Köngen 1850 - 1900

 

 

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Chronologie der wichtigsten Ereignisse in Köngen

Köngen im Späten Mittelalter (1250 - 1400)

Köngen in der Zeit vom Späten Mittelalter bis zur Reformation (1400 - 1520)

Köngen in der Zeit von der Reformation bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1520 - 1618)

Köngen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)

Köngen in der Zeit vom Westfälischen Frieden bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts (1648 - 1750)

Köngen in der Zeit von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1750 - 1806)

Köngen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1806 - 1850)

Köngen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1850 - 1900)

Köngen in der Zeit der Weimarer Republik (1918 - 1933)

Köngen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (1945 - 1982)

 

 

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Köngen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts 


  • Das Köngener Schloss und seine Bewohner
 
  • 1834: Tod von Jakob Friedrich Weishaar

 
  • 1851: Sein Sohn, Dr. Otto Weishaar, übernimmt die Verwaltung des Schlossgutes

 
  • 1853 führt die Witwe von Jokob Friedrich Weishaar in Köngen das Spitzenklöppeln ein. Sie will damit die durch Hagel entstandene Not der Köngener Bevölkerung lindern. 1876 wird eine Klöppelschule im Schloss eingerichtet.

 
  • 1873: Dr. Otto Weishaar heiratet in zweiter Ehe Berta Gunzenhauser, die Tochter des Köngener Lindenwirts

 
  • 1876: Tod von Otto Weishaar. Seine Witwe verwaltet gemeinsam mit der Witwe von Jakob Friedrich Weishaar für zehn Jahre das Schlossgut.

 

Berta Weishaar geb.Gunzenhauser (* 1854, † 1935)

Privatbesitz

 
  • 1886 Berta Weishaar übernimmt das hoch verschuldete Gut. Sie öffnet ihr Anwesen für zahlreiche Zwecke und Initiativen.

Der in Utrecht geborene Kunstmaler Christian Friedrich Mali (*1832, †1906) hielt sich aufgrund familiärer Beziehungen in seinen letzten Lebensjahren immer wieder in Köngen auf. Seine Mutter war eine Kaufmannstochter aus Weilheim an der Teck, seine Schwester, verheiratet mit dem holländischen Maler Pieter Francis Peters, bewohnte mit ihrer Familie das Köngener Schloss. Dabei entstand 1897 das unten abgebildete Landschaftsbild mit einer, wahrscheinlich im Jahr 1806 errichteten Gruhbank (auch Ruhebank). Es ist ein kleines Spätwerk des Malers, der sich von seinem Künstlerkollegen Anton Braith 1860 dazu anregen ließ, sich der Tiermalerei zuzuwenden.

 
 

Gemälde des 'Königsbaus' in Köngen, gemalt von Anna Peters

Privatbesitz

 

Dorfidyll in Köngen, gemalt von Anna Peters

Privatbesitz

 

Köngener Gruhbank, gemalt von Christian Friedrich Mali


Bildnachweis: Braith-Mali-Museum Biberach an der Riss (Inv. Nr. 1989/07894;SK Mali 3564; Museum Biberach


  • 1905: Der unter der Obhut der Vikare stehende "Jünglingsverein" findet im Schloss eine Bleibe

 
  • Wichtige Ereignisse im Dorfleben

  • Das württembergische Manöver von 1861

  • Die Ulmer und die Stuttgarter Garnison des württembergischen Heeres errichten im Südwesten Köngens ein 2 km langes Lagerdorf

  • Zweiwöchige Feldübung mit Besuch des Königs

Bericht eines Augenzeugen (des damals siebzehnjährigen A. Flaig): "Am festgesetzten Tag, vormittags um neun Uhr, kam König Wilhelm I. mit großem Gefolge von Denkendorf her im Galawagen bei den Linden an. Hier hatten sich Pfarrer und Schultheiß mit Gemeinderat, Lehrer und Schüler und eine unzählbare Menschenmenge aus der Umgebung, ja aus dem ganzen Land, zum Empfang aufgestellt. Sie begrüßten den Herrscher mit jubelnden Hochrufen.  ....."

