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Die Römer in
Südwestdeutschland
Der Untergang der römischen
Republik und die Regierungszeit des Kaisers Augustus (44 v.Chr. - 14 n.
Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Domitian, Nerva und Trajan (81 - 117 n. Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Hadrian und Antoninus Pius (117 - 161 n.Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Marc Aurel und Commudus (161-192 n.Chr.)
Der Aufbau des römischen
Staats
Das Heer während der römischen
Kaiserzeit
Römische Religion und
Philosophie
Römische Literatur
Entstehung und Ausbreitung
des Christentums
Entwicklung des
Christentums von Kaiser Konstantin I. bis zum Untergang des
weströmischen Reiches (306 - 476)
Römische Medizin
Münzsystem und Fernhandel im
Römischen Reich
Das Weiterleben der
römischen Kultur
Römische Sprichwörter
und Lebensregeln
Das Geheimnis um den Ort
Grinario
Das römische Kastell in
Grinario
Das Dorf Grinario
Die Menschen im Dorf
Grinario
Ausgrabungen im heutigen
Köngen
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Kaiser Hadrian
Kaiser Antoninus Pius
Kaiser Augustus 27 - 14 n.Chr.
Römische Kaiser 81 -117
Römische Kaiser 161 -192
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Kaiser Hadrian (117 - 138 n. Chr.)
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- Exzentrisch, nicht für Kritik
empfänglich.
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- Pragmatisches, zielgerichtetes
Handeln auf der Basis philosophischen Denkens.
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Hadrians
politisches Handeln basierte vor allem auf der
römischen Ausprägung der Stoa. In dieser
Form des philosophischen Denkens wird das
'Ideal der Weisen' mit dem
'großen
Ganzen' in Zusammenhang gebracht, in das
auch der Mensch eingebunden ist und demgegenüber
er Pflichten zu erfüllen hat. Auch das
römische Sendungsbewusstsein und die
römische Weltherrschaft wurden von Hadrian
stoisch begründet: Rom vertritt die Weltvernunft
unter den Menschen, indem es überall für Friede,
Ordnung und Gesetzlichkeit sorgt. |
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Publius Aelius Hadrianus
(* 76, † 138), römischer Kaiser von 117 bis 138
n. Chr.
Bild: Uffizien, Florenz
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- Geburt des
Publius Aelius
Hadrianus am 24. Januar 76 vermutlich in der
alten Römerstadt Italica
der spanischen
Provinz Baetica (in der Nähe des heutigen Sevilla).
Sein Großvater väterlicherseits war Mitglied des
Senats gewesen.
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- Nach dem Tode des Vaters (85 n.
Chr.) übernahm ein ferner Verwandter,
Trajan,
die Vormundschaft. Als dieser als Adoptivsohn des
greisen Nerva Kaiser wurde, begann Hadrians
steile Karriere.
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- Nach dem Studium der Philosophie,
der Mathematik und der Künste absolvierte Hadrian
die senatorische Laufbahn und bewährte sich auf
anspruchsvollen militärischen und administrativen
Posten in Germanien, Pannonien (Ungarn) und Dakien
(Rumänien).
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Ab 95 war Hadrian
Kriegstribun in verschiedenen Legionen auf dem
Balkan und am Rhein, 106 Praetor. 107
Statthalter in Niederpannonien, 108 Konsul, 118
Statthalter in Syrien. |
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- Die Übernahme der Herrschaft
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- Nach dem Tod des
Kaisers
Trajan im Jahr 117 übernimmt Hadrian die
Herrschaft.
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Ob der kinderlose
Herrscher Trajan in Hadrian seinen Nachfolger
sah, ist unsicher. Erst auf dem Sterbebett soll
er ihn 117 adoptiert haben. Fest steht, dass
Kaiserin Plotina
Hadrian begünstigte. Dem
Historiker Cassius Dio zufolge hielt
Plotina den Tod ihres Gatten am 8. August
mehrere Tage geheim, um Hadrians Adoption mit
dem Datum 9. August per Eilboten an den Senat
schicken zu lassen. Die Botschaft trug ihre
eigene Handschrift. Dies wurde damit erklärt,
dass der sterbende Kaiser bereits zu schwach zum
Schreiben gewesen sei. Erst nachdem der
Herrschaftsanspruch Hadrians gesichert war,
gab Plotina am 11. August den Tod Trajans
bekannt. |
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- Hadrian kehrte nach dem
Friedensschluss mit den Parthern im Jahr 118 nach
Rom zurück. Er bittet den Senat um
nachträgliche
Anerkennung seiner Herrschaft. Noch im Jahr 118
schlägt er einen Aufstand in Mösien nieder. Während
seiner Abwesenheit wird eine - evtl. angebliche -
Verschwörung von vier profilierten Befehlshabern
(Consularen) Trajans aufgedeckt. Durch die
Hinrichtung der Verschwörer wurden zugleich die
Rivalen Hadrians aus dem Weg geschafft. Nach seiner
Rückkehr bemühte sich Hadrian, sich bei den
Massen der Bevölkerung
beliebt zu machen. Große
Geldverteilungen an Volk und Garnison sowie
Lustbarkeiten aller Art festigten in der Folgezeit
seine Stellung und erhöhten seine Beliebtheit.
