Menschen im Dorf Grinario

 

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Die Römer in Südwestdeutschland

Der Untergang der römischen Republik und die Regierungszeit des Kaisers Augustus (44 v.Chr. - 14 n. Chr.)

Römische Geschichte zur Zeit der Kaiser Domitian, Nerva und Trajan (81 - 117 n. Chr.)

Römische Geschichte zur Zeit der Kaiser Hadrian und Antoninus Pius (117 - 161 n.Chr.)

Römische Geschichte zur Zeit der Kaiser Marc Aurel und Commudus (161-192 n.Chr.)

Der Aufbau des römischen Staats

Das Heer während der römischen Kaiserzeit

Römische Religion und Philosophie

Römische Literatur

Entstehung und Ausbreitung des Christentums

Entwicklung des Christentums von Kaiser Konstantin I. bis zum Untergang des weströmischen Reiches (306 - 476)

Römische Medizin

Münzsystem und Fernhandel im Römischen Reich

Das Weiterleben der römischen Kultur

Römisches Recht

Römische Sprichwörter und Lebensregeln

Das Geheimnis um den Ort Grinario

Das römische Kastell in Grinario

Das Dorf Grinario

Die Menschen im Dorf Grinario

Ausgrabungen im heutigen Köngen

 

   

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Religion und Kult


  • Wie in anderen römischen Dörfern der germanischen Provinzen war es auch in Grinario möglich, mehrere Götter nebeneinander zu verehren, die zudem aus verschiedenen Ländern kommen konnten (z.B. Italien, Griechenland, Syrien, Persien, Ägypten, Gallien und Germanien sein.

  • Für die Römer verkörperte sich göttliches Wirken in einer Vielzahl von Göttern. Jeder durfte der Gottheit opfern, von der er Schutz und Hilfe erwartete. Einzige Bedingung war die Bereitschaft, den offiziellen Staatsgöttern, nämlich dem Jupiter Optimus Maximus (dem Besten, dem Größten), der Juno (Jupiters Gattin, Schutzgöttin der Frauen, Beschützerin der Ehe) und der Minerva (Göttin der Weisheit, des Handwerks sowie der besonnenen Kriegsführung, auch Göttin der Kunst und der Wissenschaft) zu opfern. Dadurch bekundete der Opfernde seine Treue gegenüber dem Staat und dem Kaiser.

 

Relief der capitolinischen Trias (von links nach rechts: Minerva, Jupiter Optimus Maximus, Juno) aus Trier

Original im Landesmuseum Trier

Da der Kaiser als Stellvertreter des Gottes Jupiter Optimus Maximus angesehen wurde, galt vor allem die Verehrung der Staatsgötter als unverzichtbar für das Wohlergehen und den Fortbestand des römischen Reiches. Diese Verehrung wurde auch von den nichtrömischen Soldaten verlangt.

  • Meist sahen die Römer in den Göttern anderer Völker ihre eigenen. Die Angleichung der Gottheiten kommt in charakteristischen Doppelnamen, wie zum Beispiel 'Merkur Visucius' zum Ausdruck.

  • Für Grinario lässt sich die Verehrung folgender Götter und Göttinnen nachweisen: Jupiter Optimus Maximus, Jupiter Dolichenus, Minerva, Merkur, Merkur Visucius, Sancta Visucia, Epona, Vulkan, Victoria, Apollo, Diana, Venus, Herecura, Virtus, Genius und Mithras nachweisen. Sie weisen auf die Struktur der Bevölkerung hin.

  • Rein römische Gottheiten sind neben Jupiter Optimus Maximus und Minerva: Merkur (Götterbote, Gott des Handels und der Reisenden), Vulkan (Gott der Handwerker, Schmiedegott), Victoria (Göttin des Sieges und des Friedens, auch Schutzgöttin des römischen Kaisers), Apollo (Gott der Sonne, des Lichts und der Musen; schenkt den Sieg im Kampf, gibt Rettung und Heilung im weitesten Sinne), Diana (Göttin der Jagd, des Waldes und der dort beheimateten Tiere), Venus (Göttin der Liebe und der Schönheit).

  • Die Einheimischen verehrten auch die Götter der Römer, da sie in den jeweiligen Wirkkräften der römischen Götter ihre eigenen Götter wieder erkannten. Den antiken Vorstellungen nach war es möglich, Götter ihren Zuständigkeiten gemäß gleichzusetzen. Dieser Vorgang wird nach Tacitus (Germania 43) 'interpretatio romana' genannt und hatte die Romanisierung der Götterwelt der Kelten zufolge. Eine bildliche Darstellung der Götter hatte es zuvor bei den Kelten nicht gegeben.

  • Neben den einheimischen und den im Zuge der 'interpretatio roma' entstandenen Gottheiten wurde die gesamte römische Götterwelt in den Provinzen verehrt. Nicht selten waren es Soldaten, welche die Götter ihrer Heimat auch während ihres Dienstes in den Provinzen verehrten. Zahlreiche von ihnen gestiftete Inschriften und Bildwerke deuten darauf hin. Weit über den eingewanderten Personenkreis hinaus erfreute sich insbesondere Jupiter Optimus Maximus, der als Welterhalter an der Spitze des römischen Pantheons stand, in allen Provinzen großer Beliebtheit. Seine Verehrung war ebenso verbindlich wie der Kaiserkult.

