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Historischer Rundgang durch Köngen

Anmerkung: Der hier beschriebene Rundgang verbindet Plätze und Gebäude des Ortes Köngen, welche an Vorgänge und Personen erinnern, die im Laufe der Jahrhunderte das Leben in der Gemeinde geprägt haben. Jede der hier aufgeführten Stationen des Rundgangs lädt dazu ein, sich mit deren eigenen Geschichte zu befassen. Um den Besuchern Köngens und auch ihren Bürgern und Bürgerinnen die Rückschau auf die Geschichte des Ortes zugänglich zu machen, hat der Geschichts- und Kulturverein Köngen an jeder der Stationen Tafeln aufgestellt, auf denen die wichtigsten Vorgänge aufgeführt sind. In ihrem Inhalt entsprechen die Tafeln den Beschreibungen auf dieser Seite. Darüber hinaus wurde ein Flyer entwickelt, in dem alle historische Stätten Köngens näher betrachtet werden können. Bitte klicken Sie unten die Station an, die Sie näher betrachten wollen!


Ulrichsbrücke          Mühle          Ziegelhütte          Alter Friedhof          Peter- und Paulskirche          Pfarrhaus          Römerkastell          Ehemaliges Gasthaus zur Linde          Zehntscheuer          Ehemaliges Gasthaus zum Adler          Gasthaus zum Ochsen          Schloss          Alte Vogtei          Rathaus          Freihaus          Kloster, ehemaliger Gasthof zur Traube          Lerchenhof          Ruhe- sog. Grubbänke         Sühnekreuze          Steiniger Weg      


Ulrichsbrücke

   

                                                                                                         Ulrichsbrücke                                           Foto: Detlef Rothfuß
 
  • Strategischer Weg über den Neckar

Schon die Kelten nützen diese Stelle als Überweg über den Neckar. Später unterhalten die Römer möglicherweise sogar schon eine Brücke. Die Straße von Mainz nach Augsburg verläuft hier über den "Fluvius Nicer", den Neckar.

  • Erste urkundliche Erwähnung einer Fähre 

1270 besitzen die Grafen von Hohenberg hier das  Fährrecht, das sie  zusammen mit den Dörfern Köngen und Unterboihingen im Jahr 1336 an die Grafen von Aichelberg verkaufen. (50 Jahre später geht  Köngen durch Heirat an die Reichsgrafen Thumb von Neuburg). 1452 lässt Graf Ulrich V., der Vielgeliebte, die erste Brücke bauen. Die Thumbs treten dafür Land ab und erhalten dafür freien Übergang.

  • Immer wieder zerstört Hochwasser die Brücke

1568 wird eine neue Brücke mit drei Bögen gebaut. Schon ein Jahr später fällt dieses Bauwerk einem verheerenden Hochwasser zum Opfer. Die Fluten des Neckars zerstören alle Brücken bis Heilbronn, außer der Pliensaubrücke in Esslingen.

  • 1603 Renaissance-Baumeister Schickhardt plant den Neubau der Brücke


"Köngen Bruckh“                      aus Schickhardts Inventar

                                

Nach Plänen des herzoglich württembergischen Baumeisters  Heinrich Schickhardt wird eine Steinbrücke mit vier Bögen errichtet. Der Obelisk über dem Mittelpfeiler der Brücke trägt neben der Jahreszahl 1603 auch das Wappen des Herzogs Friedrich von Württemberg.

  •  Die Brücke erhält ihren Namen "Ulrichsbrücke"
 

Im 19. Jahrhundert wird die Neckarbrücke zwischen Köngen und Wendlingen durch den Ritterroman "Lichtenstein" von Wilhelm Hauff (1802 - 1827) bekannt. Mit reicher Phantasie und dichterischer Freiheit erzählt Hauff, wie Herzog Ulrich von Württemberg, von Feinden umringt, nach dem Tod seiner letzten Getreuen mit seinem Pferd von der Köngener Brücke springt und entkommt. Der Vorgang, den Wilhelm Hauff im Stil der Romantik schildert, lief in Wirklichkeit weniger dramatisch ab. Mitte September 1519 rückten Truppen des Schwäbischen Bundes gegen Herzog Ulrich vor. Am Neckarübergang bei Köngen traf sich das zurückziehende Heer Ulrichs mit der Vorhut der bündischen Truppen und es kam zu einem kleinen Scharmützel. Wahrscheinlich gab es zu dieser Zeit bei Köngen gar keine Brücke über den Neckar, sondern nur eine Furt. In einer Quelle heißt es: „...viel Kriegsgerät durch die Furt bei Köngen geschleppt ...“. In Erinnerung an die von Wilhelm Hauff beschriebene "Geschichte" erhält die Brücke 1826 den Namen "Ulrichsbrücke".

 
  Ulrichs Sprung von der Brücke (nach Wilhelm Hauff)
  • 20. Jahrhundert - Kriegsschäden und Verkehr

 

1912/13 wird die Brücke um 2 Bögen verlängert, um die steilen Auffahrten zu beseitigen, und auf acht Meter verbreitert. Am 20. April 1945 sprengen deutsche Pioniere zwei Brückenbögen. Schon 1946 werden diese wieder originalgetreu aufgebaut. Bis in die 1970er Jahre führt der gesamte Straßenverkehr über die Ulrichsbrücke, bis 1975 die Römerbrücke gebaut wird.

Seitdem führen zwei Brücken über den Neckar;
die Ulrichsbrücke ist Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.


Mühle


                    Köngener Mühle                              Foto:  Dieter Fischer

                                             Köngener Mühle 1966                      Foto: Dieter Fischer

  • Erste Mühle

Wie überall an Flüssen oder Bächen, gibt es  auch hier eine Mühle. 1133 wird eine Mühle, die dem Kloster St. Peter im Schwarzwald gehört, urkundlich erwähnt. 1665 ist hier eine „Bannmühle“ verzeichnet. Bannmühle heißt, dass alle Bauern in den umliegenden Gemeinden ihr Korn hier mahlen lassen müssen.

  • Eine Müllerdynastie bis in unsere Tage

1731 siedelt sich hier ein Mattäus Wisst als neuer Müller an. An einem Balken an der südlichen Ecke des Gebäudes liest man eine InschriftICW·IC / 1848 “.  Zu dieser Zeit wird die Mühle neu eingerichtet und wohl auch das Gebäude renoviert. Diese Inschrift kam erst in den 1970er Jahren zutage, als das Fachwerk freigelegt wurde.                          

  • Wasserkraft, Motor der Industrialisierung  

1885 kauft der Textilfabrikant Robert Otto die Mühle, wegen der Wasserrechte, zum Bau einer Weberei und zum Antrieb der Webstühle und später zur Erzeugung elektrischer Energie.

Die Familie Wisst betreibt die Mühle als Pächter aber weiter bis 1970

  • Ende des Mühlenbetriebs

1976 wird im Zug des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße 313 der Mühlkanal zugeschüttet. 1979 wird die Mühle verkauft, aufwändig renoviert und den neuen Räumen hier ein Restaurant eingerichtet.   

  • Weiler „Mühlehof“
 

Besonders bei dieser Mühle ist, dass sie damals noch abseits von Köngen steht. Hier entsteht ein Weiler - genannt „Mühlehof“. Das Gasthaus zur Mühle, ein Wohnhaus mit Gemüseladen und vier weitere Wohnhäuser für den Müller, den Fahrknecht  und den Müllerburschen. Über der Tür des gegenüber liegenden  Gasthauses war noch lange das Mühlewappen:  „ein Wasserrad und zwei Löwen“.