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- Die Außenpolitik Kaiser Hadrians
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- Unmittelbar nach seiner
Thronbesteigung 117 verzichtete Hadrian auf die
unter Trajan eroberten Gebiete in
Armenien
und
Mesopotamien (wo der heutige Irak liegt),
in denen es zu Aufständen und Unruhen gekommen war.
Armenien blieb weiterhin römisches Einflussgebiet.
Die Euphratlinie wurde erneut zur Reichsgrenze.
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- Die
Aufgabe der
imperialen Politik zugunsten einer
Sicherung des Bestehenden sowie des
inneren Aufbaus des Bestehenden machte
Hadrian zum Reformer und Friedenskaiser.
Allerdings blieb die Hinrichtung der vier
Rivalen, die aus kaltem Machtkalkül
erfolgte, schon bei seinen senatorischen
Standesgenossen unvergessen.
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- Im Gegensatz zu seinem
Vorgänger Trajan betrieb Hadrian wieder eine
defensivere Politik mit deutlichem
Schwergewicht auf der
Grenzsicherung.
Grund für den Wechsel der Außenpolitik
waren vor allem die erschöpften Ressourcen
an Menschen und Material, die schwierige
Logistik im Osten des Reiches und eine leere
Staatskasse.
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- Darüber hinaus war Kaiser
Hadrian bestrebt, das
bestehende Imperium
Romanum als einen
Gesamtstaat zu
stabilisieren. Seine Vorliebe für den Staat
als Ganzes, sein Streben nach Recht und
Ordnung war Ausfluss einer
Staatsethik,
die aus der Übertragung griechischen Denkens
auf die römische Wesensart entstanden war.
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Kaiser
Hadrian wollte den Zusammenhalt der
verschiedenen Reichsteile stärken. Dabei
vertraute er vor allem auf die inneren
Kräfte der griechischen Kultur (Gründung
des 'Panhellenischen Bundes' im
Jahr 125 n. Chr.). |
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- Die großen
Inspektionsreisen Hadrians durch die
verschiedenen Reichsteile (121 - 125, 128,
128 - 130 n. Chr.) dienten einerseits der
Kontrolle der Truppen und der Verwaltung des
Reiches, andererseits der Gewinnung
persönlicher Eindrücke von Landschaften,
Menschen und Kulturen.
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- 122:
In Germanien und
Raetien wurde der
Limes verstärkt. Wo immer Flussläufe als
sichtbare Grenze fehlten, wurden Befestigungen
errichtet. Zwischen Oberrhein und Donau entstand der
aus Holzpalisaden und steilen Gräben bestehende 'Rätische
Limes' in einer Länge von über 300 km.
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- In
Britannien wurde unter
der Aufsicht Hadrians die Nordgrenze zwischen dem
Solway Firth und der Tynemündung durch den 'Hadrianswall'
vor den Einfällen der Kaledonier gesichert. Auch die
Grenzen in Mösien (im heutigen Serbien) und in
Dakien (im heutigen Rumänien) wurden gesichert.
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Erhaltener
Streckenabschnitt des
Hadrianswalls
bei
Greenhead, Northumberland |
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- Niederschlagung des jüdischen
Bar-Kochba-Aufstands in den Jahren 132 bis 135
n. Chr.
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- Hadrian hatte versucht,
die während des jüdischen Krieges von 66 bis
74 zerstörte Stadt Jerusalem wieder
aufzubauen. An der Stelle des alten Tempels
von König Salomon sollte ein Jupitertempel
errichtet werden (die Gelehrten streiten
sich heute noch, ob dies aus böswilliger
Absicht geschehen sollte!).
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- Der kosmopolitische
Anspruch Hadrians, aus Jerusalem eine Stadt
im griechisch-römischen Stil mit dem Namen
'Aelia Capitolina' zu machen, stand
im Gegensatz zum
jüdischen Separatismus.
Unter der Führung von
Simeon Bar Kosiba
(Rufname: Bar Kochba = Sternensohn)
erhob sich 132 die jüdische Bevölkerung.
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- Im
Partisanenkampf
erlitten die Römer mehrfach schwere
Niederlagen. Truppen aus anderen Teilen des
Imperiums - die Quellen sprechen von bis zu
zehn Legionen, ein Drittel der imperialen
Kriegsmacht - mussten eingesetzt werden. Im
Jahr 135 war die Revolte niedergeschlagen.