 

Vulkan (Vulcanus)

Der nebenstehende, in Köngen gefundene Kopf, war Teil einer Statue aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.

  • Jupiter Dolichenus gehört zu den im gesamten Römischen Reich bekannten orientalischen Gottheiten. Sein Hauptheiligtum stand im syrischen Doliche. Er sorgt sich um die Erhaltung der Ordnung der Welt. In vielem ist er dem römischen Jupiter ähnlich. Im fortgeschrittenen 2. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts gehörte Jupiter Dolichenus zu den bevorzugten Göttern des römischen Heeres. Verehrt wurde er vor allem im nördlichen obergermanischen Limesgebiet.

  • Ein Beispiel für die überregionale Ausbreitung einer keltischen Gottheit ist Epona, die Göttin der Pferde. In Grinario war sie als Schutzgöttin sowohl für die Reitertruppe als auch für die Fuhrunternehmer und die Bauern von Bedeutung.

  Das Kultbild der Köngener Epona zeigt die mädchenhafte Göttin mit einem Korb auf dem Schoß, in welchen sie ihre Opfergaben eingesammelt hat.

Das Bild der Epona scheint in keinem Pferdestall des römischen Reichs gefehlt zu haben. So erblickt auch in dem satirischen Roman "Die Metamorphosen" (auch "Goldener Esel" genannt) des römischen Schriftstellers Apuleius (124 - 180 n. Chr.) der in einen Esel verwandelte Held in einem Pferdestall "am Mittelpfeiler, welcher die Deckenbalken trug, das Bild der Göttin Epona, thronend in einem Kapitellchen, das sorgsam mit frischen Rosen geschmückt war" (Apuleius, Met. III,27).  Die "frischen Rosen" musste der Esel fressen, um seine frühere menschliche Gestalt wiederzugewinnen.

  • Die Errichtung von Jupitergigantensäulen war ein Brauch, der von der ortsansässigen keltischen Bevölkerung ausgeübt wurde.

Die frühen Kelten hatten in einer hohen Eiche das Bild ihres höchsten Gottes gesehen. Das Eichenlaub auf dem Säulenschaft einiger dieser Säulen gibt einen deutlichen Hinweis darauf. Der auf der Säule thronende Jupiter konnte statt eines Blitzbündels auch ein Rad in der Hand tragen, ein Zeichen des keltischen Himmelsgottes Taranis. Das Rad galt als Symbol der Sonne, des Lichts. Mit den Vorstellungen der Römer von dem Staatsgott Jupiter lässt sich dies nicht vereinbaren.

  • Merkur Visucius ist der auch in Grinario verehrte keltische Gott des Handels und der Fruchtbarkeit.

Werden auf den Altars und Weihesteinen - wie es häufig der Fall ist - die Gottheiten nur mit ihrer römischen Bezeichnung (z.B. Apollo, Diana, Merkur) angerufen, so ist es oft schwierig zu entscheiden, ob die klassisch-römischen Götter oder die in ihrer Wirkungsweise gleichgestellten keltischen Götter gemeint sind. Im Falle des Merkur handelt es sich nur dann um einen keltischen Gott, wenn er entweder mit der Anrede 'deus' oder mit einem Beinamen (z.B. Visucius, Mercator) versehen ist.

  • Weitere Gottheiten: Sancta Visucia (keltische Göttin der Fruchtbarkeit),  Herecura (keltische Unterwelt- und Fruchtbarkeitsgöttin), Virtus (Göttin der Tüchtigkeit und der Tapferkeit), Genius (hier: Schutzgott des Dorfes Grinario, bringt Wohlstand und Glück)

  • Kaiser Commodus ließ sich gegen Ende seiner Regierungszeit (180 - 192 n. Chr.) als Herkules darstellen und verehren - auch in Grinario.

  Commodus, römischer Kaiser von 180 - 192 n. Chr.)

Der oben abgebildete steinerne Kopf, der auf dem Köngener Kastellgelände im Bereich des Fahnenheiligtums des ehemaligen Stabsgebäudes (principia) gefunden wurde,  lässt sich aufgrund des mit Juwelen besetzten Kopfschmucks als Teil einer Statue des Kaisers Commodus deuten. Nach dem Abzug der Truppen aus Grinario (155 n. Chr.) wurde das Fahnenheiligtum in ein ziviles Heiligtum umgewandelt. Der Kult für die Staatsgötter und den Kaiser blieb erhalten.

  • Das Mithrasheiligtum in Grinario

 
 

Das rekonstruierte Mithrasrelief von Köngen. Rechts unten die originale Ecke.

