|



Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
|
|
|
|
|
|
|
Zurück zum Inhaltsverzeichnis Deutsche
Geschichte
weiter zur nächsten Seite
zurück zur vorangehenden Seite
|
|
|
Formierung der Fronten
Bildung von Machtblöcken und Eskalation
Konzept der friedlichen Koexistenz
Literaturangaben
|
|
|
Einführung
|
|
- Der Begriff 'Kalter Krieg'
| |
-
Der Kalte Krieg
ist eine Bezeichnung für die von 1945 bis 1991
andauernde Auseinandersetzung der beiden
Machtblöcke USA und Sowjetunion, die mit allen
Mitteln, aber unterhalb der Schwelle eines
offenen, direkten Krieges ausgetragen wurde. Der
Kampf verlief auf wirtschaftlichem, diplomatischem,
ideologischem, technologischem, kulturellem und
sportlichem Gebiet.
| |
Als Urheber des Begriffs ‚Kalter Krieg’ gilt
Herbert B. Swope. Dieser war Mitarbeiter des
Finanzfachmanns Bernard Baruch, einem Berater
der US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt und
Harry S. Truman. |
| |
|
|
| |
-
Gegensätzliche
Interessen bedingten gegenseitiges
Misstrauen
und Feindseligkeit. Zu wichtigen Bestandteilen des
Kalten Krieges entwickelten sich das
Wettrüsten
und eine
zielgerichtete Bündnispolitik
(NATO, Warschauer Pakt).
|
| |
-
Der
Ost-West-Konflikt eskalierte in
regional
begrenzten Konflikten (z. B. Berliner Blockade,
Koreakrieg, Kubakrise), dominierte jedoch die
Weltpolitik bis 1989/90.
|
|
- Die Ursachen des Kalten Krieges
| |
- Auseinandersetzung von
Weltanschauungen
| |
-
Der
ideologische Gegensatz zwischen der
Sowjetunion und den USA war nach der
Russischen Oktoberrevolution 1917 deutlich
hervorgetreten.
|
| |
- Aus
westlicher Sicht
machte man zunächst für die Entstehung und
weitere Entwicklung des Kalten Krieges die
marxistisch-leninistische Ideologie der
Sowjetunion (klassenlose kommunistische
Gesellschaft, Diktatur des Proletariats,
Verstaatlichung der Produktionsmittel u. a.)
mit ihrem Anspruch auf Weltrevolution
verantwortlich (traditionelle Vorstellung
der 40er und Beginn der 50er Jahre).
| |
Festzustellen ist, dass
auch die USA
das Ziel einer globalen Ausbreitung der
von ihr vertretenen Ideologie
(Kapitalismus, Demokratie,
Parlamentarismus, Selbstbestimmung des
Individuums u. a) verfolgte. |
| |
|
|
|
| |
- Expansionsbestrebungen der
Weltmächte Sowjetunion und USA
| |
- Die Ende der 50er Jahre
entstandene 'revisionistische Theorie'
für die Erklärung des Kalten Krieges weist
auf die 'ökonomische Expansion'
der
USA durch den freien Welthandel
hin.
Die von den USA betriebene
'Politik der
offenen Tür' bedeute durchaus eine
Gefahr für die durch den Zweiten Weltkrieg
geschwächte Sowjetunion. Der sowjetische
Diktator Stalin, so wird behauptet, sei bei
seinen Bestrebungen, einen Sicherheitsgürtel
mit von ihm beeinflussten Ländern anzulegen,
von der Bewahrung und Sicherung des
gefährdeten sowjetischen Staates
ausgegangen.
| |

|
Josef W. Stalin
(*1879, † 1953), ab 1922 Generalsekretär
des Zentralkomitees der Kommunistischen
Partei der Sowjetunion, ab 1946
Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR
|
|
| |
|
|
|
| |
Nach
Ansicht des Historikers Eric Hobsbawm
war die Sowjetunion in den
Nachkriegsjahren nicht expansionistisch
und hat auch keine Ausweitung des
kommunistischen Machtbereichs
angestrebt, der über jenen hinausging,
welcher ihrer Meinung nach während der
Gipfeltreffen zwischen 1943 und 1945
vereinbart worden war. |
| |
|
|
| |
- Die USA wollten die von
ihnen angenommenen Expansionsbestrebungen
der Sowjetunion zunächst nur eindämmen (z.B.
während der Irankrise 1946), gingen jedoch
schon 1950 dazu über, Osteuropa unter
westlichen Einfluss zu bringen.
|
|
| |
- Heute geht man davon aus, dass
die angenommene Bedrohung durch die Gegenseite
ein bedeutender Grund für die zunehmende Verhärtung
und Ausweitung des Konflikts war. Falsche
Wahrnehmungen der Gegenseite (z. B. Überschätzung
der gegnerischen Strategie) produzierten falsche
Entscheidungen.
|
| |
- Die neuere Forschung sieht eine
verteilte Schuld der beiden Supermächte
an
der Entstehung des Kalten Krieges.
|
|
- Deutschland im Spannungsfeld der Weltmächte
| |
-
Deutschland war
eines der Hauptfelder des "Kalten Krieges", in dem
keine Seite der anderen strategisch wertvolles
Terrain in der Mitte Europas überlassen wollte. Dies
hatte unmittelbare Auswirkungen auf die
Politik
der Besatzungsmächte in Deutschland.
|
| |
-
In den
Nachkriegsjahren geriet das
Meinungsbild der
Deutschen über die künftige Wirtschafts- und
Gesellschaftsordnung in den Sog des
Ost-West-Konflikts. So gab es auch in den Westzonen
eine breite politische Tendenz zugunsten von
Sozialisierung und Mitbestimmung. Das Ressentiment
gegen Demokratie, Parlament und Parteien war ebenso
ausgeprägt wie die Wertschätzung für autoritäre
Systeme. Viele große Unternehmen fürchteten, ihre
ehemals autarke Wirtschaft unter dem Druck der
Westmächte nach den Prinzipien des freien
Wettbewerbs umgestalten zu müssen und sich dem
Weltmarkt zu öffnen. Auch die Diskussion über die
zukünftige außenpolitische Orientierung war eine
Folge des "Kalten Krieges".