Mehr als 500.000 Juden sollen ihr Leben
verloren haben. Juden war das Betreten
Jerusalems bei Todesstrafe verboten, an der
Stelle des Tempels erhob sich ein
Jupiter-Heiligtum. Um die noch lebenden
Juden zu demütigen, ließ Hadrian die
römische Provinz Judäa in Palästina
umbenennen.
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- Reformen auf dem Gebiet der Verwaltung
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- Oberste Leitlinie war, die
Kontrolle über die verschiedenen
Verwaltungsorgane zu verstärken.
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- Einbeziehung des Mittelstands der
Ritter in die staatlichen Regierungsgeschäfte
und damit Einschränkung des Einflusses der
Senatoren. Die Einmischung der kaiserlichen
Freigelassenen in die Verwaltung wurde unterbunden.
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- Trennung der zivilen
Ämterlaufbahn von der Offizierskarriere.
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- Befähigte Legionäre können in die
ritterliche Beamtenlaufbahn aufsteigen.
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- Ausbau der Bürokratie.
Schaffung neuer, untergeordneter Beamtenstellen mit
Aufstiegsmöglichkeit für diese Beamten
(Prokuratorische Laufbahn).
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Im
Wesentlichen
wollte der Kaiser durch seine Neuordnung der
ritterlichen Verwaltung eine genauere
Veranlagung der Vermögensverhältnisse erreichen
und die Einziehung der Steuern erleichtern.
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- Kontrolle der
Provinzverwaltungen durch den Kaiser
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- Kaiser Hadrian unternahm
in der Zeit von 121 bis 133
drei
ausgedehnte Reisen durch das Reich, die
ihn von Spanien bis an das Schwarze Meer und
von Libyen bis nach Britannien führten.
Während dieser Reisen informierte er sich
aus erster Hand über die Probleme der
Bevölkerung. Der Historiker
Cassius Dio
schreibt über ihn: "Hadrian besuchte
methodisch die Provinzen und kümmerte sich
um Burgen und Befestigungen. [...] Die
Provinzstädte förderte er durch Anlegung von
Wasserleitungen, Häfen, Kornspenden,
Errichtung öffentlicher Gebäude, Gewährung
von Geldspenden und Privilegien." (Cassius
Dio 69, 5-9).
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- Hadrian trat für die
Beibehaltung der Eigenheiten der Provinzen
ein, betonte jedoch den
Gesamtcharakter
des Reiches. Er selbst verstand sich als
Lenker und Symbol der Einheit.
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- Reformen auf dem
Gebiet der Rechtsprechung
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- Hadrian übertrug die
Rechtsprechung innerhalb der Stadt Rom und
innerhalb ihres Bannkreises von hundert römischen
Meilen einem von ihm ernannten
Stadtpräfekten.
Vier weitere von ihm eingesetzte Richter übten die
Rechtsprechung im übrigen italischen Kernland aus.
Ab 130 n. Chr. hatten die Anordnungen des Kaisers
ohne vorherige Bewilligung durch Senat oder gar Volk
als 'constitutiones principis' Gesetzeskraft
(= legis vigorem).
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Bisher hatten die
Konsuln und die Praetoren die oberste
Gerichtsbarkeit ausgeübt. |
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- Zu seiner Beratung bei der
Entscheidung juristischer Streitfragen schuf Hadrian
einen 'kaiserlichen Rat' (consilium
principis), dessen ständige Mitglieder sowohl dem
Senat als auch dem Ritterstand angehören konnten.
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Seit Kaiser
Augustus war der 'kaiserliche Rat' ein von Fall
zu Fall einberufener
Ausschuss des Senats
gewesen. Hadrian verlieh ihm nun formelle Macht.
Durch die Entscheidung Hadrians erlitt das
Prestige des Senats
eine schwere Einbuße.
Der 'kaiserliche Rat' geriet, auch wenn die
Ernennungen durch den Senat genehmigt werden
mussten, in immer größere Abhängigkeit von
Kaiser Hadrian. |
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- Mit seinem 'Edictum
perpetuum' legte Kaiser Hadrian eine große
Sammlung römischen Rechts an. Damit sorgte er für
Rechtssicherheit, auch für die ärmeren Schichten
der Bevölkerung. Der Rechtswissenschaft wurden mit
diesem Werk starke Impulse gegeben.
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- Beibehaltung der
straffen
Organisation des Militärwesens. Ständige
Einsatzbereitschaft der römischen Legionen.
Besonderen Wert legte Hadrian auf die
Disziplin
der Soldaten.