Atelier Gronwald, Winnenden

  • Im Februar 1976 fand man am Rande des ehemals römischen Dorfes in Richtung Rottenburg die rechte untere Ecke eines Mithras-Reliefs. Durch Vergleich mit anderen, sehr ähnlichen Darstellungen konnte man dieses zentrale Kultbild eines Heiligtums der Mithrasreligion ergänzen. Es befindet sich heute im Römermuseum in Köngen.

  • Ihren Ursprung hatte der Mithras-Kult im persischen Raum. Dort war Mithras bereits seit dem 14. Jahrhundert vor Christus als Lichtgott bekannt (hethitische Tontafel). Über Kleinasien kam der Kult durch orientalische und römische Kaufleute, Verwaltungsbeamte und vor allem auch durch im Orient angeworbene Soldaten in die westlichen Provinzen. Die Anhänger des Kults, ausschließlich Männer, stammten aus allen Bevölkerungsschichten. Die Kultgemeinschaften wurden bewusst klein gehalten und hatten den Reiz der Exklusivität.

Das Römische Reich bot mit seiner verkehrstechnischen Infrastruktur, seinen ökonomischen und kulturellen Verflechtungen und nicht zuletzt durch seine Truppenverlegungen vielfältige Möglichkeiten für die Ausbreitung orientalischer Kulte. Das Auffinden eines Mithras-Reliefs in Grinario beweist, dass dort zumindest Teile der Truppen aus Kleinasien stammten. Besonders im 3. Jahrhundert n. Chr. hatte der Kult im gesamten römischen Reich viele Anhänger.

  • Das Relief zeigt den persischen Gott Mithras, wie er den Stier, auf dem er gerade reitet, mit einem Dolch ersticht. Die rituelle Opferung des Erd-Stiers geschieht auf Befehl des Sonnengottes (Sol) und symbolisiert Schöpfung und den Beginn von neuem, eigentlichem Leben (analog gilt die Kreuzigung von Jesus als zentrales Symbol des Christentums). Wie das Christentum war der Mithraskult eine Erlösungsreligion, die ihren Anhängern ein Weiterleben nach dem Tod versprach.

Durch das Blut des Stieres wird die Erde fruchtbar gemacht. Begleitet wird der Lichtgott von Cautes und Cautopates, die für Leben und Tod, für das Gute und das Böse stehen, der eine mit der erhobenen, der andere mit der gesenkten Fackel. Mithras selbst ist die Personifizierung des Lichts, er besiegt die Dunkelheit und kämpft gegen das Böse. Häufig stellten die Kultanhänger auch das Mahl dar, bei dem sich Mithras und Sol nach vollbrachter Erlösungstat gemeinsam an Fleisch und Blut des Stieres stärken. Mithras und Sol wurden im Mahl eins (DEUS SOL INVICTUS MITHRAS).

  • Der Mithraskult hat, so nehmen einige Wissenschaftler an, seinen Ursprung in der genauen Beobachtung des Sternenhimmels. Es wird vermutet, dass die Stiertötungsszene ein Abbild des Himmels zur Zeit der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche ist. Wenn im Osten die Sonne auf- und zugleich das Sternbild 'Taurus' (Stier) erstmals im Westen untergeht (der Stier also "getötet" wird), beginnt der Winter. Umgekehrt ist es Frühlingsanfang, wenn der 'Stier' letztmals bei Sonnenuntergang am Himmel zu sehen ist. Cautes und Cautopates würden dann die Tag- und Nachtgleiche im Frühling und im Herbst symbolisieren. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich auch Mithras in der Gestalt des Sternbilds 'Perseus'  am Himmel - direkt über dem 'Stier'.

  • Wie alle heidnischen Kulte wurde auch der das Mithras 391/392 n. Chr. unter Kaiser Theodosius verboten.


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Bestattungssitten


  • Die Bewohner von Grinario bestatteten ihre Toten vor allem auf einem Friedhof, der am Nordende des Dorfes lag und eine Größe von 51 x 72 x 58 x 90 m aufwies. Weitere Gräber lagen beiderseits der römischen Straße Cannstatt. Bei den Ausgrabungen wurden 250 von weit über tausend Gräbern geborgen. Sie geben Aufschluss über die Bestattungssitten in einem römischen Dorf.

Von den freigelegten Gräbern waren weitaus die meisten Brandgräber (Feuerbestattungen). Kinder und Jugendliche wurden meistens unverbrannt bestattet.

  • Der Ablauf einer Feuerbestattung

  • Aufbahrung des Toten in seiner Kleidung auf einem zentralen Verbrennungsplatz auf dem Friedhof. Beigabe von Schmuck oder sonstigem persönlichem Besitz. Auch Salben und kleine Parfümfläschchen wurden auf den Scheiterhaufen gelegt.

Die religiöse Vorstellung hinter dem Verbrennen war die, dass sich die Seele durch Feuer leichter vom Körper löste und der Leib des Toten wie auf einem Altar den Göttern geopfert werden sollte. Deshalb sollte der Scheiterhaufen in Form eines Altars aufgeschichtet sein. Häufig wurde der Scheiterhaufen auch 'ara' (Altar) genannt.

  • Abhaltung eines feierlichen Mahls zum Gedächtnis des Toten.