|
|
- Die Phasen des Kalten Krieges
| |
- Die Formierung der Fronten (1945
- 1947)
|
| |
- Die Bildung von Machtblöcken und
die Eskalation des Kalten Krieges (1948 - 1953)
|
| |
- Der Versuch einer 'Friedlichen
Koexistenz' zwischen Ost und West (1953 - 1961)
|
| |
- Entspannung (1961 - 1980)
|
| |
- Neue Konfrontation (1980 - 1989)
|
| |
- Auflösung des Ostblocks (1989 -
1991)
|
|
|
|
Einführung
Bildung von Machtblöcken und Eskalation
Konzept der friedlichen Koexistenz
Literaturangaben
Zurück zum Seitenanfang
|
|
|
Die Formierung der Fronten (1945 - 1947)
|
|
- Vorgeschichte (1917 - 1945)
| |
- Als nach der
Oktoberrevolution
1917 die Bolschewisten unter der Führung
Lenins die Macht übernahmen, erklärten sie den
kapitalistischen Ländern des Westens den
ideologischen Krieg. Die westlichen Alliierten -
vor allem Frankreich, Großbritannien und die USA -
griffen im Verlauf des bis 1921 andauernden
Russischen Bürgerkriegs zugunsten den
antikommunistischen Truppen ein. Dieser Versuch, die
Oktoberrevolution im Keim zu ersticken, markiert den
Beginn der latenten Phase des Kalten Krieges. Die
USA entschieden sich erst 1933 zur Aufnahme von
offiziellen Beziehungen zur 1922 gegründeten
'Union der sozialistischen Sowjetrepubliken'
(UdSSR).
| |
Für tiefes
Misstrauen in den USA sorgte die von Lenins
Nachfolger Stalin immer wieder betonte
sowjetische Vorreiterrolle für die
Weltrevolution. In den zwanziger Jahren
machte der sowjetische Diktator deutlich, dass
die UdSSR alles tun werde, um die
"gesetzmäßigen Widersprüche des Kapitalismus"
zu ihren Gunsten zu verstärken. |
| |
|
|
| |
- Unmittelbar nach dem deutschen
Angriff auf die Sowjetunion sandte
US-Präsident
Roosevelt im Juli 1941 einen engen Mitarbeiter
nach Moskau, um amerikanische Unterstützung
anzubieten. Das Bündnis kam nur zustande, weil
sowohl die USA als auch die Sowjetunion
Hitler
zu diesem Zeitpunkt für die größere Gefahr
hielten. Insgesamt stellten die Amerikaner den
Sowjets Kriegsmaterial im Wert von 2,6 Milliarden
Dollar zur Verfügung.
| |
Das Bündnis der
demokratischen Staaten mit dem sowjetischen
Diktator war nur als
Zweckbündnis bei
gegenseitiger ideologisch-politischer
Zurückhaltung zu erhalten. |
| |
|
|
|
- Sowjetisch-amerikanische Differenzen während des
Krieges
| |
- Die
unterschiedlichen
Interessen der Westmächte - insbesondere der USA
- und der Sowjetunion prallten in den Konferenzen
aufeinander, in denen über die Nachkriegsordnung
beraten wurde. Gegenseitiges Misstrauen entstand. Ab
1944 offenbarten sich erste Risse in der
Anti-Hitler-Koalition. Als der Krieg 1945
beendet war, hatte sich die Auflösung der
siegreichen Koalition und die Bildung ideologischer
und machtpolitischer Fronten längst vollzogen.
| |
Differenzen
traten immer offener zutage, wie zum Beispiel
über die Zukunft Deutschlands, die Höhe der
Reparationszahlungen und das weitere Schicksal
Osteuropas |
| |
|
|
| |
- Während der
Konferenz von
Teheran Ende 1943 akzeptierten
US-Präsident
Franklin Delano Roosevelt
und der
britische
Premier Churchill unter dem Druck Stalins die
sowjetischen Annexionen in Osteuropa. Die
Sowjetunion sollte die Baltischen Staaten und das
damals noch von den Deutschen noch besetzte Ostpolen
behalten. Polen sollte dafür mit den deutschen
Ostgebieten entschädigt werden. Stalin stellte in
Aussicht, die Amerikaner bei deren Kampf gegen Japan
zu unterstützen.
| |

|
Franklin Delano Roosevelt
(*1882, †1945), von 1933 bis 1945 Präsident
der USA
|
|
| |
|
|
|
|
| |
- Seit Mitte 1944 bis Kriegsende
wuchs der gegenseitige Verdacht, die Verbündeten
könnten sich mit Deutschland auf einen
Separatfrieden einigen. Tatsächlich hatte die
deutsche Regierung Geheimkontakte zu den
Westmächten, die, nachdem sie Stalin bekannt wurden,
für erhebliche Spannungen sorgten.
|
| |
- Ein massiver Zusammenstoß
zwischen westlichen und sowjetischen Interessen
ereignete sich im Zusammenhang mit der
Befreiung
Polens. Als sich im
Sommer 1944 die
polnische Untergrundarmee in Warschau gegen die
deutschen Truppen erhob, ließ Stalin die vorrückende
Rote Armee bis zur Niederschlagung des Aufstands am
2. Oktober 1944 anhalten. Dadurch wollte er eine
Stärkung der polnischen Widerstandsbewegung
vermeiden, welche mit großer Wahrscheinlichkeit die
in London weilende prowestliche Exilregierung
an die Macht gebracht hätte. Da es die Absicht des
sowjetischen Diktators war, im Nachkriegspolen einen
starken Einfluss auszuüben, sollte das
prosowjetische 'Lubliner Komitee' die Regierung
übernehmen.
|
| |
- Die Konferenz von Jalta (4. - 11. Februar
1945)
| |
- Auf dieser Konferenz
wurde die Aufteilung Deutschlands in
vier
Besatzungszonen beschlossen. Die
Sowjetunion bestand auf
Reparationen in
Milliardenhöhe, welche das deutsche
Wirtschaftsleben auf Jahre hinaus lahm
gelegt hätte. Großbritannien und die USA
sahen in einem Funktionieren der deutschen
Wirtschaft eigene Vorteile. So betonte der
britische Premier Churchill: "Die
deutschen Massen dürfen uns nicht zur Last
fallen und erwarten, jahrelang von den
Alliierten ernährt und erzogen zu werden."