 

                    Alte Ziegelei


                                  Alte Ziegelei                                  Foto: Dieter Fischer Ziegelhütte um 1970                                Foto: Dieter Fischer
  • Ziegel- und Kalkbrennen schon im Mittelalter

  1444 ist hier schon eine Ziegelhütte urkundlich erwähnt, wohl sogar schon auf diesem Platz, wie auch auch auf einem Plan aus dieser Zeit mit "Kalkhoff" bezeichnet.               

 

  •   Ziegelbrennen wird wieder aufgenommen

 

 

Im Jahr 1779 geht auf Anfrage eines Johann Georg Speißer vom Oberamtmann Roser ein Schreiben an Herzog Carl Eugen, um eine Konzession zum Betrieb einer Brennerei für Kalk- und Ziegelware in Köngen. Roser schildert, „dass solche Waren über das hiesige Oberamt hinaus dringend gebraucht würden. Lehm und Kalksteine habe es genug. Holz könne man aus der Umgebung anfahren“. Weiter heißt es bei Roser: „ ... die Köngener Oberamtsorte seien von alters her an keine fremde Ziegelhütte gebannt und so fällt  mithin dadurch ein Widerspruch von benachbarten Zieglern weg; es sind vielmehr Spuren vorhanden, dass in älteren Zeiten  schon einmal eine Ziegelhütte gewesen und am nämlichen Ort gestanden sei“. Speißer, so hieß es, „...besitze ein ordentliches Vermögen und Geschick so etwas auszuführen“. So erhält Speißer am 7. Dez. 1779 durch herzogliches Dekret Grund und Boden um einen Betrag von 100 Gulden. Maßgeblich für die Genehmigung sei aber, dass die gnädigste Herrschaft für eigene Bauwesen hier Ziegel und Kalk bisher aus Kirchheim abholen müsse, was 6-7 Gulden Fuhrlohn verursache. Bis ca. 1890 werden hier Ziegel gebrannt. Das Gebäude  wird verkauft.

 
  • Ziegelhütte wird Wohnhaus

 

In der Folge wechselt das Gebäude mehrmals den Besitzer. Seit  Anfang des 20. Jh. sind hier Wohnungen eingerichtet. 1999 wird das Gebäude saniert und erhält - als Kontrastarchitektur - einen modernen Anbau.


Alter Friedhof

                                                                                                              Alter Friedhof                                          Foto: Detlef Rothfuß
  • Erster Friedhof

  Die frühere Kirche Köngens, die Peterskirche, 1275 erstmals erwähnt,  ist von einem  Friedhof umgeben.
  • Erweiterung des Friedhofs im 30-jährigen Krieg

 

In den Pestjahren 1608-09 und 1627 stirbt  fast die Hälfte der Bewohner Köngens. Und nach der Schlacht bei Nördlingen - 1634 - ziehen kaiserliche Truppen hier durch und ermorden einen Großteil der Bevölkerung. Daher wird der der Friedhof erweitert. An der Friedhofsmauer Richtung  Norden  ist dies in dem Torbogen mit der Jahreszahl 1633 genannt. Neben dem  Torbogen ist ein Sühnekreuz eingemauert. Seine Herkunft ist, wie die zahlreicher solcher Sühnekreuze, unbekannt. Der  „Alte Friedhof“ wird  1791 und 1837 nochmals erweitert und  bis 1961 genutzt. Ein neuer Friedhof entsteht  am nördlichen Ortsrand  Köngens .

 

  • Heute ein Ort der Ruhe und Besinnung

 

Erhalten sind hier noch das Grab der Familie von Dr. Jacob Friedrich Weishaar von 1834,  dem Besitzer des Schlosses - er war Staatminister und Präsident der Abgeordnetenkammer unter König Wilhelm I. von Württemberg -.  Erhalten ist am Aufgang zur Kirche auch der Grabstein  von Johannes Wagner vom Jahre 1869. Wagner war 43 Jahre Schulmeister in Köngen. Als aufgeschlagene Bibel präsentiert sich der Stein von Pfarrer Ludwig Friedrich Staib von 1876. Aus dem 2. Weltkrieg sind 12 Soldatengräber zu finden. Diese werden vom Geschichts- und Kulturverein gepflegt. Das Holzkreuz hat die katholische  Kirchengemeinde hier aufgestellt. Es erinnert an die verstorbenen Heimatvertriebenen. Bis sie ein eigenes Gotteshaus besitzt,  war hier zur Fronleichnamsprozession ein Altar aufgebaut. 2009 wird ein neues Kreuz von einem unserer Vereinsmitglieder gestiftet. Die zwei kleinen Gebäude sind das sogenannte „Leichenhäusle“  und die „Efeuhütte“, die wohl noch auf den Mauern des früheren Kirchturms steht.

 

Peter- und Paulskirche


Peter- und Paulskirche              Foto:  Dieter Fischer 

Peter-und Paulskirche mit Pfarr-und Schulhaus

             Aquarell von Dietrich Müller wiedergegeben nach einem Bild um 1600

  • Erste Kirche

 

Früher stand hier eine 1275 erwähnte Peterskirche, die im Städtekrieg um 1380  weitgehend zerstört wird. Das sogenannte „Efeuhäuschen“ , unterhalb der heutigen Kirche ist wohl der Rest des alten Kirchturms.

  • Eine neue Kirche, die Peter- und Paulskirche

1502 baut der Ortsherr Konrad Thumb von Neuburg für seine Dynastie eine Kapelle als neue Grablege. Fertig gestellt ist diese im Jahr 1512 im Stil der Gotik. An diese Kapelle baut das Kloster Denkendorf, das seit 1385 die kirchlichen Rechte in Köngen besitzt,  die Kirche als einschiffiges Langhaus, die 1515 geweiht  wird. Kirchenbaumeister sind Stefan Waid (gest. 1504) und sein Schwager Dionysius Beblinger. Sie stammen aus der Baumeisterfamilie, die auch an der Frauenkirche in Esslingen und am Konstanzer und am Ulmer Münster arbeiteten. Das zeigen Steinmetz- Zeichen an vielen Stellen im Mauerwerk. Die Kirche hat anfangs  nur einen Dachreiter . Mehr als 100 Jahre wird der Turm der früheren Peterskirche noch als Glockenturm genutzt.

 

  • Reformation, die Kirche wird evangelisch

1531 wird  hier der erste evangelische Gottesdienst abgehalten. Während der Reformation werden  nach dem Uracher Götzentag 1537 durch den Reformator Ambrosius Blarer zahlreiche  Kunstschätze, Seitenaltäre und Heiligenfiguren, aus der Kirche herausgerissen und verbrannt.                                                                               

  • Die Kirche erhält einen Turm

Der Kirchturm wird ca. 200 Jahre später, von 1722-24 im Stil des Barock gebaut.  Über dem Eingang sind die Wappen der Bauherren.  Rechts: das Thumb’sche Wappen mit Titel: W.L.T.V.N.B. Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg Links: E.L.H.Z.W.B. mit dem Wappen des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg.

 Die Gedenktafel, in der Mitte, bezeugt, dass sich auch Köngener Bürger am Bau des Kirchturms beteiligten.