In der Vorstellung der Trauernden nahm der oder die Verstorbene an dem Mahl teil. Die für ihn bereit gestellte Portion kam zusammen mit dem Essgeschirr der Trauerversammlung auf den Scheiterhaufen.

  • Am nächsten oder übernächsten Tag nach der Verbrennungszeremonie wurden die Überreste (Knochen, Asche, Reste der Beigaben) zum Grab gebracht. Am offenen Grab spendeten die Hinterbliebenen häufig noch ein Trankopfer. Dabei wurden Lampen und Räucherkelche angezündet. Der Trinkbecher sowie einen oder mehrere Krüge wurde mit ins Grab gegeben. Manchmal kam ein Amulett oder eine Münze hinzu.

 

Auf dem Friedhof

Die Zeichnung rekonstruiert das Trankopfer, welches nach der Verbrennung - vor der Urnenbestattung - am offenen Grab stattfand.

Bei einigen Bestattungen wurden die Knochen getrennt und in eine Urne oder in der Scherbe eines großen Gefäßes gelegt.

  • Nach der Schließung des Grabes wurde die Stelle mit einem Stein oder einem Holzstab gekennzeichnet. Reichere Familien stellten einen Grabstein oder einen Altar mit dem Namen des Toten auf. Einige wenige Grabmäler in Grinario bestanden aus kleinen steinernen Tempelchen oder hohen Pfeilern, die mit Ornamenten und bildlichen Darstellungen des Toten geschmückt waren.

  • Zum Fest der "Parentalia" zwischen dem 13. und 21. Februar eines jeden Jahres gedachte man feierlich der Verstorbenen. Am letzten Tag, den "Feralia" hatten die Hinterbliebenen ihren Toten am Grab ein Opfer darzubringen und ein Gebet zu verrichten (Ovid: Fasti, II 533 f).

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Kleidung, Schmuck, Frisierkunst


  • Kleidung
 
  • Antike Kleidung war nicht geschneidert, daher fast nahtlos, hatte keine Knöpfe und keine Taschen, war ursprünglich nur aus Wolle und im allgemeinen ungefärbt.

 
  • Die Toga wurde nur von Personen getragen, die das römische Bürgerrecht besaßen und dies auch nur bei feierlichen Anlässen. Es gilt als sicher, dass in Grinario kaum jemand in der römischen Tracht gekleidet war; wahrscheinlich war dies nur der Kommandant des Kastells.

  • Das traditionelle Kleidungsstück der römischen Männer war die Toga, ein halbkreisförmig geschnittenes, großes weißes Wolltuch, dessen Stoffmenge während der Kaiserzeit noch zunahm und  immer unbequemer wurde. Unter der Toga trug man die einfache Tunika, die meist aus Leinen gefertigt war. Eine Tunika aus Wolle wurde auch als "Freizeitbekleidung" getragen. Sie bestand aus zwei einfachen Stoffstücken, die an den Seiten zusammengenäht waren. In der Taille wurden sie von einem schmalen Gürtel gehalten.

  • Das Anlegen der Toga erforderte insbesondere wegen der vielen modischen Veränderungen des zweiten und dritten Jahrhunderts n. Chr. ein ziemlich kompliziertes Faltenlegen und eine reiche Drapierung. Es ist daher verständlich, dass der alte offizielle "Staatsrock" im Laufe der Zeit durch bequemere Bekleidungsstücke verdrängt wurde. So kam die 'panuela' in Mode, ein einfaches ärmelloses Gewand, das auch als Mantel dienen konnte, wenn es aus Wolle bestand.

  Römer und Römerin
 
  • In Grinario wurde sich wahrscheinlich auch dem Abzug der Truppe um das Jahr 155 n. Chr. die keltische Tracht beibehalten, die von Reliefdarstellungen des Rheinlands aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. bekannt ist.

 
  • Die Kleidung der weiblichen Dorfbewohner

  • Über einem Schurz und einem Brusttuch wurde ein langärmliges, eng anliegendes langes Unterkleid aus weichem, fließendem Stoff getragen. Der Halsausschnitt wurde durch eine kleine, waagrecht gesteckte Fibel, d.h. eine verschließbare Schmucknadel, geschlossen.

  • Über das Unterkleid zog man ein ärmelloses knöchellanges Kleid. Es bestand aus einem einfachen Stoff in zylindrischer Form, der an den Schultern von je einer senkrecht gesteckten Fibel zusammengehalten wurde. Mit einer weiteren, waagrecht gesteckten, Fibel war das Oberkleid in der Mitte vor der Brust am Unterkleid befestigt.

  • Mineralische Stoffe wie Blüten, Früchte, Fasern von wild wachsenden und eigens angebauten Pflanzen dienten als Färbemittel der auffallend bunten Stoffe von Braunrot- bis Blaugrüntönen. Auf dem Webstuhl konnte man verschiedene Muster eben - beliebt war das karierte Muster.

