienen. Die im Jahr 74
n. Chr. erbaute Fernstraße von
Argentorate (Straßburg) über Offenburg
und das Kinzigtal nach Arae Flaviae
(Rottweil) führte dazu, dass weite Teile
Südwestdeutschlands unter die Kontrolle der Römer
kamen.
Diese mit Kastellen bewehrte Straße hatte
Anschluss an die nach
Augusta Vindelicum (Augsburg) führende
Donaustraße. Architekt und Organisator der
militärischen und infrastrukturellen
Erschließung Südwestdeutschlands war der
römische Legat
Gnaeus Pinarius Cornelius Clemens. |
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Kaiser Vespasian (69 -
79 n. Chr.) |
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- Zu Beginn der
Grenzkämpfe
gegen die Chatten (83 n. Chr.) wurden die
Schneisen als
Limes bezeichnet, die von
römischen Soldaten in die Wälder geschlagen wurden.
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- Das lateinische Wort
'limes' (pl. limites) beschreibt in
seiner ursprünglichen Form so etwas wie
einen Feldrain oder eine Waldschneise.
Weinberge, Äcker und Fluren wurden durch
'limites' begehbar gemacht. Daneben gab es
schon zur Zeit der Kämpfe Julius Cäsars in
Gallien (58 - 51 v. Chr.) lange Schneisen in
unzugängliche Waldgebiete, die eine gute
Möglichkeit der Überwachung des Gegners
boten.
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- Die
'limites' im
Germanien des 1. Jahrhunderts waren
ausschließlich solche Schneisen, auf denen
römische Einheiten auf Streife gehen
konnten, ohne Gefahr zu laufen, durch
germanische 'Guerilla-Taktik' aufgerieben zu
werden. Sie entsprachen keineswegs der
Außengrenze des Imperium Romanum. Der
römische Militärschriftsteller
Sextus
Iulius Frontinus (etwa 30 - 104 n. Chr.)
schreibt in seinem Werk 'Strategemata'
(Kriegslisten): " ... Da die Germanen
unsere Truppen nach ihrer Sitte öfter aus
Wäldern und dunklen Schlupfwinkeln angriffen
und einen sicheren Rückzug in die Tiefe der
Wälder hatten, ließ der
Kaiser Domitianus
Augustus [Domitian] auf 120 {römische]
Meilen Grenzwälle [er meint wohl
Waldschneisen] errichten und veränderte
nicht nur die Kriegslage, sondern unterwarf
auch die Feinde seiner Gewalt, da er ihre
Zufluchtsorte abgeschnitten hatte."
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- 85 n. Chr.:
Vorverlegung der Donau-Kastell-Kette auf die
Schwäbische Alb (Lautlingen - Burladingen -
Gomadingen - Urspring - Heidenheim).
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- Der
erste Dakerkrieg, den
Kaiser Domitian (81 - 96 n. Chr.) in den
Jahren 85 bis 88 im heutigen Rumänien führte und
auch der Aufstand des Mainzer Legionslegaten
Saturnius im Jahr 89 machten erneut deutlich,
dass die Truppenverlegung zwischen Rhein und Donau
erleichtert werden musste. So baute man im Jahr 90
eine Straße, die in der Nähe der heutigen Stadt
Karlsruhe von der bestehenden Nord-Südstraße
abzweigte und durch den Kraichgau an den mittleren
Neckar nach Cannstatt und von dort aus über Köngen
nach Donnstetten auf der Schwäbischen Alb führte.
Dort fand man Anschluss an die Straße nach Augsburg.
Damit erreichten die Römer die unter topographischen
Gesichtspunkten günstigste Verbindung zwischen Rhein
und Donau.
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- Kaiser Hadrian (117 - 138)
beendete die Kriege, die sein Vorgänger (Kaiser
Trajan) geführt hatte. Zum Schutz des Imperium
Romanum ließ dort, wo kein Fluss die Grenze bildete,
Befestigungen errichten. In der Provinz
Obergermanien waren es Palisaden aus Holz, in der
Provinz Britannia ein Steinwall (Hadrian' Wall).