  • In der Kirche

Im Turmeingang befindet sich die älteste Grabplatte von Albrecht Thumb von Neuburg †1465, dem zweiten Ortsherren hier in Köngen.  Von den Glocken ist die älteste und größte die Marienglocke, genannt -Sauglocke-. Gegossen 1430  in Esslingen; sie wiegt 1660 kg und hing schon im Turm der früheren Peterskirche. Der Sage nach hat man die Glocke im 30-jährigen  Krieg vergraben, um sie vor Plünderung zu bewahren. Danach bleibt sie verschollen und wird, angeblich von Schweinen, die man in den Wald zur Futtersuche trieb,  wieder gefunden;  daher der Name Sauglocke. Heute ziert sie das Köngener Wappen. Die drei weiteren  Glocken sind neu, von 1949. Die vorherigen werden sowohl im ersten als auch zweiten Weltkrieg  zur Materialbeschaffung eingezogen”. Allein die Sauglocke hat beide Kriege überstanden.

  • Kirchenschiff

  • Die gotische Holzdecke  wird  im Jahr 1612 im Stil der Renaissance ausgemalt Links neben dem  Chorbogen hängt ein Flügelaltar aus dem Jahr 1614 mit den Namensgebern der Kirche,  Petrus und Paulus. Der geöffnete Altar  zeigt Christi Geburt und die Flucht nach Ägypten. Die geschnitzten Figuren in der Mitte sind Maria mit Josef und dem Jesuskind und die  Heiligen drei Könige. Sie sind gotisch und stammen noch aus der Zeit des Kirchenbaus. Auch der Kanzeldeckel ist aus dieser Zeit. Die Kanzel selbst ist neu. Die Relieftafeln stellen Themen der Barmherzigkeit dar:    Fürsorge an Gefangenen, Kranken, Hungernden,   Frierenden und Fremden. Damit soll angeregt werden, dass den Worten von der Kanzel auch Taten folgen sollen.

  • Rechts neben der Kanzel sind zwei Grabplatten: links Hans Konrad Thumb †1555 ( der 2. Erbmarschall unter dem Kaiser). Daneben sein Bruder Hans Friedrich Thumb †1551. Hans Friedrich führt in Köngen, unter Mitwirkung von Ambrosius Blarer, im Jahr 1531 die Reformation ein, übrigens drei Jahre früher als in Württemberg. (von ihm stammen in direkter Linie die heutigen Barone Thumb von Neuburg ab).

  • Rechts von den Grabplatten stehen Statuen der vier Evangelisten mit ihren “Symbolen: Matthäus mit dem Verkündigungsengel, Marcus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier und Johannes mit dem Adler. Sie wurden 1878 in Schwäbisch Gmünd angefertigt und sind seit 1982 in der Kirche, sind also  nicht so alt, wie man vermuten könnte. Vom Taufstein stammt der Fuß noch aus der früheren Kirche mit dem Meisterzeichen  LVX V. RICTWILER von  1460 - 1465.

  • Chor

  • Im Turmeingang befindet sich die älteste Grabplatte von Albrecht Thumb von Neuburg †1465, dem zweiten Ortsherren hier in Köngen.  Von den Glocken ist die älteste und größte die Marienglocke, genannt -Sauglocke-, gegossen 1430  in Esslingen; sie wiegt 1660 kg und hing schon im Turm der früheren Peterskirche. Der Sage nach hat man die Glocke im 30-jährigen  Krieg vergraben, um sie vor Plünderung zu bewahren. Danach bleibt sie verschollen und wird, angeblich von Schweinen, die man in den Wald zur Futtersuche trieb,  wieder gefunden;  daher der Name Sauglocke. Heute ziert sie das Köngener Wappen. Die drei weiteren  Glocken sind neu, von 1949. Die vorherigen werden sowohl im ersten als auch zweiten Weltkrieg  zur Materialbeschaffung eingezogen”. Allein die Sauglocke hat beide Kriege überstanden.

  • Die zwei Schächer der Kreuzigungsgruppe  sind ca. 500 Jahre alt, Jesus ist eine Ergänzung aus dem 20. Jahrhundert. Das ursprüngliche Kreuz steht heute im Landesmuseum. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kreuzigungsgruppe aus der Kirche herausgenommen und im Kirchturm eingelagert. Man wollte sie wohl vor der Säkularisation, während der Besetzung durch Napoleon, als Klöster aufgelöst und geplündert  wurden, schützen. Dafür wurde ein einfaches Kruzifix am Altar angebracht, das sich heute noch in der Sakristei befindet.

  • Erst im 20. Jahrhundert hat man die Kreuze wieder entdeckt. Passend zu den zwei Schächern wird „Jesus am Kreuz“ neu angefertigt und 1965 die vollständige Gruppe am  ursprünglichen Platz wieder aufgestellt. Links im Chor ist ein Renaissance- Monument von Albrecht Thumb * 1554  aus dem Jahr 1613 mit dem Thema: aus dem 1. Brief von Paulus an die Korinther 13 Vers 13:  SPES – CARITAS - FIDES “Nun aber bleiben Glaube Hoffnung Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

  • Von dem Sakramentshäuschen oder auch Totenlaterne sind die Bedeutung und das Alter nicht geklärt. Es stand wohl schon in der früheren Peterskirche. Im Chor sind weitere  Grabplatten; so auch die von Wilhelm Ludwig Thumb 1745, dem letzten Ortsherren Köngens, der 1739 auch noch die zweite Hälfte Köngens  an das Haus Württemberg verkauft.

  •  Seit ca. 1650 gibt es  eine Orgel auf der Empore.  Die heutige - die vierte - Orgel steht seit 1994 im Chor. Die Chorfenster sind von 1959. Sie zeigen: in der Mitte die Wiederkunft Christi mit dem Jüngsten Gericht und das Abendmahl. Die seitlichen Fenster zeigen Szenen aus Leben und Wirken Christi.

  • Einmalig ist das Sternen- oder Spinnengewölbe. 100 Jahre, nach Fertigstellung des Chors, wird es im Jahr 1612 im Stil der Renaissance ausgemalt. Die Schlusssteine zeigen:

 
  • Das Wappen des Klosters Denkendorf im Nachbarort, mit dem  Doppelkreuz, der Ritter vom Heiligen Grab in Jerusalem das als Nachbildung in der Krypta dort steht. Denkendorf hat bis 1852 die kirchlichen Rechte in Köngen. 

  • Das Wappen von Konrad Thumb von Neuburg, dem Ortsherren in den Farben schwarz/gold, und den gekreuzten Schwertern, dem Titel Erbmarschall, der ihm 1507 von Kaiser Maximilian verliehen wurde, sowie die 2 Schwanenhälse als Wappenzier.

  • Die Schutzpatrone der Kirche Petrus und Paulus.

  • Die Mutter Gottes, Maria  und quasi in letzter Instanz

  • Jesus Christus.

  • Die vier Stützen der Chorbögen zeigen die Wappen  der Kirchenherren: die drei Brüder Thumb von Neuburg. Adam, Konrad und Albrecht, (dem Probst zu Ellwangen), und des Klosters Denkendorf

  • Unter dem Chor ist wohl noch die Grablege der Thumbs von Neuburg. Sie wurde wohl 1806 , während der Säkularisation, zugemauert. Hier war auch Hans v. Hutten, der Stallmeister bei Herzog Ulrich, nachdem er ihn auf der Jagd im Schönbuch ermordet hat, mehrere  Jahre beigesetzt.