  • 1865 - 1878:  Auseinandersetzungen mit dem Oberamt über die Erweiterung der Peter- und Paulskirche

  • 1865: Das Oberamt verweigert die erhofften Geldmittel

  • 1870: Klage wird durch das Königliche Oberamtsgericht abgewiesen; 1872 wird die Berufung abgelehnt

  • 1878: Beginn von Renovierungsarbeiten an der Kirche

 
  • Der Einfluss der industriellen Revolution auf die Bevölkerungsstruktur

  • Im Jahre 1845 arbeiteten in Köngen 80 Leinewebermeister, die vielfach einem Familienbetrieb vorstanden. Jeder Betrieb verfolgte die Herstellung seiner Ware vom Rohstoff bis zum Endprodukt und dessen Vertrieb. So gab die Leineweberei einem großen Teil der rund 2000 Einwohner über das ganze Jahr Arbeit und Brot.

Es begann mit dem Anbau des Flachses auf den Feldern. Nach der Ernte erfolgte das 'Rotten' in Wasser und das 'Darren' in der Sonne. Beim 'Brechen' wurden die holzigen Stengelanteile zerkleinert, die anschließend durch das 'Schwingen' entfernt wurden. Erst durch das 'Hecheln' wurde der Flachs faserig, weich und glänzend. Nun konnte das das 'Spinnen' und 'Spulen' folgen. Was Abgaben an die Grundherrschaft und Eigenbedarf übrig ließen, versuchten die Frauen auf den Märkten der Umgebung abzusetzen.

  • Bereits im Jahre 1812 war in der Nähe von Köngen eine Baumwollspinnerei entstanden, die auf eine Automatisierung der Fertigung mit hohem Produktionsausstoß abzielte. Mit steigender Produktivität dieses Fabrikationsbetriebs war über die Köngener Leinewebermeister und die in den Arbeitsablauf einbezogenen Menschen das Urteil gesprochen. Lange hielten einige Familienbetriebe an Flachsbau und Webstuhl fest, bis auch dies völlig unrentabel wurde. - Bittere Armut breitete sich um 1875 im Dorf aus. Viele bis dahin selbständige Meister mussten den Weg in die Abhängigkeit gehen.

  • Frau Berta Weishaar (siehe oben) versucht schon 1876 mit der Einrichtung einer Klöppelschule für Frauen und Mädchen im Köngener Schloss die Not der Bevölkerung zu lindern. 

  • Kissen und Nadeln haben Spindel und Webstuhl notdürftig ersetzt. Frau Weishaar gelang es, die vornehmen Familien des Landes für die preiswürdige Ware zu interessieren und ihren Absatz sicherzustellen. Später wurde die Klöppelschule zu einer Industrieschule für weibliche Handfertigkeiten ausgebaut, lange bevor der Staat in den Volksschulen ein solches Fach einführte. Bis in die Zeit um 1900 gehörte es zum Bilde Köngens, dass an schönen Tagen Frauen und Mädchen emsig klöppelnd vor den Häusern saßen. Die Materialnot des ersten Weltkriegs machte der Klöppelkunst in Köngen endgültig ein Ende. 

  • In der Zeitung 'Schwäbische Kronik' vom 16.12.1883 steht: "Köngen 14. Dez. Veranlasst durch den vorjährigen Hagelschlag kam hier ein Industriezweig wieder in Aufschwung, der zwar schon 1853 aus derselben Veranlassung von Frau Ministerin (Marie) Weishaar ins Leben gerufen, aber allmählig wieder in Abgang gekommen war: Die Spitzenklöppelei in dem dortigen Rittersaal unter Anleitung von Frau Gutsbesitzer Dr. (Berta) Weishaar und Frl. (Katharina) Maier. Frau Weishaar besorgt auch den Verkauf der Spitzen und hat seit dem Bestehen [dem Wiederaufleben] der Klöppelschule (Herbst 1882) schon die schöne Summe von 8500 M. für Spitzen ausbezahlt. In diesem Winter wurde nun die Einrichtung getroffen, dass an einem gewissen Tag der Woche von den Mädchen nur gestrickt oder genäht werden darf, damit über dem Klöppeln das Erlernen dieser für die spätere Hausfrau so unentbehrlichen Fertigkeiten nicht vernachlässigt wird."

 
  • 1870: Große Unterstützung des Deutsch-Französischen Krieges durch die Köngener Bevölkerung (Hohe Spenden)


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 Stand: 12.12.2016                                                 Copyright © 2016 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.                                                  Autor: Dieter Griesshaber