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- Unter der
Regierung der Kaiser
Antoninus
Pius (138 - 161 n. Chr.) und
Marc Aurel
(161 - 180 n. Chr.) wird die
Limeslinie in Obergermanien und Raetien noch einmal
nach Osten vorgeschoben. Die gesamte Ostgrenze der
Provinz Obergermanien und der größte Teil der
Nordgrenze der Provinz Rätien wird mit einer
durchgehenden Turmkette abgegrenzt, vor der ein Wall
mit Graben oder noch eine Palisade stand. Ab der
Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. wird die Mainlinie
bis Miltenberg verlängert. Ab hier verlief der
obergermanische Limes dann schnurgerade bis nach
Lorch an der raetischen Grenze, von wo er sich als
raetischer Limes nach Osten wandte, um in einem
Bogen das Nördlinger Ries einschließend gegenüber
Eining bei Regensburg auf die Donau zu treffen.
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Die
Kämpfe gegen die Germanen
Militärstraßen, Kastelle, Limes
Inhaltverzeichnis - Römer
Zurück zum Seitenanfang
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Der
obergermanisch-rätische Limes
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Der
obergermanisch-rätische Limes
ist die Grenzlinie des römischen Reiches, die sich von
Rheinbrohl am Rhein bis nach Eining an der Donau auf 550 km
hinzieht. Rund 60 Kastelle und 900 Wachturmstellen waren
Teile eines einheitlich konzipierten Sicherungssystems, das
jedoch in der äußeren Form erhebliche Unterschiede aufwies.
Im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. schied der
Limes die beiden römischen Provinzen Obergermanien (Germania
superior) und Rätien (Raetia) von dem nicht von den
Römern besetzten freien Germanien (Germania libera).
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In der Forschung wurde
lange Zeit die Meinung vertreten, dass die ersten
Limesanlagen unter Kaiser Domitian (81 - 96
n. Chr.) entstanden sind. Nach Auswertung der in den
Limeskastellen gefundenen Münzen stellte sich vor kurzem
heraus, dass der systematische Ausbau des Limes in
Obergermanien und Raetien Kaiser Trajan (98
- 117 n. Chr.) zuzuschreiben ist. Indizien sprechen dafür,
dass um 100 n. Chr. die unter den
Kaisern Vespasian (69 - 79 n. Chr.) und
Domitian errichteten Vormarschstraßen im
Limeshinterland geräumt und die Truppen des obergermanischen
Heeres von dort in die neu errichteten Garnisonen an der
Limeslinie verlegt wurden. Hier entstand jene lineare
Aufreihung von Verteidigungsanlagen, die bis um die Mitte
des zweiten Jahrhunderts n. Chr. den Verlauf des Limes in
Obergermanien und Raetien markierten. Die Ostgrenze
Obergermaniens verlief vom Main aus durch den Odenwald und
dem Neckar entlang bis zur Schwäbischen Alb.
