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Württemberg im Späten Mittelalter (1250 - 1400)

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Württemberg in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)

Württemberg in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)

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Der Dreißigjährige Krieg in Württemberg 


Vorbemerkung: In dem Kapitel 'Der Dreißigjährige Krieg in Deutschland ' finden Sie einen Überblick über den gesamten Verlauf des Krieges. In diesem Abschnitt werden nur die Besonderheiten für Württemberg dargestellt.

  • Herzog Johann Friedrich von Württemberg (* 1582, † 1628,  reg.1608 - 1628) schloss sich zwar 1608 der 'Evangelischen Union' an, verfolgte jedoch zunächst eine weit gehende Neutralitätspolitik.

  Herzog Johann Friedrich von Württemberg (* 1582, † 1628, reg. 1608 bis 1628)

Hauptstaatsarchiv Stuttgart (HStAS J 300 Nr. 216a)

Die Neutralitätspolitik des protestantischen Württemberg war aufgrund seiner geographischen Lage nicht erfolgreich. Eingezwängt zwischen dem katholischen Bayern und der calvinistischen Kurpfalz hatte Württemberg für die Kriegsgegner militärische Bedeutung.

  • Nachdem Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz  in der 'Schlacht am Weißen Berg' am 8. November 1620 geschlagen worden war, setzten seine Söldnerführer den  Kampf um die Oberpfalz fort. Dabei erlitt Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach am 6. Mai 1622 auf der württembergischen Markung Obereisisheim (in der Nähe von Wimpfen) gegen den Feldherrn der katholischen Liga, Tilly, und spanische Truppen eine schwere Niederlage.

      Friedrich V. (*1596, †1632), von 1610 bis 1623 Kurfürst von der Pfalz, als Friedrich I. von 1619 bis 1620 König von Böhmen

Tilly verdankte seinen Sieg nicht zuletzt dem Stillhalten der neutral abwartenden Württemberger. Herzog Johann Friedrich hat mit seiner Neutralitätspolitik letztlich sein Land auf Gedeih und Verderb den Siegern ausgeliefert. Er starb im Juli 1628.

  • Nach dem Tod Johann Friedrichs folgte die vormundschaftliche Regierung seiner zwei Brüder, erst des tüchtigen Ludwig Friedrich (1628 - 1631), dann des unfähigen Julius Friedrich (1631 - 1633).

  • Die katholischen Reichsstände in Württemberg verlangen die Rückgabe der seit dem Passauer Vertrag von 1552 durch die Protestanten eingezogenen geistlichen Güter.

Forderung des katholischen Bischofs von Augsburg, Heinrich von Knöringen, das Kloster Reichenbach im Murgtal wieder in Besitz zu bekommen, war unmittelbarer Anlass für das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. im Jahre 1629.

  • Durch das Restitutionsedikt von 1629 verliert der Herzog von Württemberg 22 Klöster und damit ein Drittel seines Herzogtums. 

  • Bis 1632 Siege des Kaisers und der "Katholischen Liga" (Wallenstein, Tilly) im evangelischen Süden Deutschlands. Die Württemberger müssen sich völlig dem Kaiser unterwerfen. Ein Widerstand aus eigener Kraft ist nicht mehr möglich.

 

 

Albrecht Eusebeus Wenzel von Wallenstein (*1583, † 1634), ab 1625 Herzog von Friedland

Stich von Peter Isselburg 1625 (Ausschnitt), Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien.

  • 1632 Württemberg wird von den schwedischen Truppen unter Gustav Adolf II. Adolf von Schweden besetzt. Die "Kaiserlichen" müssen zurückweichen. Die evangelischen Stände Württembergs schließen sich dem schwedischen König an. Sie erhalten in den von den Schweden eroberten Gebieten den von den katholischen Ständen übernommenen Besitz wieder zurück.

 

Gustav II. Adolf von Schweden (*1594 † 1632), König 1611 - 1632

  • 1632 erobern württembergische Truppen die Reichsstadt Rottweil und belagern das im österreichischen Besitz befindliche Villingen.

  • Nach dem Tod Gustav Adolfs in der Schlacht bei Lützen am 16.11.1632 setzt der schwedische Kanzler, Axel Oxenstierna den Kampf der Schweden in Deutschland fort. Auf dem 'Heilbronner Konvent' im April 1633 gelingt ihm ein Zusammenschluss der evangelischen Mitglieder von vier Reichskreisen in Süddeutschland (des Schwäbischen, Fränkischen, Ober- und Kurrheinischen). Der 'Heilbronner Bund' trat an die Stelle der ehemaligen 'Evangelischen Union'

  • 1633 übernimmt Herzog Eberhard III., der Sohn Johann Friedrichs, im Alter von 19 Jahren die alleinige Regierung in Württemberg.

 

Herzog Eberhard III. von Württemberg (*1614 † 1674), reg. 1628 - 1674

Bildquelle: Hofkunstanstalt Martin Rommel, Stuttgart 1905 in: Geschichte der Stadt Stuttgart, herausgegeben von den Bürgerlichen Kollegien im April 1905.

  • 6. September 1634: Schlacht bei Nördlingen: Die "Kaiserlichen" und Bayern bereiten den Schweden eine schwere Niederlage. Zwei Drittel der 6000 Mann starken  württembergischen Landmiliz, welche die Schweden unterstützt hatte, fiel in der Schlacht.

  • Das Herzogtum Württemberg wurde von den 'Kaiserlichen' verwüstet, die Städte Waiblingen und Calw wurden niedergebrannt. Außer der Festung Hohentwiel unter dem Kommandanten Konrad Wiederholt  wurden alle Festungen des Landes eingenommen. Die Existenzgrundlage Württembergs, die Landwirtschaft und der Weinbau, aber auch wichtige Produktionszweige wie die Tuchfabrikation in Calw und die Leinwandherstellung in Urach wurden zerstört.