  •      Pfarrer in Köngen

 

Über der Tür zur Sakristei ist eine Tafel mit den Namen  aller Köngener Pfarrer, u. a. beginnend mit - Konrad Gwinngut, dem ersten evangelischen  Pfarrer, - dem wohl bekanntesten Daniel Pfisterer. Daniel  Pfisterer (1699-1728) beschreibt in einem einmaligen Buch „Barockes Welttheater“ mit Bildern das Leben der Menschen, die Pflanzen- und Tierwelt und die Bauwerke in Köngen. Vom ihm kennen wir u. a. auch wie die Kirche damals – mit und ohne Turm - ausgesehen hat. (Dieses Buch kann als Faksimile-Druck  beim Geschichts-und Kulturverein Köngen erworben werden). - Nathaniel Gottlieb Renz, zu dessen Zeit im Jahr 1827  der schwäbischer Dichter Eduard Mörike hier im Pfarrhaus für ein halbes Jahr Vikar ist. Hier entstehen seine, wohl schönsten,  Gedichte: “Septembermorgen und “Um Mitternacht - Eugen Stöffler, der während der Nazi-Herrschaft viele  Menschen vor der Verhaftung bewahrte, - und Walter Christoph Schüz, von 1947–1964. Er hat die Kirche wesentlich umgestaltet. Während seiner Zeit werden die Chorfenster und die Kanzel eingebaut, die Kreuzigungsgruppe wieder an ihrem alten Platz aufgestellt, die vier neuen Glocken wieder im Turm aufgehängt  und die zwei Grabplatten rechts  der Kanzel eingemauert  (sie waren vorher im Boden eingelassen).

  • Sakristei

In der Sakristei ist ein ähnliches Gewölbe wie im Chor.  Die Schlusssteine zeigen wieder Wappen des Klosters Denkendorf, der Thumbs, u.a. das des Ellwanger Probst‘ Albrecht, dem  Bruder von Konrad, dem 1. Erbmarschall; in seinem Wappen St. Vitus , Sankt Veit (im Häfele), der das Martyrium erleiden musste, in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen zu werden.


Pfarrhaus



Pfarrhaus                                      Foto: Detlef Rothfuß

Pfarrhaus der Peter- und Paulskirche in Köngen  um 1800, 

Das neue Pfarrhaus wird im Jahr 1844 gebaut.

Vorher stand hier das im Jahr 1612 vom schwäbischen Baumeister Heinrich Schickhardt erbaute Pfarrhaus, das 1842 abgerissen wurde.

 

erbaut im Jahr 1612 von Heinrich Schickhardt.

 da hab ich anno 1612 die pfarbehausung auch von grund auff new erbaut.“  schreibt Schickhardt in seinem Inventar

 
 

Römerkastell

  • Geschichtliches

 

Erbaut wird das Kastell, zunächst aus Holz, zwischen 90 und 100 n. Chr. -unter Kaiser Domitian (81- 96 n. Chr.- , entlang des Limes‘, der von der Wetterau in Hessen,  entlang des Neckars, über Walheim, Cannstatt , Köngen (Grinario) auf die Alb führt.  Dieser Limes war keine Mauer, sondern teilweise  eine Straße oder auch nur ein durch Gräben markierter Grenzverlauf.

 

Unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) und Hadrian (117-138) wird  120 n. Chr. das Kastell aus  Stein für ca. 500 Soldaten ausgebaut.

 

Hier endet der Neckarlimes. Der weitere Verlauf, zur Schwäbischen Alb hin, ist nicht nachweisbar. Erst unterhalb der Teck weist die Sibyllenspur wieder  auf den Verlauf des Limes.

 

Das Kastell dient zur Sicherung des Neckarüberganges an der Fernstraße von  Mainz nach Augsburg. Rom hat über ganz Europa ein Straßennetz  gebaut und kann es so über Jahrhunderte beherrschen.

 

Römerpark                                                          Foto:Detlef Rothfuß

                                 

Verlauf des Limes, genannt Sibyllenspur, von der Teck gesehen

Foto: Landesamt für Denkmalpflege

                                                                                                

 
  • Weltkulturerbe  Limes

 

Zwischen 150 und 160 n. Chr. verlegen die Römer die Grenzen ihres Reichs nach Osten, wo dann der Obergermanisch-Raetische  Limes -ein UNESCO Weltkulturerbe – errichtet wird. Dieser verläuft in unserer Region von Welzheim über Lorch, Schwäbisch Gmünd bis Aalen.

Das Köngener Kastell verliert danach seine strategische  Bedeutung. Um das Kastell entwickelt sich aber das Dorf, der – VICUS Grinario -.

Das Kastell wird aufgegeben und zum Teil mit Häusern überbaut.

 

  • Unrühmliches Ende des Römischen Reiches

Im Jahr 233 n.Chr. fallen  Alamannen in der Wetterau  ein (die Wetter ist Hessen, nordöstlich von Frankfurt); hier gibt  es  zunächst  keine kriegerischen  Handlungen. Im Jahr 1967 wird hier ein  größerer Münzschatz  gefunden. Darin ist die letzte, die Schlussmünze, aus dem Jahr 248, von Otacilia, der Gemahlin des Kaiser Philippus I.

(In einem 2018 erschienen  Buch „Der Römische Münzfund von Köngen“  sind diese Münzen, ihre Zeit und die Fundumstände abgebildet und beschrieben . Das Buch kann beim Geschichts- und Kulturverein erworben werden.)

Nach 253 zieht Kaiser Valerian 253-260 n.Chr. seine Truppen vom Limes ab. Sie werden an der unteren Donau gegen die Goten und in Kleinasien gegen die Sassaniden (Perser) benötigt. In Kleinasien  gerät Valerian auch in Gefangenschaft und kommt daraus nie wieder frei. Darauf fallen im Jahr 254 n. Chr. die Alamannen an mehreren Stellen über den Limes ins Römische Reich ein. Weitere Münzfunde bezeugen, dass sich  um 260  n. Chr.  die Römer unter Kaiser Gallienus (der Sohn des Valerian) über den Rhein nach Gallien zurückziehen

 Nach 274 n. Chr. sind  die Römer hier vollständig abgezogen.

Dies zeigt auch eine Steintafel, die Kaiser Galienus  (253-268 n. Chr.), noch als Unbesiegbaren über die Germanen bezeichnet. Sie wurde aber nicht mehr fertig gestellt.                                   Da

In der Folge fallen nach 254 n. Chr. die Alamannen an mehreren Stellen über den Limes ins Römische Reich ein.

Die späteste römische Inschrift  die aus Württemberg  überliefert ist , wurde in Herbrechtingen-Hausen ob Lohnetal gefunden. Es ist eine unvollendete Steintafel, zu Ehren des

 Kaisers  Gallienus (253-268 n. Chr.), die ihn noch als Unbesiegbaren über die Germanen würdigt.

 

Unvollendete Steintafel     Foto: Detlef Rothfuß

Die Jahre zwischen 244 und 260 n. Chr. gehören zur dunkelsten und chaotischsten der römischen Geschichte. In dieser Zeit regieren nicht weniger als 16 Kaiser, von denen keiner eines natürlichen Todes starb.

Das Kastell wird aufgegeben und dient nun  als  wertvolle „Quelle“ zum Bau neuer Häuser.                                                                                             

 Immerhin leben Römer und einheimische Bevölkerung fast 200 Jahre im Dorf Grinario wohl friedlich miteinander und trieben Handel.