  • Vom 2. Jahrhundert n. Chr. an kam ein in Gallien übliches Gewand in Mode: ein tunikaartiges, weitärmeliges Kleid, zu dem man keinen Gürtel umband. Da es an den Schultern zusammengenäht war, wurden die Fibeln überflüssig.

  • Der von den Frauen im Freien getragene Mantel bestand aus einem breiten, rechteckigen Tuch, das entweder auf einer Schulter mit einer Fibel zusammengeheftet war oder um die Schultern und Oberarme gelegt und mit der einen Hand festgehalten wurde.

  • Auf dem Kopf konnten die Frauen eine Haube oder Mütze tragen.

  • Das Schuhwerk der Frauen waren geschlossene, über die Knöchel reichende Stiefeletten aus weichem Leder.

  Dorfbewohner
 
  • Die Kleidung der männlichen Dorfbewohner

  • Über dem Schurz und - vor allem im Winter - der zusätzlichen Unterkleidung trug man den so genannten 'Gallischen Kittel', ein die Knie bedeckendes hemdartiges Kleidungsstück mit kurzen weiten Ärmeln. Der Kittel, der meistens mit einem Ledergürtel geschnürt war, trug man über die Hose. Die Gürtel waren häufig kunstvoll verziert.

Im 3. Jahrhundert n. Chr. kommt eine schmäler geschnittene Form mit langen engeren Ärmeln in Mode.

  • Der Mantel ist ein ponchoartiger knielanger Umhang aus einem kräftigen, oval geschnittenen wollenem Stoff mit V-förmigem Halsausschnitt. Diesen gallischen Kapuzenmantel wussten auch die Römer zu schätzen.

  • Das Schuhwerk bestand aus weichen knöchelhohen Stiefeln, geschlossenen mit Lederbändern verschnürten Halbschuhen sowie Sandalen, bei denen das Oberleder aus einzelnen Riemen bestand. Halbschuhe und Sandalen hatten genagelte Sohlen.

  • Schmuck
 
  • Schön verzierte Fibeln, oft als Broschen verwendet.
 
  • Halsketten aus Glas- und Bronzeperlen; Silberscheibe als Anhänger.
  Schmuckstücke
 
  • Kleine Bronzeanhänger; gefasste Halbedelsteine und Amulette.
 
  • Armringe.
 
  • Fingerringe aus Eisen, Bronze und Edelmetallen.
 
  • Haarnadeln aus Bronze oder Knochen.
  • Frisierkunst
 
  • Die Damen aus der Oberschicht setzten die modischen Trends.
 
  • Die Frisuren der Damen waren bis zum Beginn der Kaiserzeit ausgesprochen schlicht: Die Haare wurden in der Mitte gescheitelt, zu Zöpfen geflochten und zum Knoten geschlungen.
 
  • Die Frisuren der Damen waren bis zum Beginn der Kaiserzeit ausgesprochen schlicht: Die Haare wurden in der Mitte gescheitelt, zu Zöpfen geflochten und zum Knoten geschlungen.
 
  • Neue Impulse gingen vom Kaiserhof aus, wo es die Damen liebten, ihr Haar zierlich zu kräuseln oder zu gewaltigen Hochfrisuren aufzutürmen. Dafür verwendete man auch Haarteile und Perücken.
 
  • Die Römerinnen trugen gerne blond, besonders seit dem Zusammentreffen römischer Legionäre mit den weizenblonden Germanen.
 

Die ersehnte Aufhellung sollte beizende Seifenpomade oder Haarwäschen aus alkalischer Birkenasche und Meereswasser bringen, teils vermischt mit Kamillenblüte, Eigelb oder Safran. - Vielfach aber wurde der germanischen Sklavin ihr helles Haar abgeschnitten und in das Eigenhaar der römischen Herrin eingeflochten oder als Perücke verwendet.

 
  • Für die kunstvollen Lockentürme waren Lockenstäbe aus heißen Metallstäbchen in Gebrauch.
 
  • Als Haarschmuck dienten Haarnadeln, Bänder und Diademe etc., an welchen man den Rang der Trägerinnen erkennen konnte.

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Schreiben, Spielen, Beleuchtung, Möbel


  • Schreiben
 
  • Schreiben auf PapyrusPergament (aus Tierhäuten), Bronzetäfelchen, mit Wachs beschichtete Holztäfelchen, Tonscherben.

  • Die Herstellung des Papyrus lag während der Antike  in den Händen der Ägypter. Von dem römischen Schriftsteller Plinius dem Älteren (23 - 79 n. Chr.) können wir die Produktionsmethode erfahren: "Aus dem weichen, porösen Mark der schilfartigen Papyruspflanze ... wurden schmale, dünne Streifen geschnitten und dicht aneinander gelegt, eine zweite Schicht legte man im rechten Winkel darüber. Beide Lagen bearbeitete man solange mit einem Stein oder Hammer, bis ein zusammenhängendes elastisches Blatt entstand. Dabei diente der Saft der Pflanze als Klebemittel."