  • Herzog Eberhard III. floh nach Straßburg. Kaiser Ferdinand II. zog im September 1634 in Stuttgart ein. Württemberg wurde als von Österreich erobertes Gebiet betrachtet und als solches verwaltet. Kaiserliche Räte regierten ohne Mitwirkung der Landstände.

  • Im November 1634 bekommt der 'Heilbronner Bund' von Frankreich Subsidien zum Aufbau eines Heeres von 12.000 Mann zugesichert. Im März 1635 übernimmt Bernhard von Weimar diese Armee.

  • Die Mitglieder des 'Heilbronner Bundes' werden von den Verhandlungen zum Prager Frieden (30.5.1635) ausgeschlossen. Sie profitieren jedoch von der zwischen Kaiser Ferdinand II. und den Reichsständen getroffenen Vereinbarung, den Konfessionsbestand von 1627 zur Norm zu erheben.

  • 1635 tritt Frankreich an der Seite der Schweden in den Krieg gegen den Kaiser ein. Württemberg wird zum hauptsächlichen Schauplatz des Krieges. Unter den Durchzügen, Kämpfen und Winterquartieren beider Parteien hatte das Land furchtbar zu leiden.

  • 1638 Herzog Eberhard III. von Württemberg erhält von dem neuen Kaiser Ferdinand III. weniger als die Hälfte seines Herzogtums zurück.  

Eberhard III. musste auf 14 Klöster und zahlreiche Ämter verzichten, die der Kaiser zwischenzeitlich "verschenkt" hatte. Der verbliebene Rest des Landes war verwüstet, weitgehend entvölkert und mit einer hohen Schuldenlast beladen.

  • Wie schon im 16. Jahrhundert führte man die katastrophalen Verhältnisse in Württemberg auf ein Strafgericht Gottes zurück, das dieser wegen des allgemeinen Sittenverfalls angeordnet hat. Unter dem Einfluss des Theologen Johann Valentin Andreä entstand ein 'Sündenkatalog', der noch über den von Johannes Brenz verfassten hinausging. Auf Betreiben Andräes wurden 1642 in den Amtsstädten und zwei Jahre danach im ganzen Herzogtum so genannte Kirchenkonvente eingerichtet. Dabei handelte es sich im Prinzip um Sittengerichte: In dem Kirchenkonvent, zu dem auch der herzogliche Vogt gehörte, sollte festgestellt werden, ob "dem Christentum und der Ehrbarkeit zuwider" gehandelt werde. Die Reinhaltung der wahren Lehre gehörte ebenfalls zu den Aufgaben des Kirchenkonvents.

Die Kirchenleitung erließ unter anderem auch Vorschriften, die sich mit der Kleidung befassten. Bauern hatten andere Kleidung zu tragen als die gewöhnlichen Bürger und die Ratsherren. Diese Vorschriften blieben noch lange Zeit erhalten.

  • Trotz zweier Niederlagen der Franzosen auf württembergischem Boden (1643 bei Tuttlingen, 1645 bei Mergentheim) waren sie im Verbund mit Schweden ihren Gegnern überlegen. 

 

Der Kaufbeurer Maler und Radierer Hans Ulrich Frank schilderte das Leben der Landsknechte im Dreißigjährigen Krieg. Hier: "Das wechselhafte Kriegsglück" von 1656.

  • 1648 Westfälischer Friede: Herstellung der früheren Verhältnisse in Württemberg (Interesse Schwedens an einem starken protestantischen Staat im Süden Deutschlands)

  • Wiederherstellung der geistlichen Güter nach dem Besitzstand von 1624

  • Gleichberechtigung des katholischen, lutherischen und reformierten Bekenntnisses im Reich durch Gesetz.

  • Den Protestanten in den österreichischen Erblanden - auch in Vorderösterreich - blieb die Gleichstellung und auch der Rechtsschutz ausdrücklich versagt.

  • Die Protestanten in Süddeutschland sahen sich nach der Gegenreformation einem starken katholischen Block gegenüber. Auch die politischen Verhältnisse hatten sich verändert: Die Grenze zu Frankreich lag jetzt am Oberrhein, die Schweiz war aus dem Reichsverband ausgeschieden. Die politische Macht in Süddeutschland lag ausschließlich in der Hand der Habsburger und Bayerns.


Literaturhinweise


Bauer, Ernst W. / Jooß, Rainer, Schleuning, H. (Hrsg.)

Unser Land Baden-Württemberg. Theiss-Verlag 1986.

Bölcke, Willi A.

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Borst, Otto

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Dieterich, Susanne

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Dieterich, Susanne

Württembergische Landesgeschichte für neugierige Leute. Band 2: Vom Dreißigjährigen Krieg bis 1952. DRW-Verlag 2003.

Grube, Walter

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Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte, Band 1,2: Vom Spätmittelalter bis zum Ende des Alten Reiches. 2000

Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg

Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte, Band 2: Die Territorien im Alten Reich (1000 - 1805). 1995

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Waßner, Manfred

Kleine Geschichte Baden-Württembergs. Theiss-Verlag 2002

Weber, Reinhold / Wehling, Hans-Georg

Geschichte Baden-Württembergs. Beck Wissen. 2007

Weller, Karl / Weller, Arnold

Württembergische Geschichte im südwestdeutschen Raum. Theiss-Verlag. 10. Auflage 1989.


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Stand: 08.12.2016                    Copyright  © 2016 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.               Autor: Dieter Griesshaber