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| 1 - 40
Obergermanischer Limes 41 - 61 Rätischer Limes |
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| 1 |
Niederbieber |
11 |
Hefttrich |
21 |
Oberflorstadt |
31 |
Trennfurt |
41 |
Welzheim West |
51 |
Gnotzheim |
| 2 |
Heddesdorf |
12 |
Kleiner Feldberg |
22 |
Altenstadt |
32 |
Miltenberg Altstadt |
42 |
Welzheim Ost |
52 |
Gunzenhausen |
| 3 |
Niederberg |
13 |
Saalburg |
23 |
Marköbel |
33 |
Miltenberg Ost |
43 |
Lorch |
53 |
Theilenhofen |
| 4 |
Arzbach |
14 |
Kapersburg |
24 |
Rückingen |
34 |
Walldürn |
44 |
Schwäb. Gmünd |
54 |
Ellingen |
| 5 |
Bad
Ems |
15 |
Friedberg |
25 |
Groß-Krotzenburg |
35 |
Osterburken |
45 |
Böbingen |
55 |
Weißenburg |
| 6 |
Marienfels |
16 |
Langenhain |
26 |
Seligenstadt |
36 |
Jagsthausen |
46 |
Aalen |
56 |
Burgsalach |
| 7 |
Hunzel |
17 |
Butzbach |
27 |
Stockstadt |
37 |
Öhringen Bürg |
47 |
Rainau-Buch |
57 |
Böhming |
| 8 |
Holzhausen |
18 |
Arnsburg |
28 |
Niedernberg |
38 |
Öhringen Rendel |
48 |
Halheim |
58 |
Pfünz |
| 9 |
Kemel |
19 |
Inheiden |
29 |
Obernburg |
39 |
Mainhardt |
49 |
Ruffenhofen |
59 |
Kösching |
| 10 |
Zugmantel |
20 |
Echzell |
30 |
Wörth |
40 |
Murrhardt |
50 |
Dambach |
60 |
Pförring |
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61 |
Eining |
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-
Verlauf:
Nördlich von Andernach - Bad Ems - am Taunus
entlang in nordöstlicher Richtung - unter
Einschluss der Wetterau nach Obernburg
(siehe Karte)
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- Unter
Kaiser Trajan
(98 - 117) entstand in Fortsetzung der
Mainlinie der Odenwald-Limes von Obernburg
bis Bad Wimpfen. Danach erfolgte der
Anschluss an die Kastellkette am Neckar (Bad
Wimpfen - Heilbronn - Böckingen - Walheim -
Benningen - Cannstatt. Weitere Kastelle bis
zur Donau: Dettingen u. T., Donnstetten,
Urspring.
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- Kaiser Hadrian
(117 - 138) lässt die Grenze des gesamten
Obergermanischen Limes um das Jahr 120 durch
einen Palisadenzaun aus Holz befestigen.
Sinn dieses Hindernisses war es, nicht nur
die Grenze zu markieren sondern auch den
grenzüberschreitenden Verkehr auf ganz
bestimmte Durchgänge zu lenken. Ab
145 n. Chr. werden die Türme des
Odenwald-Limes in Stein ausgeführt.
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Die
Hölzer der Palisade waren mit den
damaligen Mitteln nur begrenzt gegen
Fäulnis zu schützen. Nach drei
Jahrzehnten hätten die Pfähle erneuert
werden müssen. Spuren von Ausbesserung
oder Erneuerung finden sich jedoch
nicht. Dies legt den Schluss nahe, dass
die Holzwand durch das Ausheben eines
Grabens und die dahinter zum Wall
aufgehufte Erde ersetzt worden ist. Der
Verzicht auf eine Reparatur der Palisade
ist wohl durch den Mangel an Holz zu
erklären. |
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Der
Obergermanische Limes in seinem letzten
Ausbauzustand um 200 n. Chr.
Das Bild zeigt noch
die Palisade, die nach neuesten
Erkenntnissen (siehe oben) durch Wall
und Graben ersetzt worden ist.
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- Unter Kaiser Antoninus
Pius (138 - 161 n. Chr.)
erfolgt eine
schrittweise Vorverlegung der Kastelle am
oberen Neckar. Die neue Kastellkette
verläuft nun von Miltenberg am Main über
Walldürn, Osterburken, Öhringen, Murrhardt
und Welzheim nach Lorch. Dieser neue Verlauf
wird heute als Teilstück des Limes
bezeichnet.
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-
Diese
Grenzkorrektur hat in den uns
erhaltenen schriftlichen Quellen
keinen Niederschlag gefunden. Alles,
was wir darüber wissen, beruht auf
archäologischen Erkenntnissen.
In der älteren Literatur über den
Limes wird häufig das Jahr 155 n.
Chr. als Zeitpunkt für die
Vorverlegung der Kastelle genannt.
Durch neu aufgefundene Inschriften
und dendrochronologische
Datierungen von eichenen Pfählen
der Limespalisade sowie weiterer
Baumaßnahmen am neuen Grenzverlauf
in Obergermanien und in Rätien wird
es immer unwahrscheinlicher, dass
bereits vor 160 n. Chr. nennenswerte
Truppenteile dauerhaft an die neue
Grenze verlegt worden sind.