Die USA
vertraten den Standpunkt,
dass die wirtschaftliche Produktivität
Europas nur mit einer funktionierenden
deutschen Wirtschaft wiederhergestellt
werden könne. Stalin befürchtete,
dass ein wieder erstarktes Deutschland rasch
wieder gefährlich werden könne.
| |
 |
Winston Spencer Churchill (*1874, †1965),
britischer Staatsmann
1940 - 1945 Premier-
und Verteidigungsminister, 1951 - 1955
Premierminister
Bildquelle: TIME
news-Magazine
|
|
| |
|
|
|
|
| |
- US-Präsident Roosevelt
lehnte konkrete Garantien und
Vereinbarungen mit der Sowjetunion für
die Nachkriegszeit ab, obwohl diese die
Hauptlast des Krieges getragen und die
weitaus größten Kriegszerstörungen erlitten
hatte. Nach dem Historiker
Eric Hobsbawm
war dies war der Grund dafür, dass die
Sowjetunion - um ihre
Sicherheitsinteressen
zu wahren - in der
Folgezeit im Machtbereich der Roten Armee,
in Mittel- und Osteuropa kommunistische
Regierungen einrichtete.
|
| |
- In Jalta wurde eine
Übereinstimmung über eine
künftige
Völkergemeinschaft
erreicht, aus der im
Frühjahr 1945 die
UNO hervorging. Das
in der gemeinsamen Erklärung verbriefte
Recht aller Völker, "sich die
Regierungsform, unter der sie leben werden,
selbst zu wählen" war angesichts des sich
anbahnenden Konflikts zwischen den
ideologischen Machtblöcken kaum mehr
erreichbar.
|
|
| |
- Stalin machte immer wieder auf
sein besonderes Interesse an Polen
aufmerksam. In einem Gespräch mit dem US-Diplomaten
Harry Hopkins sagte er im Mai 1945, für Russland sei
es "von lebenswichtigem Interesse, dass Polen sowohl
stark als auch freundschaftlich eingestellt ist", um
zukünftige Invasionen von deutschen Truppen
abzuhalten.
|
| |
- Aufgrund der Zurückdrängung ihrer
Forderungen verabschiedete sich die Sowjetunion von
ihrer ursprünglichen Konzeption der langfristigen
Zusammenarbeit mit den Westmächten auf der Basis
eines konsolidierten Machtbereichs. Stattdessen
konzentrierte sie sich auf die
Ausdehnung ihres
Einflusses in den von ihnen besetzten Gebieten.
|
| |
- Als
US-Präsident Roosevelt
am 12. April 1945 starb, zerbrach die
Anti-Hitler-Koalition endgültig. Sein Nachfolger,
Harry S. Truman, schwenkte auf einen strikt
antisowjetischen und antikommunistischen Kurs um.
Die USA stützten sich auf ihre
wirtschaftliche
Überlegenheit und - seit Juli 1945 - auf ihr
Atomwaffenmonopol.
|
|
- Die Konferenz von Potsdam (17. Juli - 2. August 1945)
| |
- In Potsdam einigten sich die
Siegermächte USA, Sowjetunion und Großbritannien auf
Grundsätze ihrer Besatzungspolitik in Deutschland
(Demilitarisierung, Denazifizierung,
Demokratisierung, Dezentralisierung,
Deindustrialisierung). Die Oder-Neiße-Grenze wurde
als polnische Westgrenze festgelegt und die
Abtretung Ostpreußens beschlossen. Millionen
Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft sollten
aus den Ostgebieten vertrieben werden.
| |
- Die Frage nach der
künftigen Gestaltung Deutschlands
und
nach den Reparationen, die der
Sowjetunion bereits in Jalta zugesichert
worden waren, wurden vertagt. Die
ungelösten Nachkriegsprobleme
waren die
Basis, auf der sich der Konflikt zwischen
den Machtsphären USA und Sowjetunion weiter
entwickelte.
|
| |
- Die Konferenz endete am
2. August 1945 mit einem gemeinsamen
'Kommuniqué' und
nicht mit einem
völkerrechtlich verbindlichen Abkommen.
| |
In der
Frage, ob die gemeinsamen Beschlüsse
auch ohne eine abschließende
Friedenskonferenz als verbindlich
anzusehen waren, bestanden zwischen der
Sowjetunion und den Westmächten
unterschiedliche Meinungen. Während die
Sowjetunion darauf beharrte, dass die
Abmachungen rechtlich verbindlich
waren, bestanden die Westmächte auf
ihrer Auffassung, es handle sich
lediglich um ein
Konferenz-Kommuniqué
und nicht um eine
Friedensregelung. Diese
unterschiedliche Auslegung war für
den Verlauf des Kalten Krieges von
großer Bedeutung. Ohne Rechtskraft waren
die Festlegung der Oder-Neiße-Linie als
polnische Westgrenze sowie die Abtretung
Ostpreußens ohne Rechtskraft. |
| |
|
|
| |
- Als der Nachfolger von
US-Präsident Franklin D. Roosevelt,
Harry
S. Truman, einen Tag vor dem Beginn der
Konferenz von Potsdam vom ersten
erfolgreichen Test einer Atombombe erfuhr,
stellte er Stalin Bedingungen für dessen
Kriegserklärung an Japan (8. August) und gab
den Befehl für den Einsatz der ersten
Atombomben. Diese wurden am 6. August auf
Hiroshima
und am 9. August auf
Nagasaki abgeworfen. Sie sollten die
Kapitulation Japans beschleunigen, auch
um dem weiteren Vorrücken der sowjetischen
Truppen in Ostasien zuvorzukommen.
| |
 |
Harry S. Truman
(*1884, †1972), Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika von 1945
- 1953
|
|
| |
|
|
|
|
|
| |
- Stalin versuchte, die
Konferenzergebnisse als Freibrief zur Durchsetzung
sowjetischer Sicherheitsinteressen
zu
benutzen. Ohne weitere Rücksprache mit den
Westmächten zu nehmen, etablierte er in Ost- und
Mitteleuropa kommunistische Regierungen. Die zum
Teil gewaltsam eingerichteten
Volksdemokratien
entwickelten sich rasch zu
Satellitenstaaten
der Sowjetunion.
| |
-
Rumänien,
Bulgarien und Ungarn waren für Stalin neben
Polen unverzichtbare Teile des sowjetischen
Sicherheitskordons. Hier wurden
Sowjetisierung und Gleichschaltung mit Härte
vorangetrieben. Westliche Einmischungen
blieben unerwünscht. Die
Abgrenzungsbestrebungen
Josip Titos
in Jugoslawien, die Widerstände beim Aufbau
kommunistischer Regierungen in Polen und der
Tschechoslowakei führten dazu, dass die
Sowjetunion ihren Druck auf diese Länder
verstärkte.
|
| |
- In den Nachkriegsjahren
beschränkte sich die Sowjetunion darauf,
ihren Einflussbereich mit allen Mitteln zu
konsolidieren; angesichts ihrer
innenpolitischen und wirtschaftlichen Lage
war an Expansion gar nicht zu denken.
|
|
|
- Der
Prozess der kommunistischen
Machteroberung in den von sowjetischen Truppen besetzten
Ländern dauerte bis 1948. Drei Stadien lassen sich
unterscheiden:
| |
- Im
ersten Stadium wurde
den einzelnen Parteien gestattet, ihre eigene
Organisation und Presse aufrechtzuerhalten,
Meinungen zu äußern, die von denen der Kommunisten
abwichen.
|
| |
- Im
zweiten Stadium
wurden
die Partei-Führer abgesetzt. An ihre Stelle kamen
Personen, die nicht von den Parteimitgliedern,
sondern von den Kommunisten ausgesucht waren. Die
Opposition wurde unterdrückt.
|
| |
- Im
dritten Stadium
ging
alle Macht auf die kommunistischen Parteien über.