  • Die Ägypter konnten den großen Bedarf an Papyrus bald nicht mehr decken. Dies ist wohl der Grund dafür, dass man auf die längst bekannte Herstellung von Pergament aus Tierhaut (membrana = Haut)  zurückgriff. Das Tierfell wurde enthaart, gereinigt, gespannt, getrocknet und geglättet und war dann - ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Papyrus - auf beiden Seiten zum Beschreiben geeignet.

  • Auf den mit Wachs bestrichenen Holztafeln wurden Notizen gemacht. Auch für Urkunden wurden sie verwendet. Die dunkle Färbung des Wachses bewirkte, dass die durch den Griffel geritzten Buchstaben vor dem helleren Untergrund hervortraten. Bei den den mit Wachs bestrichenen Tafeln konnte man Fehler mit der flachen Seite des Griffels gut korrigieren oder die Schrift wieder löschen. - Auch in Tonscherben konnten Texte, sogar private Urkunden, eingeritzt sein.

  • Zum Schutz vor Fälschungen waren, z.B. bei Verträgen, sog. Doppelurkunden üblich. Sie bestanden meistens aus drei Holztäfelchen, daher die Bezeichnung "Triptychon". Die erste Textausfertigung stand auf den vorderen Innenseiten der Tafeln. Diese wurden für sich durch eine Schnur verschlossen, die auf der Rückseite der letzten inneren Tafel in einem vertieften Feld mit den Siegeln der Zeugen versehen wurde. Auf dem Rest der Tafeln folgte noch einmal, nun für jeden lesbar, der gleiche Urkundentext. Der innere, versiegelte Text wurde nur bei Zweifeln an der Echtheit des äußeren Textes geöffnet.

 
  • Schreibgeräte: Federkiele, Rohr- und Bronzefedern;  spitz zulaufende Griffel (stili) aus Eisen, Blei oder Elfenbein zum Beschriften von Wachstafeln (mit dem anderen abgeflachten Ende des Griffels konnte man durch Verstreichen des Wachses die Schrift wieder tilgen.

Die Spitze des Schreibrohrs (calamus = Rohr) war wie bei einer modernen Metallfeder geteilt. Wenn sie nach längerem Gebrauch stumpf geworden war, wurde sie vom Schreiber mit einem Messerchen wieder funktionsfähig gemacht. Mit Hilfe der Federn, die aus filigranen Gänsekielen bestanden, schrieben die Römer auf Papyrus oder Pergament. Die zarten Federn blieben im Boden nicht erhalten, sehr wohl aber Tintenfässchen aus Bronze oder Ton.

 
  • Tinte: schwarzes Gemisch aus Klebstoff und Ruß, das für den Gebrauch mit Wasser verdünnt werden musste.

Die Tinte war hervorragend haltbar und sogar gegen Feuchtigkeit unempfindlich. Die im Jahre 79 n. Chr. im feuchten Ascheregen des ausgebrochenen Vesuvs  begrabenen Papyri von Herculaneum waren bei ihrer Wiederentdeckung in der Neuzeit noch voll lesbar. Allerdings waren viele Papyri steinhart geworden und konnten nicht mehr ausgerollt werden.

 
  • Zum Handwerkszeug eines Schreibers gehörten ferner ein Lineal zum Vorzeichnen der Linien, ein Zirkel zum Abmessen der Spaltenbreite und ein Bimsstein zum Glätten des Pergaments.

  • Spiele und Sport
 
  • Brettspiele (Strategiespiele)

Beliebt war folgendes Brettspiel: Zwei Parteien (zwei Farben) mussten gegeneinander je 30 gläserne Steine auf einem Brett mit Linien setzen. Die Steine hatten - ähnlich wie beim Schachspiel - einen unterschiedlichen Wert und konnten verschieden gezogen werden: die einen Steine rückten gerade vor, die anderen hin und her. Wer weniger oder keine Steine mehr besaß, war Verlierer. Der Sieger hieß 'Imperator'. Bei einer anderen Art des Brettspiels wurden die Züge durch Würfel bestimmt.

Dem Dichter Ovid (* 43 v. Chr, † 17 n. Chr.) ist der Hinweis auf eine Frühform des Mühlespiels zu verdanken. In seiner "Ars amatoria" ("Liebeskunst") gibt er jungen Frauen gute Ratschläge, wie man am besten Beziehungen zu jungen Männern anknüpft. Dazu gehört die Empfehlung, sich mit Gesellschaftsspielen vertraut zu machen. Ovid schreibt: "Es ist schlimm, wenn ein Mädchen nicht zu spielen versteht; spielend erobert sie oft."

 
Brettspiel (Mühle)

Foto: dpa
 
  • Würfelspiele
 

Das beliebteste Spiel war das Würfelspiel. Es gab zwei Arten von Würfeln: einmal regelmäßig gestaltete (wie die in unserer Zeit) mit bis zu sechs Augen,  zum anderen solche mit ungleichen Seiten. Bei der ersten Würfelart wurden drei, bei der zweiten vier Würfel mit dem Würfelbecher geworfen. Alle Würfe hatten besondere Namen. Der höchste Wurf hieß "Venuswurf". Bei der ersten Spielart waren dies drei Sechsen. Der schlechteste Wurf war der "Hundswurf (nur je 1 Auge).