 

                                                                                    

 
  • Rundgang durch das Kastell

 

Das Kastell hat eine Größe von 160 Meter auf 151 Meter. Es gehört zu den wenigen ehemaligen Kastellen im süddeutschen Raum, das in seiner ursprünglichen Größe noch nicht überbaut wurde. In der Mitte des Kastells ist das Stabsgebäude (Prinzipia), der Sitz des Kommandanten und seiner Wache. Daneben, in Richtung Kastellturm, ist das Badehaus. Die Römer haben eine hohe Badekultur. Ihre Bäder haben schon Fußbodenheizungen „Hypokaustum“.  Auch für die Soldaten und die Pferde gibt es Unterkünfte.  

  • Grabsteine – Weihesteine - Altäre

 

Auf dem Gelände stehen zahlreiche  Grabsteine,

Weihesteine, -Reliefs - und Altäre-  für verschiedene Götter:

Merkur für Händler, Apoll bei Krankheiten Minerva  für Handwerker, Epona für Reisende. Diese werden z. B. als Dank für ein gut verlaufenes Geschäft, für eine glückliche Heimkehr von einer Reise oder für eine überstandene Krankheit gestiftet.

 

 Die Weihesteine sind vergleichbar mit Kruzifixen, Marien- und Heiligenstatuen oder Martel, wie wir sie heute noch in vorwiegend  katholischen Gegenden finden. Insgesamt wurden in Köngen 16 Relikte verschiedener Gottheiten gefunden.

Vor dem 1911 wieder aufgebauten Kastellturm steht eine Jupitergigantensäule - eine Kopie aus der Römersiedlung Walheim (nördlich von Ludwigsburg) -  zu Ehren  der vier Gottheiten  Juno, Herkules, Minerva und Merkur.

 

Vor dem ehemaligen Tor nach Südwesten  steht ein Meilenstein,  aus dem Jahr 129 n. Chr., unter Kaiser Hadrian, aufgestellt.

 

Auf einem Luftbild aus den 1950er Jahren, als die Region noch nicht bebaut war, ist der Straßenverlauf noch sichtbar. 

Meilenstein nach Rottenburg        Foto: Dieter Fischer     

Der Meilenstein weist den Weg zum  nächsten Kastell Rottenburg  - Sumelocenna -

  mit  29 000 Doppelschritten  = 42,9 km

 

Verlauf der Römerstraße nach Sumelocenna (Rottenburg)

 

Bauinschrift mit Namen des VICI GRINAR, gefunden 1900

                                             Foto: Römermuseum

 

 

Foto: Römermuseum

 

Im Graben beim rekonstruierten  Kastellturm wurde der Sockel einer sogenannten  Jupitergigantensäule  gefunden. Sie ist den Göttern Viktoria, Diana und Apoll gewidmet und steht  heute im Kastellmuseum.

Im Römermuseum sind noch weitere Fundstücke aus Köngen und römischen Ausgrabungsstätten der Umgebung und auch der Köngener Münzschatz, ebenso eine hier gefundene Büste des Kaiser Commodus (180 - 192 n. Chr.).

 

Dank einer hier gefundenen  Bauinschrift „VICUS GRINARIAE“ gehört Köngen zu den  wenigen Orten in Südwestdeutschland, von der sich sein römischer Name

VICI GRINAR

erhalten hat.


Ehemaliges Gasthaus zur Linde

                                             Ehemaliges Gasthaus zur Linde       Foto; Detlef Rothfuß

   Gasthaus zur Linde um 1910


Zehntscheuer

  • Geschichtliches

Erbaut im Jahr 1722 vom evangelischen Kloster Denkendorf, das seit 1385 die kirchlichen Rechte in Köngen innehatte. Hier  wird der Große Zehnt gelagert, also die Abgabe aus der Getreideernte. Der Große Zehnt dient dem Bau und Unterhalt der kirchlichen Gebäude.

Der Kleine Zehnt ist das Einkommen des Pfarrers und des Lehrers.

Das ist die Abgabe vom Obst- und Gemüseanbau, später auch aus der Kartoffelernte.

   Zehntscheuer                                            Foto Dieter Fischer
  • Zehntscheuer in Privatbesitz

 

Bis 6. März 1852 hat die Kirche das Zehntrecht in Köngen. 

Danach geht die Zehntscheuer in Privatbesitz und wird

von bis zu 16 Bauern, sogar als Schafstall, genutzt.

 

  • Neue Nutzung der Zehntscheuer

 

Anfang der 1980er-Jahre hat die Gemeinde das baufällige Gebäude von zuletzt drei Besitzern erworben  und so vor dem bereits genehmigten Abriss bewahrt. Am 9. September 1988 wird die neue Zehntscheuer eingeweiht.

Heute beherbergt sie eine Festhalle für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen, einen Sitzungssaal des Gemeinderats, die Ortsbücherei und eine Begegnungsstätte, wo derzeit auch noch unser Geschichts- u. Kulturverein seine Vorstandssitzungen abhält.

Zehntscheuer um 1980

 


Ehemaliges Gasthaus zum Adler

Ehemaliges Gasthaus zum Adler     Foto: Dieter Fischer

Gasthaus zum Adler um 1910


Gasthaus zum Ochsen

                                  Gasthaus zum Ochsen                        Foto: Dieter Fischer Gasthaus zum Ochsen um 1910      Foto Michael Schweizer

Schloss

  • Älteste Erwähnung von Köngen und einer Burg

 

Es ist das älteste Gebäude in Köngen. Es gibt noch Mauerreste

aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch die erste urkundliche Erwähnung Köngens im Jahr 1075. Ein Odalscalch de Chuningin bezeugt in einer Urkunde von König Heinrich IV. (der spätere Kaiser Heinrich IV.; er machte den Gang nach Canossa), dem Abt Wilhelm vom Kloster Hirsau,seine Rechte gegenüber seinem weltlichen Schirmherren, dem Grafen Adalbert von Calw. Dieser Domus Odalscalch de Chuningen, ein Ortsadeliger, ist wohl auch Burgherr in "Chuningin" - so hieß damals Köngen - gewesen.

          

                                  Schloss Köngen                             Foto: Dieter Fischer

Hirsauer Urkunde von 1075

– Name des Domus Odalscalch de Chuningin -  untere Zeile, links 

Schloss Köngen um 1800
Aquarell von Dietrich Müller  nach Plänen von 1792
 
 

Hirsauer Urkunde von 1075 – Ausschnitt

Name des Köngener Ortsherren: - Domus Odalscalch de Chuningin -

 

  • Verkauf Köngens an die Reichsritter  Thumb von Neuburg

Seit dem Jahr 1336 wissen wir wieder von Köngen. Graf Albrecht von Aichelberg erwirbt Köngen, von den Grafen von Hohenberg, einer Nebenlinie der Zollern. 1382 heiratet seine Tochter Anna von Aichelberg den Reichsritter Hans Thumb von Neuburg aus Graubünden, Schweiz, und bringt Köngen mit Ackerland und Gehölz, als Mitgift  in die Ehe. Sie bauen sich hier 1392 einen Wohnsitz, der 1398 in eine vierflügelige Burg mit Wassergraben und Ecktürmen ausgebaut wird.