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Die in Osterburken und in
Mainhardt am obergermanischen
Limes verarbeiteten Eichenstämme
wurden in den Jahren 159 / 160
gefällt. Auch bauliche Befunde
in Neckarburgen und Jagsthausen
werden für diese Zeit
herangezogen. |
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-
Zwischen Walldürn und dem Haghof
südlich von Welzheim führt der Limes
80 km lang kerzengerade durch ein
zerklüftetes, waldreiches Terrain,
bergauf und bergab.
Militärstrategische Gesichtspunkte
wurden bei dieser Limesführung nicht
beachtet. Der Grund liegt mit großer
Wahrscheinlichkeit darin, dass der
Limes vor allem eine
bewachte
Wirtschaftsgrenze war. Die
Grenzanlage sollte vor allem dazu
dienen, unerwünschten Personen das
unkontrollierte Eindringen in das
römische Reich zu erschweren und die
Ein- und Ausfuhr von Waren zu
überwachen. Militärische Gründe
standen für den Verlauf der
römischen Grenzanlage nicht im
Vordergrund. Die kürzeste Verbindung
war am besten überschaubar und damit
für die Kontrolle am besten
geeignet.
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- Im letzten Ausbauzustand
des Obergermanischen Limes um das
Jahr 200 n. Chr. beträgt der Abstand
der Kastelle zueinander 7 km. Alle 400 bis
600 m steht ein Wachturm.
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- Verlauf: Lorch -
Gunzenhausen bis zur Donau oberhalb von
Castra
Regina (Regensburg).
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- Sicherung des Landes
nördlich der Donau, das als Vorfeld der
Provinz Raetia (Schwaben und Bayern
südlich der Donau) - von
Kaiser Domitian
besetzt worden war
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- Sicherung des
'Decumatenlandes' (= Einbuchtung der
Reichsgrenze zwischen Rhein und Donau) mit
den Zentren Rottweil und Cannstatt. -
Strittig ist die genaue Lokalisierung dieses
Decumatenlandes, doch dürfte es sich dabei
wohl um den mittleren Neckarraum handeln.
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- Unter Kaiser Domitian
(81 - 96 n. Chr.) lediglich Sicherung durch
Kastelle.
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- Unter den
Kaisern
Antoninus Pius (138 - 161 n. Chr.) und
Marc Aurel
(161 - 180 n. Chr.) wurde
die Limeslinie in Rätien noch einmal weiter
nach Osten verschoben.
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Die bei
Schwabsberg für den
Bau eines
Palisadenzauns verwendeten
Eichenstämme sind im Jahr 165 oder 166
gefällt worden. Im Rötenbachtal bei
Schwäbisch Gmünd ergab die
dendrochronologische Auswertung
(Auswertung der Jahresringe eines
Baumes) ein Fälldatum von 163/164. Ein
im Aalener Kastell verwendetes Holz wird
auf das Jahr 156 datiert. |
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- Unter
Kaiser Caracalla
(211 - 217 n. Chr.) entstand eine 2 bis 3
Meter hohe und 1 m starke Mauer (vermutlich
während des Kampfes gegen die Alamannen im
Jahr 213).
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- Abstand der Kastelle
zueinander: 15 km
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- Abstand der Türme
war unregelmäßig: von 400 m bis zu zwei
Kilometern (Verständigung durch Rauch- und
Lichtzeichen zu anderen Türmen oder zum
Kastell musste möglich sein!)
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Die
Kämpfe gegen die Germanen
Militärstraßen, Kastelle, Limes
Obergermanisch-rätischer Limes
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Literaturverzeichnis |
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- Fischer, Thomas: Die Römer
in Deutschland, Konrad Theiss-Verlag, Stuttgart 1999
- Bechert, Tillmann: Die
Provinzen des Römischen Reiches. Einführung und
Überblick, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1999.
- Todd, Malcolm: Die
Germanen. Von den frühen Stammesverbänden zu den
Erben des Weströmischen Reiches. Stuttgart 2000.
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Autor: Dieter Griesshaber |
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