Die Opposition wurde aufgelöst.
| |
In Jugoslawien
und Albanien war das dritte Stadium von Anfang
an erreicht. Polen begann seine
Nachkriegsgeschichte mit dem zweiten Stadium.
Rumänien, Bulgarien und die Tschechoslowakei
haben alle drei Stadien durchgemacht. |
| |
|
|
|
| |
- In einer Rede vor dem Obersten
Sowjet am 9. Februar 1946 bekräftigt Stalin
Lenins These von der Unvermeidlichkeit von Kriegen
mit dem Kapitalismus.
|
| |
- Der britische
Premierminister
Winston Churchill verwendete in seiner berühmten
Rede vom 5. März 1946 in Fulton den Begriff
'Eiserner Vorhang', den er schon einmal -
genau am 12. Mai 1945 - in einem Telegramm an
US-Präsident Truman benutzt hatte. Zwei Passagen aus
dieser Rede: "Es scheint, dass von Stettin an der
Ostsee bis Triest am Mittelmeer ein eiserner Vorhang
über den Kontinent herunterkam" und "Die
kommunistischen Parteien suchen überall totalitäre
Gewalt zu erhalten". Stalin beschimpfte Churchill
deshalb als Rassisten, ja als "neuen Hitler".
|
| |
-
April bis Juli
1946: Bei der zweiten Außenministerkonferenz
über Deutschland schlägt
US-Außenminister James
Byrnes den wirtschaftlichen Zusammenschluss der
vier Besatzungszonen vor. Sowjet-Außenminister
Molotow beharrt auf den Reparationsansprüchen seiner
Regierung und führt mit der Abreise seiner
Delegation den Abbruch der Konferenz herbei.
| |
 |
James F.
Byrnes, (*1879,
†1972), Außenminister der USA vom
12.4.1945 bis zum 20.1.1947 |
|
| |
|
|
|
|
| |
-
Januar 1947:
Die amerikanische und die britische Besatzungszone
vereinigen sich zur Bizone und bilden den
Kern der späteren Bundesrepublik.
|
|
- Strategie und Vorgehen der USA
| |
- Die USA nahmen das sowjetische
Verlangen nach einer Sicherheitszone als Indiz für
ein Expansionsstreben wahr. Aus der Sicht der
Westmächte war in der Mitte des europäischen
Kontinents und dessen östlicher Peripherie ein
Machtvakuum entstanden. Sie befürchteten, dass
es Ziel der Sowjetunion sei, in dieses Machtvakuum,
in dessen Mitte Deutschland lag, vorzustoßen.
|
| |
- Die USA setzten dem von ihnen so
empfundenen Expansionsstreben der Sowjetunion ihr
Konzept der Eindämmung (containment) entgegen.
Am 12. März 1947 stellte Truman die
Eindämmungsstrategie zum ersten Mal offiziell
vor. Er verwies auf die Gefahr, dass bei
Duldung
der kommunistischen Expansion
nicht nur die
Freiheit anderer Staaten, sondern nicht zuletzt die
USA selbst bedroht seien. Truman verpflichtete sich,
alle freien Völker zu unterstützen, die sich der
Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder
durch Druck von außen widersetzen. Anlass zu dieser
'Truman-Doktrin'
war die Situation in
Griechenland und in der
Türkei. Diese
Länder sollten vor der befürchteten kommunistischen
Gefahr bewahrt werden.
| |
- In
Griechenland
konnte Großbritannien, durch den
Krieg geschwächt und durch das Engagement im
Vorderen Orient belastet, nicht mehr länger
allein die griechische Abwehr gegen die aus
Bulgarien und Jugoslawien einströmenden
kommunistischen Aufstandskräfte stützen. Die
Abwehr der Bedrohung konnte nicht einfach
militärisch erfolgen, sondern bedurfte einer
großzügigen Wirtschaftshilfe zur
inneren Stabilisierung des Landes. Die USA
entschlossen sich zu einer aktiven
Unterstützung der antikommunistischen
Regierung in Athen. Auch die
Türkei
wurde finanziell unterstützt.
|
| |
- Die geistige Vorlage für
die Truman-Doktrin war das
'Long
Telegram', das der amerikanische
Diplomat George F. Kennan im Februar
1946 aus der amerikanischen Botschaft in
Moskau nach Washington geschickt hatte. Die
radikale Schlussfolgerung Kennans, mit der
Sowjetunion und dem Kommunismus könne es
aufgrund der diametral unterschiedlichen
politischen Kultur keinen
Modus vivendi
(Weise des Miteinanders, politisches
Arrangement) setzte sich in
US-Regierungskreisen rasch durch.
|
| |
- Die
'Eindämmungsstrategie'
(Containment-Politik)
war für ihre
Kritiker in der Republikanischen Partei viel
zu passiv. Noch im Jahr 1947 wurde von dem
Außenpolitiker John Forster Dulles
das Gegenmodell der 'Befreiungsstrategie'
(Rollback-Policy) präsentiert. Während die
Containment-Politik der Demokraten
warte bis sich die Sowjetunion entscheide,
weiter zu expandieren - so lautete die
Kritik - greife die
Rollback-Politik
(auch Befreiungspolitik genannt) den
Kommunismus in seinem
eigenen
Machtbereich an. Konkret wollte man
Regimegegner unterstützen, Umsturzversuche
fördern und wirtschaftlichen Druck ausüben.
Tatsächlich wurde 1947 unter der Leitung
Kennans ein 'Politischer Planungsstab'
eingerichtet, der in den folgenden Jahren
Umsturzversuche in kommunistischen Staaten
plante und koordinierte. Bis 1953 wuchsen
'Eindämmungsstrategie' und
'Befreiungsstrategie zusammen.
|
|
| |
- Der Marshall-Plan vom 5. Juni 1947
| |
- Das 'European Recovery
Program' (nach seinem Initiator
'Marshall-Plan' genannt) bot allen
europäischen Staaten, auch der Sowjetunion,
finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau an. Da
die USA politische Zugeständnisse
verlangten, lehnten die Sowjetunion und auf
ihren Druck alle Staaten ihres
Einflussbereichs die Hilfe ab.
| |
-
George C.