Über mehrere Jahrhunderte  sind die Thumbs Ortsherren in Köngen

  • Konrad Thumb von Neuburg als Ortsherr von Köngen

 

100 Jahre danach ist Konrad Thumb Ortsherr in Köngen. 1507 ernennt ihn Kaiser Maximilian zum Erbmarschall. Diesen Titel führen die Thumbs auch künftig in ihrem Wappen als „zwei gekreuzte Schwerter“. Konrad ist in Diensten der württembergischen Fürsten, so auch bei Herzog Ulrich. Seine Tochter Ursula heiratet  Herzog Ulrichs Stallmeister, Hans von Hutten. Herzog Ulrich, verheiratet mit Sabine von Bayern, begehrt  jedoch  Ursula. Dies führt zum Zerwürfnis zwischen Herzog Ulrich und Hans von Hutten, wonach Ulrich auf der Jagd im Schönbuch Hans ermordet.

 

  •  Kriegerische Wirren im 16. Jh.

 

Durch den Aufstand des „Armen Konrad“, den ständigen Auseinandersetzungen Herzog Ulrichs mit dem Städtebund und den Bauernkriegen gerät auch die Burg  sehr in Mitleidenschaft. In der Folge wird daher die Burg in ein Schloss im Stil der Renaissance umgebaut. 1538 wird der Rittersaal eingerichtet.

1557 entsteht das Nordportal, mit dem Thumb’schen Wappen, das  heute der Haupteingang ist; Auch Heinrich Schickhardt, unser Schwäbischer „ Leonardo da Vinci“ soll am Schloss mitgewirkt haben.

 

  • Wirren des 30-Jährigen Krieges

 

Im Jahr 1634, als der 30-jährige Krieg hier seinen Höhepunkt erreicht, ziehen nach der, -für die evangelische  Seite-, verlorenen Schlacht bei Nördlingen kaiserliche Truppen durch Köngen  und ermorden ein Drittel der Bevölkerung, die im Schloss Schutz gesucht haben.

   

Ältester Plan vom Schloss aus dem Jahr 1792

  • Das Schloss geht in private Hände
 

Der württembergische Staatsminister und Präsident der Abgeordnetenkammer (heute der Landtag) Dr. Jakob Friedrich Weishaar erwirbt 1825 das  Schloss in sehr herunter gekommenem Zustand. Sein befreundeter Baumeister Professor Carl Marcell Heigelin - Direktor der Gewerbeschule Stuttgart- lässt zwei Flügel abreißen und die verbleibenden zwei Flügel im Stil des Empire (Biedermeier) umbauen. So entsteht u.a. der Weiße Saal mit Bildern der Apfelernte und Weinkelter des Malers F. W. Heigelin, dem Bruder des Baumeisters?

 

                                                    Wandbilder Apfelernte und der Weinkelter im „Weißen Saal“ von F.W.Heigelin

 

Der Wassergraben wird zugeschüttet und ein Schlossgarten mit exotischen Bäumen und einem Karpfenteich angelegt. Das Schloss selbst erlebt aber nur eine kurze Blüte 1834 stirbt  Jakob Friedrich Weishaar. Sein jüngster Sohn Dr. Otto Weishaar übernimmt 19jährig die Leitung. Er heiratet 1873 die Lindenwirtstochter Berta Gunzenhauser.  Otto stirbt jedoch schon 1876 mit nur 50 Jahren. Das Schloss wird, mit einer Schuldenlast von 80 000,- Mark, weiter geführt.

  • Klöppelschule im Schloss

 

In den 1880er Jahren stellt man eine Klöppellehrerin ein. Spitzenklöppeln findet schnell Verbreitung im Ort und wird für viele ein Nebenerwerb.

 

  • Atelier für Maler

 

In den Jahren 1894 bis 1903 lassen sich die Maler Pieter Peters, Christian Mali und Anton Braith jeweils  im Sommer mehrere Wochen im Schloss  nieder. Das Braith-Mali-Museum in Biberach zeigt auch Bilder dieser Künstler.

  • Jugendherberge, "Bund der Köngener"

1920 wird im Schloss eine Jugendherberge eingerichtet. Im gleichen Jahr findet sich hier auch der christlich orientierte „Bund der Köngener  zusammen.     

 

                                  Schloss Köngen          Aquarell von Pieter Peters von 1905

 

  • Differenzen zwischen dem Schlossherren und Dorfbewohnern

 

Ab Ende den 1920er-Jahren gibt es wiederholt  Differenzen zwischen den Schlossherren und den Dorfbewohnern. Der Ruf nach Enteignung kommt auf. In dem Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters im Jahr 1930 wird  mit dem Slogan geworben: Wählt Bauer dann fällt die Schlossmauer”        

 

 

Das damalige Reichserbhofgesetz bewahrt das Schlossgut aber vor der Aufteilung, unter der Bedingung, dass die Besitzer bauernfähig“ sein, müssen. So geht das Schlossgut,

in der Erbfolge, an den letzten Besitzer.

                                 Wahlkampf 1930                      Foto: Michael Schweizer

Während des 2. Weltkriegs finden ausgebombte Familien aus Stuttgart

und nach dem Krieg heimatvertriebene Familien im Schloss eine Unterkunft. Bis 1956 ist  das Schloss auch Wohnung der bürgerlichen Besitzer. In den 50er Jahren darf die Eichenkreuz- Sportgruppe des CVJM - den Rittersaal als Sporthalle nutzen. Der Kirchenchor trifft  sich im Weißen Saal. Schließlich wohnen aber nur noch sozial schwache Familien im Schloss bis 1992 die Gemeinde Köngen das Schloss, in fast verfallenem Zustand, als Rettungskauf erwirbt.

 

Im Jahr 1994 wird der Köngener Geschichts- und Kulturverein Köngen e. V.

gegründet, der sich anfänglich zur Aufgabe stellt, sich für die Renovierung des Schlosses  einzusetzen. 1995 beginnt man mit der Renovierung des Schlosses. Im September 2007 wird das renovierte Schloss eingeweiht.

 

Heute sind etwa zwei Drittel der Räume vermietet. Der Rittersaal, die Schlosskapelle und der Gewölbekeller stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung und können privat gemietet werden.

 

Schloss Köngen - vor der Renovierung 1990  Foto: Dieter Fischer

  • Innenhof - Treppenhaus

 

Der ursprüngliche Innenhof des vierflügligen Schlosses ist noch auf dem Boden mit Steinen  markiert. 

 

Im Treppenhaus  rechts oben ist das  älteste Fenster von 1539 erhalten.

An einer Stütze im 1. Stock ist ein Bild mit Brezel, Backwerkzeugen und der Jahreszahl 1673.  

 

Also vor über 300 Jahren gibt es hier schon die Brezel.

 

 

                                       Backwerkzeuge von 1673  Foto: Detlef Rothfuß

 

   
  • Rittersaal

 

Der bedeutendste, schönste und prächtigste  Raum im Schloss. Er entsteht  1539, während dem Umbau der Burg in ein Renaissanceschloss. Rittersaal wird er genannt, weil das Adelsgeschlecht der Thumbs freie Reichsritter sind.   

Abgebildet sind jedoch Kaiser und Könige Diese entstehen, noch im gotischen Stil, beim Ausbau des Saals. Die Medaillons werden 1596 im Stil der Renaissance gemalt. Das zeigt die Jahreszahl über der Eingangstüre.

 

Rittersaal mit seinen Kaiserbildern   Foto: Detlef Rothfuß

 

Beginnend rechts vom Kachelofen sind dargestellt:

1. Theodosius I. der Große 379 – 395 n. Chr. Der letzte Kaiser eines gesamtrömischen Reiches. Auf dem 2. ökumenischen Konzil 381 in Konstantinopel erklärt er das Christentum zur Staatsreligion.