Die Würfel bestanden meistens aus den Knochen oder Gelenken von Tieren. In vornehmen Kreisen benutzte man in der Kaiserzeit Würfel aus Bronze oder aus Kristall.

 
Würfelspiel 

Foto: picture alliance / Prisma Archiv
 
  • Knobelspiele
  Beliebt war eine Art Knobelspiel, bei dem blitzschnell nach dem Öffnen der Hand die Zahl der ausgestreckten Finger des Gegners erraten werden musste. Dieses Spiel wurde später wegen häufigen Betrugs - hohe Einsätze standen auf dem Spiel - verboten.
 
  • Rätselspiele (Worträtsel, Silbenrätsel u. ä.)
  Diese Art von Gesellschaftsspiele wurde vor allem bei den Gastmählern betrieben. Für die richtige Lösung wurden Preise ausgesetzt.
   
 
  • Ein Spiel der besonderen Art ist das Kottabosspiel. Eine Version bestand darin, Apfelkerne an die Decke zu schnippen; die zweite Version verlangte, den Rest des Weins aus einem Becher in eine - in einigem Abstand stehende - Waagschale zu befördern.
  Das Kottabosspiel (zweite Version)

Museum in Paestum (Süditalien)

 
  • Ballspiele
 

Mit den Bällen wurde häufig Wurfball gespielt. Dabei sind drei Arten von Bällen zu unterscheiden: 1) ein mit Haaren gestopfter und mit Leder überzogener Ball (pila), 2) ein mit Federn gefüllter, etwas größerer Wurfball (pagonica) 3) großer, mit Luft gefüllter Ballon, der mit der Faust geschlagen wurden. Neben Wurfball wurde auch Prellball auf den Boden oder an die Wand gespielt. Ein anderes Ballspiel war das schnelle Zuwerfen eines kleinen harten Balls (trigon) zwischen in einem Dreieck stehenden Personen.

 
  • Gymnastik war für die Römer ein Teil der Gesundheitspflege. Der Philosoph Seneca (2 - 63 n. Chr.) warnt vor übertriebenem Sport, rät aber zu "kurzen und leichten Übungen", die den Körper kräftigen für die geistige Arbeit. Als empfehlenswerte Übungen nennt er Laufen, Springen und Übungen mit Hanteln.
  • Beleuchtung
 
  • Kienspan und Fackeln
 
  • Öllampen, seltener Kerzen aus Wachs oder Talg
 
  • Die übliche Dochtlampe war aus Ton oder Bronze

  In Grinario: kleine bronzene Kerzenhalter
  • Möbel
 
  • Bett, Sofa, Kinderwiege, Truhe, Stuhl, Tisch
 
  • Truhen und Kästen, nicht aber Schränke, dienten zur Aufbewahrung von Kleidern
 
  • von hölzernen Truhen überdauerten in Grinario: Metallgriffe und Beschläge aus Bronzeblech oder Knochen sowie Schlüssel

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Kochen, Essen und Trinken


  • Mahlzeiten der ärmeren Bevölkerung und der Soldaten
 
  • Getreidebrei (puls): Dinkel + Salz und Wasser; dazu Gemüse, Zwiebeln, Knoblauch, Ziegen- und Schafskäse
  Herd
 

 

   
       
 
  • Brei aus Bohnen (puls fabacia), Gerste (polenta) und Hirse

   Kochtopf
 
  • Fladenbrot aus Dinkel + Kräuterkäse
 
  • Der kaiserliche Berufssoldat erhielt am Tag ein Kilogramm 'frumentum' - im Normalfall ungemahlener Weizen -, das er selbst zubereiten musste. Um sich sein 'panis militaris' zu backen, schrotete er mit einer steinernen Handmühle die Körner, mengte dem Mehl Wasser und Salz bei und füllte den Teig in eine tönerne Backglocke, in der der Laib unter glühender Asche gebacken wurde.

  Getreidemühle
 
  • Die Soldaten erhielten außer 'frumentum' auch regelmäßig Speck, Käse, Salz und Essig (Essig sollte dem Trinkwasser Geschmack verleihen und zudem Keime abtöten). Insbesondere in Friedenszeiten erhielten die Soldaten Wein aus Italien sowie 'liquamen', eine beliebte Fischsoße aus Spanien.

  • Die Römer tranken ihren Wein nie unverdünnt. Man mischte dem Wein stets kaltes oder warmes Wasser bei. Gelagerter guter Wein war oft dickflüssig und sehr stark. Wein gab es  jeden Tag und zu jeder Tageszeit. Soldaten im Feld hatten Anrecht auf ein bestimmtes (ordentliches) Tagesquantum. Dem Wein wurde generell gute Eigenschaften zugeschrieben: "macht den Kranken gesund" schrieb der Gelehrte Varro, macht "frei von Runzeln die Stirn" wusste Ovid, "verschönert den Tag", so Tibull, "zerstreut die nagenden Sorgen" meint Horaz, bringe aber auch "törichte Eigensucht".