Marshall
hatte die US-Regierung
darauf hingewiesen, dass ein
wirtschaftlicher und sozialer
Absturz Europas ein politisches
Chaos zur Folge haben und den Sieg
des Kommunismus begünstigen werde.
|
|
 |
George
Catlett Marshall (*1880,
†1959), amerikanischer Politiker
(Verteidigungsminister 1950/51)
und General
Photographie
aus dem Jahr 1947, Deutsches
Historisches Museum Berlin.
Inv.-Nr. BA 105677 (Schirner)
|
|
|
| |
- Der Marshall-Plan
machte deutlich, dass
wirtschaftlich-soziale, humanitäre
und politische Ziele eng miteinander
verknüpft waren.
|
|
|
|
- In
Ost- und Mitteleuropa wurde im
September 1947 mit dem Kommunistischen Informationsbüro
(Kominform) ein überstaatliches Bündnis verschiedener
kommunistischer Parteien unter der Führung Stalins
gegründet. Mit der Kominform entstand eine Organisation, die
ihre Mitglieder zu unbedingter Frontstellung gegenüber dem
Westen verpflichtete. Der Gründung der Kominform folgte 1949
das kommunistische Gegenstück zum Marshall-Plan: der
Rat
der gegenseitigen Wirtschaftshilfe (COMECON), der die
Integration der kommunistischen Länder zu einem strikt von
Moskau gesteuerten Ostblock politisch-ökonomisch
institutionalisierte und besiegelte.
|
|
|
Einführung
Formierung der Fronten
Konzept der friedlichen Koexistenz
Literaturangaben
Zurück zum Seitenanfang
|
|
|
Die Bildung von Machtblöcken und die
Eskalation des Kalten Krieges (1948 - 1953) |
|
- Die 'Erste Berlinkrise' (1948/49)
| |
- Voraussetzung für die Wirksamkeit
der Marshallplanhilfe war eine grundlegende
Bereinigung der Währungsverhältnisse. Durch die
Kriegswirtschaft stand eine riesige Geldmenge einem
nur geringen Warenangebot gegenüber. Am 20./21.
Juni 1948 wurde in den drei Westzonen und in
Westberlin eine Währungsreform
durchgeführt
und damit die Vorbedingung für die wirtschaftliche
Konsolidierung geschaffen.
|
| |
- Die Sowjetunion betrachtete die
Währungsreform
in den drei Westzonen
Deutschlands und in Berlin als Bruch der Potsdamer
Beschlüsse, wonach Deutschland als politische und
wirtschaftliche Einheit zu wahren war. Er antwortete
24. Juni 1948 mit einer totalen
Wirtschafts- und Handelsblockade Berlins
mit dem
Ziel, die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und
Brennmaterial zum Erliegen zu bringen. Zwei Tage
später beginnt die britisch-amerikanische
Luftbrücke, die Westberlin bis zur Aufhebung der
Blockade im Mai 1949 aus der Luft versorgt.
| |
- Die Aufgabe Berlins durch
die Westmächte wäre eine gravierende
Niederlage im globalen Konflikt mit dem
Kommunismus gewesen.
|
| |
- Dieser erste Höhepunkt
des Kalten Kriegs verstärkte die Furcht der
Westmächte vor einer sowjetischen Expansion
in Europa. Von nun an galt: Wenn Berlin
fiel, waren auch Paris, London und
Washington bedroht. Mit der elf Monate
andauernden 'Berlin-Blockade'
versuchte die Sowjetunion, die Bildung eines
gegen sie gerichteten westdeutschen
Teilstaats zu verhindern.
|
|
|
- Parallel zur Berlinkrise entwickelte sich
ein politischer Richtungsstreit Stalins mit Josip Broz
Tito, dem Staatschef Jugoslawiens. Tito wollte anstelle
des Ausbaus der Schwerindustrie in seinem Land den Handel
mit dem Westen intensivieren. Dadurch versprach er sich die
Steigerung des Lebensstandards der jugoslawischen Bürger.
Außerdem plante der jugoslawische Präsident eine
Balkanföderation mit Bulgarien und Albanien. Aus Stalins
Sicht stellte Tito mit seinen Maßnahmen und Plänen die
Führungsrolle der Sowjetunion erheblich in Frage. Das
'Kominform' schloss ihn im Juni 1948 mit dem Grund aus,
dass er aus "kleinbürgerlichem Nationalismus"
die marxistische Klassenkampftheorie verraten habe. Tito
wurde von den USA unterstützt.
|
- Am
4. April 1949
- ein Monat vor
der Beendigung der Berlin-Blockade - wurde in Paris der
Nordatlantikpakt unterzeichnet. Der Nordatlantikpakt sah
ein Defensivbündnis ohne automatische Beistandspflicht der
Mitglieder vor. Zu den Gründungsmitgliedern der 'North
Atlantic Treaty Organization' (NATO), welche die
Aufgabe hatte, den Pakt in praktische Politik umzusetzen,
gehörten 10 europäische Länder sowie die USA und Kanada.
Während der Zeit des Kalten Krieges bestand die Aufgabe der
NATO darin, die Freiheit und Sicherheit der Mitglieder durch
Abschreckung, Aufrüstung und ständige Abwehrbereitschaft zu
garantieren.
|
|
|
| |
- Nach der Kapitulation Japans im
September 1945 hatten die USA und die Sowjetunion
das südostasiatische Land Korea entlang des 38.
Breitengrads in Nord- und Süd-Korea geteilt. Pläne
zur Wiedervereinigung des geteilten Landes
scheiterten in den Verhandlungen zwischen den USA
und der Sowjetunion. Im Herbst 1948 kommt es zur
Gründung von zwei koreanischen Staaten: im Süden der
koreanischen Halbinsel ruft
Syngman Rhee die
prowestliche 'Republik Korea' aus und im Norden
gründet Kim Il Sung die prosowjetische
'Demokratische Volksrepublik Korea'. Vorstellungen,
den jeweils anderen Staat zu "befreien", gab es auf
beiden Seiten.
|
| |
- Am
25. Juni 1950
überschreiten 200.000 nordkoreanische Soldaten die
Grenze und besetzen große Teile Südkoreas. Erst als
UN-Truppen unter Führung der USA am 15. September
intervenierte, gelang es, die Nordkoreaner nicht nur
zurückzuwerfen, sondern auch die Grenze zum Norden
zu überschreiten. Als im November 1950 200.000
chinesischen Soldaten auf der Seite Nordkoreas
eingriffen, mussten sich die UN-Truppen wieder bis
zum 38. Breitengrad zurückziehen. Im Januar 1951
eroberten die nordkoreanischen und chinesischen
Streitkräfte erneut die südkoreanische Hauptstadt
Seoul. Der Konflikt wurde zum Stellungskrieg. Am 27.