2. Karl der Große  768 – 814.  Ein Karolinger   Er gründet das "Heilige Römische Reich" und eint ein Gebiet, das ungefähr Mitteleuropa entspricht - vom Atlantik an die Elbe und bis Oberitalien. Auch bekehrt - oder besser er zwingt - die Sachsen zum Christentum, wobei viel „Blut fließt“. Rechts von der Türe im Stil der Renaissance folgt:

3. Otto der Große  936 – 973. Ein Liudolfinger. Der erste bedeutende Deutsche Kaiser. Er verteidigt die Ostgrenze des Reiches gegen die ständig einfallenden Ungarn, bis er sie bei der Schlacht auf dem  Lechfeld, im Jahr 951, besiegt und an der unteren Donau ansiedelt, wo sie heute noch sind.

4. Heinrich III. “NIGER”  1028 –1056. Ein Salier,  nicht so bekannt. Seinen  Beinamen  NIGER erhält er wegen seines schwarzen Haares

und seinem dunklen Teint. Er erobert Böhmen. Er ist von tiefer Frömmigkeit.In Rom setzt er drei untereinander  rivalisierende  Päpste ab

und setzt dafür Suitgar, den Bischof von Bamberg, als Clemens II. auf den Papstthron, der ihm tags darauf die Kaiserkrone aufsetzt.  Das Verhältnis zwischen Kaiser und Papst ist zu keiner Zeit besser.

5. Friedrich Barbarossa  1152 – 1190. Ein Staufer. Er entzweit sich wieder mit dem Papst, obwohl er im Alter von 67 Jahren noch einen Kreuzzug führt, auf dem er in Kleinasien  beim Bad ertrinkt.Nach dem Interregnum – der kaiserlosen Zeit – wählen die deutschen Fürsten

6. Rudolph I von Habsburg zum König. 1273 – 1291. Er gründet  eine Dynastie, die Deutschland bis 1806 regiert.  

                                                                 

 

Auf der Nordseite des Saals steht die Inschrift: CAROLUS V,   Karl V.   mit dem Wahlspruch der Habsburger “NON PLUS ULTRA” “ Immer weiter und darüber hinaus. In seiner Zeit wird der Rittersaal gebaut; Seine Bild fehlt leider.

 

Aus jedem Herrschergeschlecht, das unser Land regierte, ist ein bedeutender Kaiser oder König  abgebildet: Alle, auch Theodosius, haben für die Verbreitung und den Schutz des Christentums gekämpft.

 

An der Fensterwand nach Osten entdeckt man, bei der Renovierung  des Rittersaals, Wandmalereien im Stil des Barocks. Dargestellt sind: über den Halbsäulen Julius Caesar mit den Gründern Roms, Romulus und Remus, Alexander der Große mit Hercules und der Perserkönig Cyrus II. -oder Kyros-  mit seiner Gegnerin, der Königin Tamiris. Sie sitzt auf ihrem Thron und hält das abgeschlagene Haupt des Cyrus in der Hand. 

Tamiris, Königin der Massageten, einem Land zwischen Kaspischen Meer und dem Aralsee , wird von König Cyrus überfallen. Er gerät in Gefangenschaft und wird enthauptet.  Sein Haupt wird der Königin als Trophäe überbracht.

 

An der Fensterwand nach Süden ist der römische Kaiser Konstantin der Große 306 – 337 n. Chr. dargestellt.  Er eint das Römische Reich noch einmal. Als erster römischer Kaiser duldet  er neben dem Sonnengott Sol auch das Christentum.  

 

Links vom Kachelofen ist der Zeitgenosse und Gegner Kaiser Karls V., der Herrscher des Osmanenreichs, Sultan Süleyman I., der Prächtige  („SOLIMANUS“) - 1520 – 1566, mit Turban und prächtigem Kaftan in einem Gesamtportrait dargestellt. Er belagert 1529  die Stadt Wien, wird aber  zurückgeschlagen.

 

Der Kachelofen ist im damaligen Stil nachgebildet,. Er ist eine Spende des Geschichts- und Kulturvereins.  

 

Alle Fenster sind 300 Jahre alt, mundgeblasen und noch weitgehend erhalten.

 Auf der Nordseite ist eine zugemauerte Türe. Diese  führte zu einem der ehemaligen Türme um das Schloss 

 

Auf der südlichen Wand ist gleichfalls eine zugemauerte Türe.

Sie führte zum ehemaligen Südflügel des Schlosses. Darauf steht handschriftlich der lateinische Spruch des Köngener Pfarrers Daniel Pfisterer (1698 - 1729).

Übersetzt lautet der Spruch:

„Dieses Schloss wird so lange stehen

 bis die Ameise die Fluten des Ozeans leergetrunken

und die Schildkröte den Erdkreis umrundet hat“.

 

 

Der Rittersaal war zuletzt Vorratskammer der Schlossbewohner und auch Spielzimmer der Kinder. Heute finden hier Konzerte,  Empfänge, Trauungen etc. statt. Er kann aber auch privat gemietet werden.

Schloss Köngen um 1780 mit Hofgebäude und Zehntscheuer nach Plänen von 1792 

                                                                                      Aquarell von Dietrich Müller

 

  • Weitere Räume

 

Die Schlosskapelle ist der größte Raum im Schloss. Von  einer Kapelle ist nichts mehr erhalten. Nur etwas erhöht erkennt man einen Balken und einen Türdurchbruch. Hier war wohl die Loge für den  Ortsherren während der Andacht. Man hat bewusst die teilweise unverputzten Wände belassen um die Ausstattung im 16. Jahrhundert zu zeigen. Monatlich finden heute hier Jazzkonzerte statt, Der Raum kann auch für private Feiern gemietet werden.

 

Der Gewölbekeller entsteht um 1580 durch Tiefergraben und nachträglichem Einbau des Gewölbes. Dieses,  bautechnisch sehr  schwierige,  Werk hat wohl Heinrich Schickhardt geleistet.

 

Der Weiße Saal  ist heute Büroraum, mit den  fünf  wunderschönen  Wandbildern mit Szenen der Apfelernte und Weinkelter von 1825, im Stil des Biedermeiers. Er kann leider nicht besichtigt werden.


Alte Vogtei


Alte Vogtei                                                     Foto: Dieter Grießhaber

Alte Vogtei vor der Renovierung um 1960  Foto Hans Dietl
 

Das älteste Gebäude in Köngen, das seit ihrem Bau im Jahr 1458 unverändert ist. Jahrringuntersuchungen an den Balken zeigen, dass sie zwischen 1452 und 1455 geschlagen wurden. Eine Vogtei ist Amtsstube und Wohnung des Vogts, der im Dienst der  Ortsherren,  der Thumbs von Neuburg, ist. Er überwacht die Abgaben an den Ortsherren, hat die Exekutive, die polizeiliche Macht, und sogar die hohe Gerichtsbarkeit im Dienst des Ortsherren.  

Ab 1739, als Köngen an das Haus Württemberg geht,  zieht der Vogt - ab 1760 Amtmann genannt - ins Schloss und verwaltet dort die herzogliche Kammerschreiberei  - heute Hofkammer -. 1808 wird das Gebäude, nun “Alte Vogtei” genannt, an private Eigentümer verkauft. Danach wird  das Gebäude bis in die 1980er Jahre als Wohnhaus genutzt.

1983 wird die Alte Vogtei von einem Mitbürger und Mäzen gekauft und originalgetreu restauriert.  

Soweit möglich sind auch die alten Balken wieder eingebaut. Heute wird das Gebäude als Gaststätte genutzt .