  • Festmahl der reichen Leute
 
  • Vorspeise (gustatio): Eier, Schnecken, gesalzene Fische, Gemüse, mit Honig gesüßter Wein (mulsum)

 
  • Hauptgänge (fercula, orum): Fleisch (Rind, Kalb, Schwein, Lamm, Hammel, Geflügel, Fisch) + Fischsoße (Garum) + Weine (z.B. Gewürzwein mit Pfeffer)

  • Als exzellent galten in der noblen Gesellschaft nur Fische aus dem Meer. Nach Grinario kamen sie über weite Handelswege in Salz eingelagert und in Amphoren konserviert. Die römischen Offiziere mochten jedoch auf frischen Fisch nicht verzichten. Anstelle der in Italien sehr beliebten Muränen aß man Barsche. Daneben kamen Bachforellen, Lachse, Felchen und Gründlinge auf den Tisch.

  • Die Fischsoße (Garum) wurde aus in Salz eingelegten gegorenen Fischinnereien gewonnen. Gesüßt wurde mit Honig, Rosinen, Datteln.

 
  • Nachspeise (mensa secunda): Kuchen und Obst

 
  • Während des festlichen Mahls lagen die Männer auf großen, für drei Personen ausreichenden Sofas; die Frauen saßen in Sesseln mit hoher Lehne.

Vor dem Essen hatte man gebadet oder ließ sich zumindest von einem Sklaven die Füße waschen. Gäste brachten ihr Serviette (mappa) mit.

 
  • Ess- und Trinkgeschirr bestand in der Regel aus Ton. Reichere Familien konnten sich auch Geschirr aus Metall (Bronze, Silber) oder aus Glas leisten.

Die 'Terra Sigillata', eine Namensgebung des 19. Jahrhunderts, bezeichnet das Tafelgeschirr der Römer. Es ist eine oxydierend gebrannte Keramik mit rotem Glanztonüberzug und Sigilla (Bildchen).

 
  • Der große Bedarf an Geschirr erklärt sich aus den Tischsitten der Römer. Jede Speise wurde in der Küche in mundgerechten Stücken vorgerichtet und auf einem eigenen Teller serviert. Auf dem Tisch standen noch in mehreren Schälchen die beliebten Würzsoßen. Gegessen wurde dann mit den Fingern oder dem Löffel.  Ein Gedeck für eine Person umfasste mindestens vier Teller, vier große und zwei kleine Näpfe.

  • Hier ein römisches Rezept zur Zubereitung eines Gerichts mit Linsen und Kastanien (Rezept Nr. 184 des Apicius):
  Leniticulum de Castaneis (Linsen mit Kastanien)
 

Koche die Linsen. Nimm einen anderen Topf und gibt die sorgfältig gereinigten Kastanien hinein. Füge Wasser und etwas Natron hinzu und bringe das Ganze zum Kochen, zerstampfe im Mörser Pfeffer, Koriandersamen, Kümmel, Minze, Raute, Laserwurzel und Flohkraut. Befeuchte die Mischung mit Essig, Honig und Liquamen, schmecke mit Essig ab und gieße sie über die Kastanien, wenn sie gar sind. Füge Öl hinzu und lasse das Ganze aufkochen. Rühre kräftig um. Probiere. Wenn noch etwas fehlt, füge es hinzu. Trage in einer Servierschüssel auf und gieße bestes Öl darüber.


Literaturhinweise


Birkhan, Helmut

Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur.

Cunliffe, Barry

Die Kelten und ihre Geschichte. Turin 1987

Demandt, Alexander

Die Kelten. (Taschenbuch). 2001

Fasold, P.

Römischer Grabbrauch in Süddeutschland. Schriften des Limesmuseums Aalen 46. 1992.

Filtzinger, Philipp

Köngen. In: Die Römer in Baden-Württemberg (Hrsg. Filtzinger / Planck / Cämmerer). Stuttgart 1986.

Filtzinger, Ph. / Planck, D. / Cämmerer, B.

Die Römer in Baden-Württemberg. 3. Auflage (1986)

Fischer, Thomas (Hrsg.)

Die Römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie. Stuttgart 2001.

Junkelmann, Marcus

Panis Militaris. Die Ernährung des römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht. Mainz 1997.

Kemkes, Martin / Scheuerbrant, Jörg / Willburger, Nina

Am Rande des Imperiums. Der Limes - Grenze Roms zu den Barbaren. 2002

Luik, Martin / Reutti, Fridolin

Der Römerpark in Köngen. Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg, Band 12. Stuttgart 1988.

Rüpke, Jörg

Die Religion der Römer. Eine Einführung. München 2001.

Stöver, Hans D. / Gechter, Michael

Report aus der Römerzeit. Vom Leben im römischen Germanien (Taschenbuch).

Weeber, Karl-Wilhelm

Baden, spielen, lachen. Wie die Römer ihre Freizeit verbrachten. Darmstadt 2007.

Wolters, Reinhard

Die Römer in Germanien (Taschenbuch)


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