Juli 1953 kam es zum Waffenstillstand. Die
vereinbarte Grenze verlief wieder am 38.
Breitengrad.
| |
- Heute weiß man, dass die
Sowjetunion
an der Vorbereitung der
Invasion beteiligt war und auch der
chinesische Staatschef Mao Tse-Tung
den
Plänen Kim Il Sungs zugestimmt hatte.
|
| |
- Der amerikanische
Befehlshaber in Korea,
Douglas
MacArthur, forderte im Verlauf des
Krieges mehrmals den
Einsatz von
Atomwaffen. Er konnte sich jedoch gegen
US-Präsident Truman nicht durchsetzen, der
die Schwelle zum Atomkrieg nicht
überschreiten wollte. MacArthur wurde
abgesetzt.
|
|
| |
- Im Westen wurde der Überfall auf
Südkorea als Auftakt zu einem Angriff auf Europa
gedeutet. Die europäischen Staaten
fühlten
sich von den USA militärisch kaum geschützt. Das
atlantische Bündnis stand kurz vor dem
Zusammenbruch. In dieser Vertrauenskrise stärkte
US-Präsident Truman die NATO. Im September 1950
wurden vier amerikanische Kampfdivisionen in die
Bundesrepublik gebracht. Zum Oberbefehlshaber der
NATO-Streitkräfte wurde General Dwight D.
Eisenhower ernannt.
|
| |
- Der Konflikt im Fernen Osten
beschleunigte die globale Blockbildung. Der
Konflikt zwischen Ost und West wurde immer härter
ausgetragen. Die NATO wurde zusammengeschweißt. Auf
amerikanischer Seite führte der Koreakrieg zur
verstärkter Militarisierung. Innerhalb eines
Jahres vervierfachten sich die Rüstungsausgaben.
Auch das Atomwaffenarsenal wurde rasch
ausgebaut. Das nukleare Wettrüsten wurde zu einem
Merkmal des Kalten Krieges. In der folgenden Zeit
sollte sich zeigen: Was im Osten geschah oder
angeordnet wurde, rief im Westen eine politische
Reaktion hervor. Genauso war es umgekehrt.
|
| |
- An der Teilung Koreas änderte der
Krieg nichts, aber er bereitete den Boden für die
Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland,
die dann 1955 in die Tat umgesetzt wurde. In den USA
entstand in Reaktion auf den Krieg die
Strategie
der 'massiven Vergeltung', d.h. der Androhung
von Atomwaffeneinsatz.
|
|
- Die Deutschlandinitiativen der Sowjetunion
| |
- Ziel der Sowjetunion war es, die
Orientierung der Bundesrepublik nach Westen
zu verhindern. In der Note, die Stalin am 10. März
1952 an die drei Westmächte richtete, wird nach
Abschluss eines Friedensvertrags ein
wiedervereinigtes, aber neutrales Deutschland
in
Aussicht gestellt. Deutschland sollte ein zur
Selbstverteidigung fähiger Staat in den von der
Potsdamer Konferenz festgelegten Grenzen werden
(Erste Stalin-Note). In der
zweiten Note
(9. April 1952) gesteht Stalin den Deutschen
freie Wahlen zu, die von den Siegermächten
überwacht werden sollen.
|
| |
- Beide Initiativen der Sowjetunion
wurden von den Westmächten abgelehnt.
Frankreich
sah von einer deutschen Nationalarmee, die von
Stalin zugebilligt worden war, sein
Sicherheitsbedürfnis bedroht. Die
USA wollten
kein neutralisiertes Gesamtdeutschland.
| |
Hätte man den
Initiativen Stalin zugestimmt, so wäre für den
Fall militärischer Konflikte eine Art
Pufferzone zwischen Ost und West entstanden.
Der Westen hätte mit den drei Westzonen einen
größeren Einflussbereich als der Osten mit der
sowjetischen Besatzungszone. |
| |
|
|
|
|
|
Einführung
Formierung der Fronten
Bildung von Machtblöcken und Eskalation
Literaturangaben
Zurück zum Seitenanfang
|
|
|
Das Konzept der "friedlichen
Koexistenz"
|
|
- Nach Stalins Tod am 5. März 1953 schlug
die Sowjetunion, konfrontiert mit massiven innenpolitischen
Problemen, einen
Entspannungskurs ein, der auch
das Konzept der 'friedlichen Koexistenz' beinhaltete.
Dadurch sollte wenigstens der Druck von außen abgemildert
werden. Es bestand allerdings kein Zweifel, dass auch der
Staats- und Parteichef der Sowjetunion,
Nikita
Chruschtschow, alles tun würde, um die sowjetische
Herrschaft im ost- und mitteleuropäischen Satellitengürtel
zu behaupten.
| |

|
Nikita Chruschtschow
(*1894, †1971), 1953 - 1964 Erster Sekretär des
Zentralkomitees der KPdSU, 1958 - 1964 Staats- und
Parteichef in der Sowjetunion |
|
| |
|
|
|
|
- Optimistische Erwartungen des Westens
wurden zerschlagen, als Panzer der Roten Armee am
17.
Juni 1953 den
offenen Aufstand von DDR-Bürgern gegen
das SED-Regime niederwalzten. Bei dem Aufstand zeigte
sich zum ersten Mal deutlich, dass die USA und ihre
Verbündeten keinen Krieg riskieren würden, um den gegen die
kommunistische Herrschaft aufbegehrenden Ländern des
Ostblocks zur Hilfe zu eilen.
|
- Den ersten Schritt zum atomaren Patt
machte die Sowjetunion mit der Zündung ihrer ersten
Atombombe am 29. August 1949. Das Nachziehen auch bei den
Wasserstoffbomben und die Entwicklung von Flugzeugen mit
großer Reichweite etablierte 1954 das so genannte
'Gleichgewicht des Schreckens'. Dessen Erhaltung
bestimmte in der Folgezeit die Beziehungen der Sowjetunion
zu den USA und trieb zusätzlich den Rüstungswettlauf voran.
|
- Mit Blick auf Europa entwarf der neue
US-Präsident Dwight D. Eisenhower
gemeinsam mit seinem
Außenminister John Foster Dulles im Jahr 1954 seine
Nuklearstrategie. Das Prinzip der
'massiven Vergeltung'
baute darauf auf, dass die Sowjetunion bei einem
konventionellen Angriff ihrer Armeen auf Westeuropa über die
zu erwartende amerikanische Reaktion im Unklaren war.