Rathaus


   Rathaus Köngen                                                    Foto: Dieter Fischer

Rathaus Köngen um 1900

Seit dem 16.Jh. gibt es in Köngen einen Schultheißen; er verordnet  Statuten, wann z.B. abends die Gänse herein getrieben werden müssen  und hat die niedrige Gerichtsbarkeit inne. Sein Amt übt er bis Ende des 18. Jahrhunderts. von seinem Haus oder Hof aus.

Das Rathaus  wird wohl um 1760 errichtet. Erwähnt ist, dass 1789 ein Glockentürmchen aufgesetzt wird. Seitdem ist es auch Amtsstube des Schultheißen.

Bis  etwa 1930 wird  der Bürgermeister Schultheiß genannt.  In der Beschreibung des Oberamts Esslingens  aus dem  Jahr 1845 heißt es:  “Alt und unansehnlich ist das Rathaus”.    

1956 wird das Rathaus aufwändig umgebaut. Dabei entsteht auch die Freitreppe. Das Rathaus erhält sein heutiges Aussehen.                                                                                                            

Der Platz vor dem Rathaus, heißt heute Stöfflerplatz. Im Jahr 2001 wird er  umbenannt. Damit ehrt die Gemeinde den Köngener Pfarrer Eugen Stöffler und seine Frau Johanna, die von 1927 bis 1947 - also auch während der Naziherrschaft -  in Köngen wirken. Sie haben, unter Lebensgefahr, zahlreiche verfolgte jüdische und andersdenkende Familien zeitweise bei sich untergebracht  und zur Flucht verholfen. Ihre Namen sind auch in der Gedenkstätte  YAD VASHEM in Jerusalem  als “Gerechte unter den Völkern” genannt.

Die Bronzestatue stellt den “Rossbändiger” dar. Das starke Pferd, vom Menschen gezügelt, soll ihm dienstbar sein.  Geschaffen hat es der schwäbische Bildhauer Fritz Nuß.  Sein Sohn Hans Ulrich lebt und arbeitet heute als Bildhauer in Strümpfelbach im Remstal.


Freihaus

 Freihaus                                                   Foto Detlef Rothfuß 

Freihaus im Jahr 1908                   Foto: Michael Müller

Es wird 1361 vom Esslinger Klarissinnenkloster  in der Obertorstraße - heute ein Seniorenheim - mit Acker- und Weideland und Gehölz erworben.       

 Von diesem Anwesen steht heute noch das “Freihaus”.  Der Hof erhält 1401 von der Ortsherrin Anna von Aichelberg  und dem Grafen Eberhard III. dem Milden, von Württemberg  die “Vogtfreiheit”.      

Freihaus oder Freihof besagt, dass sein Besitzer von Abgaben und Diensten  befreit ist.  Im Zuge der Reformation wird der Klarissinnenorden  1536 enteignet   und geht an das Esslinger Katharinenhospital  Heute ist auf diesem Gebiet der  Esslinger Marktplatz. Der Hof in Köngen geht danach in Privatbesitz.

                                 .                 
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) sind sowohl Ortsherrschaft als auch Bewohner Köngens verarmt. Der Ortsherr Ludwig Thumb von Neuburg schenkt daher 1665 seiner Tochter Johanna Friederike den Freihof  “ins Kindbett”,  um ihr ein Auskommen zu sichern.    

Im Jahr 1999 wird das Gebäude aufwändig renoviert und in Eigentumswohnungen aufgeteilt.  Der Hof hinter dem Freihaus, heute mit modernen Häusern bebaut, heißt heute noch “Spitalhof” oder bei den Köngenern “Spittelhof”.     


"Kloster", ehemaliger Gasthof zur Traube

                                  Kloster                                          Foto: Detlef Rothfuß

Kloster um 1960                                           Foto  Hans Dietl

Das Esslinger Franziskanerkloster - es stand am Esslinger Blarerplatz  –  erwirbt 1382  in der Nähe des Köngener Schlosses –   es war damals noch eine Burg - einen Hof mit Acker- und Weideland und Gehölz.

                                                     

Im Zug der Erweiterung  der Köngener Burg in eine Wasserburg  wird  1398 der Hof hierher in die Golterstraße verlegt. Seit 1478 besitzen auch die Beginen hier in der Golterstraße, einen Hof. - Beginen sind, meist verwitwete, oft wohlhabende Frauen,  die im Mittelalter in klosterähnlichen Gemeinschaften leben und wohltätig wirken -.                                                                                     

 
Die Beginen schießen sich dann 1496 den Franziskanern an.  Im Zuge der Reformation wird der Franziskanerorden 1536 enteignet  und geht an das Esslinger Katharinenhospital.  (Das Katharinenhospital stand, wo heute der  Esslinger Marktplatz  ist.)   Das „Kloster“ geht in Privatbesitz und  wird 1562 mit Keller und Brunnen  neu errichtet.

Bis 1998 ist hier die Gastwirtschaft "Zur Traube"; die aber bis heute den Namen "Klosterhof" oder "s'Kloster" behalten hat.


Lerchenhof

Es ist der erste Aussiedlerhof Köngens.  Der Hof wird  1857 / 58  von dem Ökonom Friedrich Hermann Blum und dem Stuttgarter Rechtsanwalt Dr. Gottlob Tafel gebaut. Anfänglich wird das Anwesen auch Blumenhof genannt. Die Ländereien stellen sich aber als sehr „mager“ und steinig heraus, sodass Ackerbau hier wenig ertragreich ist und eher für  Viehwirtschaft und Obstanbau geeignet . In der Folge geht der Hof in andere Hände über und ändert dann auch seinen Namen nach der Großflur Lerchenberg in Lerchenhof.

Im Jahr 1937 erwirbt  die heutige Bauernfamilie den Hof. Zunächst  gibt es hier noch keinen elektrischen Strom. Erst 1942 erhält der Hof elektrischen Anschluss.

                                    Lerchenhof                                    Foto: Detlef Rothfuß

Ruhebank - auch Grubbank genannt

                                                                                                    Ruhe- sog. Grubbänke                                      Foto: Detlef Rothfuß


Sühnekreuze

 Sühnekreuze                                          Foto: Detlef Rothfuß

Steiniger Weg

Steinger Weg - Richtung Cannstatt           Foto: Detlef Rothfuß

Blick vom Steinigen Weg zum Schloss         FotoHans Dietl

 

Diesen Weg gibt es seit der Zeit, als die Römer von ungefähr 90 bis 260  n. Chr. in Köngen waren. Er folgt hier exakt der Römerstraße  bzw.  dem Neckarlimes, der von der Wetterau in Hessen,  entlang dem Neckar, über Walheim, Cannstatt,  Hedelfingen, Esslingen-Weil, Berkheim nach Köngen (Grinario) und weiter auf die Alb führt.  Der Limes war hier keine Mauer, sondern nur eine Straße. Damals war es ein Schotterweg mit ungefähr sechs Metern Breite. Bis  1960 ist dieser Weg mit groben Steinen gepflastert, daher auch sein Name. Fuhrwerke, die hier über Jahrhunderte verkehrten, hinterließen tiefe Spuren. Im Zuge der Flurbereinigung wird er mit einer Betondecke versehen. Als ausgebauter landwirtschaftlicher Fahrweg behält er dennoch seinen Namen “Steiniger Weg”.


Stand: 05.04.2019                             Copyright © 2019 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.                            Autor: Detlef Rothfuß

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