Eisenhower war überzeugt, dass diese Restunsicherheit
genüge, um eine Offensive der Roten Armee abzuschrecken. Er
konnte darauf aufbauen, dass die USA bei den Nuklearwaffen
mit interkontinentaler Reichweite der Sowjetunion weit
voraus waren.
| |

|
Dwight D. Eisenhower (* 1890, †
1969), Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von
1953 bis 1961. Oberbefehlshaber der Alliierten
Streitkräfte in Europa während des Zweiten Weltkriegs.
National Archives & Record
Administration, NARA
|
|
| |
|
|
|
|
- Durch die Unterzeichnung des 'Warschauer
Vertrags' am 14. Mai 1955 bildeten acht Staaten des
Ostblocks einen militärischen Beistandspakt unter Führung
der Sowjetunion, den so genannten
'Warschauer Pakt'.
Dieser Pakt war die Gegenorganisation zur NATO.
|
- Ab Mitte der fünfziger Jahre waren die
Westmächte bereit, sich mit der Sowjetunion über
Abrüstung und Rüstungskontrolle zu verständigen. Die
Bundesrepublik mit ihrem Wunsch nach Wiedervereinigung
mit dem anderen Teil Deutschlands war für sie zum Störfaktor
ihrer 'globalen Politik'
geworden.
|
- Bei der
Genfer Gipfelkonferenz vom
7. - 23. Juli 1955 trafen sich die Siegermächte des Zweiten
Weltkriegs. Obwohl das Thema 'Wiedervereinung
Deutschlands' auf der Tagesordnung stand, wurde
überwiegend über eine mögliche Abrüstung gesprochen. Die
beiden Blöcke hatten sich mehr oder weniger konsolidiert und
ein relatives Gleichgewicht erreicht. Dies war Voraussetzung
für Kooperation und Entspannungspolitik auf beiden Seiten,
wie sie bei der Konferenz andeutungsweise sichtbar wurde.
Trotzdem gingen Rüstungswettlauf und ideologische
Auseinandersetzung vorerst weiter.
|
- Die Aufstände im Ostblock
| |
- Fast genau drei Jahre nach dem
Aufstand in der DDR
erhoben sich im Juni 1956
die Polen im so genannten
Posener Aufstand.
Der Ungarische Aufstand begann im Oktober
1956 und endete im November mit der Niederschlagung
durch die Rote Armee.
| |
Die Sowjetunion
sah durch die Aufstände ihren Führungsanspruch
im Ostblock gefährdet. Außerdem befürchtete sie,
dass die Länder, in denen ein Aufstand
stattfand, zum Westen überlaufen. |
| |
|
|
| |
- Der Westen hat durch
Ankündigungen seiner Hilfsbereitschaft
zweifellos zum Ausbruch der Aufstände beigetragen.
(Stöver).
|
|
- Seit 1956 setzte der sowjetische Staats-
und Parteichef Chruschtschow auf Drohungen mit seinen
Atomwaffen. Gleichzeitig verstärkte er seine
Einschüchterungsversuche gegenüber dem Westen. Sein
Selbstbewusstsein bezog er unter anderem dadurch, dass es
der Sowjetunion am 4. September 1957 gelungen war, den
ersten künstlichen Erdtrabanten (den 'Sputnik') in
eine Umlaufbahn um die Erde zu schießen.
| |
- Trotz aller Drohgebärden der
Sowjetunion bahnte sich 1956 erstmals eine
vorsichtige Lockerung des Ost-West-Konflikts an, als
Chruschtschow die Formel von der
'Friedlichen
Koexistenz von Staaten verschiedener sozialer
Ordnung' vorstellte.
|
| |
- Der
'Sputnik-Schock' war
ein wichtiger Markstein des Kalten Krieges. Für alle
Welt sichtbar schien die
technologische
Führerschaft im Raketenzeitalter, die bis dahin
bei den USA gelegen hatte, auf die Sowjetunion
überzugehen. Die USA riefen im Gegenzug ein
milliardenschweres Raumfahrtprogramm sowie eine
nationale Bildungsoffensive ins Leben.
|
|
- Die zweite Berlin-Krise (November 1958)
| |
- Der
sowjetische Partei- und
Regierungschef Chruschtschow verschärfte den
Druck auf Mitteleuropa an seinem neuralgischen
Punkt: Berlin. Am 10. November 1958 stellte
er in einer Rede fest, dass es ein Recht der
westlichen Alliierten, in Berlin zu bleiben, nicht
mehr geben könne. Wenig später (am 27. November)
forderte Chruschtschow in einem Ultimatum die
Umwandlung Berlins in eine
"selbständige
politische Einheit" mit dem Status einer
"entmilitarisierten freien Stadt". Sollte
innerhalb von sechs Monaten keine Lösung für das
Berlin-Problem gefunden werden, dann werde er mit
der DDR einen separaten Friedensvertrag schließen.
In diesem Fall würden der DDR-Hoheitsrechte
zustehen.
|
| |
- Die USA reagierten zunächst mit
einer klaren Zurückweisung des Ultimatums.
Die Frist verstrich, ohne dass es zu einer
Veränderung im rechtlichen Status Berlins gekommen
wäre. Die Krise schwelte allerdings mehrere Jahre
weiter.
|
|
- US-Präsident John F. Kennedy, der
am 20. Januar 1961 seinen Amtseid abgelegt hatte, ging von
einem - allerdings vermeintlichen -
Rüstungsrückstand
seines Landes aus. Er sah die USA auf eine "Stunde der
höchsten Bedrohung" zu taumeln.
| |
- Mit John F. Kennedy zog ein
demokratischer Präsident ins Weiße Haus ein, dessen
jugendlich anmutender Elan den Zeitgeist und die
Erwartungen der amerikanischen Bevölkerung traf.
|
| |
- Die
Lageanalyse Kennedys
entsprach keinesfalls der Wirklichkeit. Tatsächlich
lag die Sowjetunion 1956 bei den
Interkontinentalwaffen - also bei Bombern und
Raketen - weit hinter den USA zurück. Es überrascht
nicht, dass Kennedy das größte Aufrüstungsprogramm
der USA in Friedenszeiten auflegte.
| |
Erst am 21.
Oktober 1961 vermerkte der
stellvertretende
US-Verteidigungsminister Roswell Gilpatric
in einer Rede, dass
keinesfalls eine
Überlegenheit der sowjetischen
Nuklearstreitkräfte bestand. Sogar nach
einem sowjetischen Überraschungsangriff sei der
anschließende Zweitschlag der amerikanischen
Streitkräfte immer noch größer als das maximale
Erstschlagspotential der Sowjetunion. |
| |
|
|
| |
- Kennedy setzte auf die Strategie
der 'flexible response' (der 'flexiblen
Antwort'), die anders als die bisherige Strategie,
die einen Krieg vermeiden wollte, eine reine
Kriegsführungsstrategie war. Mit diesem Wechsel
erhoffte er sich eine gesteigerte
Abschreckungswirkung.
|
|
- Im
April 1961
erlitt Kennedy in der kubanischen Schweinebucht
eine
schwere Niederlage. Die von den USA unterstützte Invasion
von Exil-Kubanern sollte die Insel der Herrschaft des
kommunistischen Diktators Fidel Castro entreißen. Die
Landungstruppen gerieten rasch in äußerste Notlage. Kennedy
musste nun entscheiden: entweder volle
Unterstützung
für die bedrängten Kämpfer oder
Opferung der von der
CIA ausgebildeten Kubaner bei gleichzeitiger Demütigung der
USA vor der Weltöffentlichkeit. Kennedy wählte die zweite
Option. Der Präsident nahm das Fiasko in Kauf, weil er
fürchtete, dass bei einer offenen Beteiligung amerikanischer
Soldaten in den Kampfhandlungen die Sowjetunion gegen
West-Berlin vorgehen werde. Die amerikanische
Abschreckungskraft im Herzen Europas hielt er für gering.
|
- Im Juni 1961 kam es in Wien zu einem
Treffen Kennedys mit Chruschtschow. Dieser erneuerte sein
Berlin-Ultimatum und gab eine sechsmonatige Frist. Eine
neue Krise um Berlin kündigte sich an. Rasch wurde deutlich,
dass der US-Präsident die amerikanische Haltung zur
Berlin-Frage modifizieren wollte. Er entschied sich für ein
zweigleisiges Vorgehen: Einerseits demonstrierte er
militärische Härte und rüstete weiter auf, andererseits
zeigte er sich zu weit reichenden Zugeständnissen
bereit.
|
- In einer Fernsehrede am 25. Juli 1961
warnt US-Präsident John F. Kennedy die Sowjetunion
vor der der Verletzung der 'drei Essentials'
(Grundsätze) der USA in der Berlinpolitik: das Recht der
Truppenstationierung in West-Berlin, freier Zugang zur Stadt
sowie generelle Überlebensfähigkeit
West-Berlins. Mit
keinem Wort erwähnte er Ost-Berlin, das ebenso wie der
Westteil der Stadt unter Viermächte-Status stand. Daraus
sprach, dass er eine bewaffnete Auseinandersetzung mit der
Sowjetunion wegen Berlin vermeiden wollte.
| |

|
John Fitzgerald Kennedy (*1917,
† 1963, von 1961 bis 1963 Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika
Bild:
Internet-Adresse
|
|
| |
|
|
|
|
- Der Bau der Berliner Mauer
| |
- Seit dem Ende des Krieges gab es
eine starke Fluchtbewegung der Bevölkerung aus
sowjetisch besetzten Gebieten Deutschlands in das
westliche Deutschland. Bis zum
Mauerbau am 13.
August 1961 durch die DDR-Regierung flohen 2,7
Millionen Menschen in den Westen, das ist etwa ein
Siebtel der Gesamtbevölkerung. Eine wirtschaftliche
Katastrophe war vorauszusehen. Mit dem Mauerbau
sollte insbesondere den massiven Fachkräfteverlusten
ein Ende gesetzt werden.
| |
US-Präsident John
F. Kennedy verzichtete auf konkrete Maßnahmen
und beschränkte sich auf
diplomatischen
Protest mit der Begründung, die Mauer sei
keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser
als Krieg. |
| |
|
|
| |
- Für die Westmächte war der
Mauerbau in Berlin ein Element der Stabilisierung
und Grundlage der Entspannung zwischen Ost und West.
Deshalb waren sie keinesfalls bereit, wegen Berlin
einen größeren Konflikt mit der Sowjetunion
einzugehen. Die deutsche Teilung wurde zementiert.
|
|
|
|
|
|
|
Einführung
Formierung der Fronten
Bildung von Machtblöcken und Eskalation
Konzept der friedlichen Koexistenz
Zurück zum Seitenanfang
Die
Fortsetzung des Kalten Krieges
(Von der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991)
haben wir auf einer eigenen Seite beschrieben. Klicken Sie
hier.
|
|
|
Literaturangaben
|
|
| Dülffer, Jost |
Europa im
Ost-West-Konflikt. 1945 - 1990. (= Oldenbourg Grundriss
der Geschichte, Band 18). München 2004. |
| Hanrieder, Wolfram F. |
Deutschland, Europa,
Amerika. Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland
1949 - 1989. 2. Auflage. Paderborn 1995. |
| Hobsbawm, Eric |
Das Zeitalter der
Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. 4.
Auflage, München 2000. |
| Kaiser, Karl /
Schwarz, Hans-Peter (Hrsg.) |
Weltpolitik. Strukturen,
Akteure, Perspektiven. Stuttgart 1985. |
| Küsters, Hanns Jürgen |
Der Integrationsfriede.
Viermächte-Verhandlungen über die Friedensregelung mit
Deutschland 1945 - 1990. München 2000. |
| Kissinger, Henry A. |
Die Vernunft der
Nationen. Über das Wesen der Außenpolitik. Berlin 1994. |
| Link, Werner |
Der Ost-West-Konflikt.
Die Organisation der internationalen Beziehungen im 20.
Jahrhundert. 2. Auflage Stuttgart 1988. |
| Schmidt, Gustav
(Hrsg.) |
Ost-West-Beziehungen.
Konfrontation und Détente 1945 - 1989. 3 Bände. Bochum
1993/95. |
| Schöllgen, Gregor |
Geschichte der
Weltpolitik von Hitler bis Gorbatschow 1941 - 1991.
München 1996. |
| Stöver, Bernd |
Der Kalte Krieg 1947 -
1991. Geschichte eines radikalen Zeitalters. (bpb:
Bundeszentrale für politische Bildung Schriftenreihe,
Band 613). München 2007. |
| SPIEGEL SPECIAL
Geschichte, Nr. 3 / 2008 |
Der Kalte Krieg. Wie die
Welt das Wettrüsten überlebte. |
|
|
|
|
Hat Dir die Seite weitergeholfen ? Wir freuen uns über jeden
Eintrag in
unser Gästebuch!
|
|
|
Einführung
Formierung der Fronten
Bildung von Machtblöcken und Eskalation
Konzept der friedlichen Koexistenz
Literaturangaben
Zurück zum Seitenanfang
|
|
|
Zurück zum Inhaltsverzeichnis Deutsche
Geschichte
weiter zur nächsten Seite
zurück zur vorangehenden Seite
|
|
|
|
|
|
Stand:
10. Jan. 2010
Copyright ©2010 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
|
|
|
|
|
|