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- Mit Hadrian beginnt die
Ergänzung der Legionen mit Personen aus den
Grenzgebieten, in denen sie stationiert waren
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- Feste Stationierung
von Legionen an einem bestimmten Ort. Beitrag der
Soldaten zur Romanisierung der Provinzen. In
Friedenszeiten Mitwirken der Legionäre an den
zivilen Aufgaben ihrer Region.
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- Literatur, Architektur, Kunst
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- Eigenwilliges Kunstverständnis
Hadrians
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Hadrian konnte
andere Meinungen und offene Kritik nur schwer
ertragen. In seinen eigenen Gedichten imitierte
er Antimachus von Kolophon, einen Dichter
des 5. Jahrhunderts v. Chr.. Entgegen der
allgemeinen Meinung zog er diesen Dichter
Homer
vor. Auf dem Gebiet des Bauwesens ließ
er den Architekten Apollodorus wegen
dessen Kritik an seinen Tempelentwürfen
verfolgen. |
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- Das
starke Staatsbewusstsein
unter Hadrian spiegelt sich in den klassizistischen
Porträts und Reliefs wider.
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Schon bei
Kaiser Augustus hatte sich im Zusammenhang
mit der Staatsidee ein erhabener
Klassizismus
durchgesetzt. Als die Staatsidee unter Nero und
den Flaviern (Vespasian, Titus, Domitian) wenig
Autorität besaß, hatte der Zeitstil vorwiegend
barocke Züge angenommen. |
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- Unter Hadrian wurde die
römische Baukunst vervollkommnet.
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- "Hadriansvilla"
- die Anlage in der Gegend von Tivoli hatte
ein Ausmaß von 65 Hektar und umfasste
Villen, Pavillons sowie weitläufige
Parkanlagen.
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- Das
Pantheon,
dieser großartige, ursprünglich von Agrippa
errichtete Rundtempel, bekam unter Hadrian
zwischen 118 und 128 n. Chr. seine
endgültige, bis heute prägende Form. Der
Tempel mit seinem riesigen Kuppelbau war
allen Göttern gewidmet.
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Das
Pantheon in Rom,
Innenansicht
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- Zahlreiche religiöse
Bauten in Rom, so der
Tempel der Venus
und der Roma in der Nähe des Forum
Romanum und der Tempel des vergöttlichten
Trajan.
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- Umbau und Neugestaltung
des Tempels für den Olympischen Zeus
in Athen (104 Säulen).
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- Die für Kaiser Hadrian
errichtete Grabanlage in Rom war so
groß, dass sie im Mittelalter als Kastell
benutzt wurde. Es ist die heutige
'Engelsburg'.
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Diese
Skulptur, bei der es sich mit großer
Wahrscheinlichkeit um Kaiser Hadrian
handelt, hat der Verfasser dieser Seite
an einer alten Hauswand in dem kleinen
Dorf Capalbio (Latium) entdeckt.
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- Die Handlungen Hadrians basierten
nicht nur auf Pflichtbewusstsein, sondern
entsprangen häufig reinem Interesse. 1200
Jahre bevor Petrarca den Mont Ventoux bestieg, um
die Landschaft zu bestaunen, kletterte Hadrian auf
den Ätna, um einen Sonnenaufgang zu sehen. Er jagte
Bären in Kleinasien, Löwen in Afrika, ließ sich in
die Mysterien Griechenlands einweihen, schrieb eine
Autobiographie und philosophierte mit dem ehemaligen
Sklaven Epiktet.
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- Hadrian, mit einer Großnichte
Trajans verheiratet, war mit großer Sicherheit
bisexuell. Dies hinzunehmen, war das römische
Publikum gewohnt. Die monströsen Zeichen seiner
Trauer um seinen Geliebten
Antinoos, der 130
n. Chr. vor den Augen des verzweifelten Kaisers im
Nil ertrank, waren auch für die Römer ungewöhnlich.
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Nach Antinoos'
Tod wurden Städte unter seinem Namen gegründet
und ein reichsweiter Kult durchgesetzt. |
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- Die Sicherung der Thronfolge
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- Da die Ehe mit seiner 128
verstorbenen Frau Vibia Sabina kinderlos geblieben
war, entschied sich Kaiser Hadrian im Jahr 136 zur
Adoption eines potenziellen Nachfolgers.
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- Seine Wahl fiel auf den fähigen,
jedoch bereits an Tuberkulose erkrankten,
Lucius
Ceionus Commodus. Nach seiner Adoption unter dem
Namen Lucius Aelius Caesar wurde er von
Hadrian zum Statthalter von Pannonien ernannt. Am
1. Januar 138 erlag er seiner Krankheit.
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- Der zweite Auserwählte hieß
Antoninus Pius. Er wurde im Februar 138 vom
Kaiser adoptiert. Um die Kontinuität des Principats
langfristig zu sichern, musste Antoninus Pius
seinerseits zwei Kinder adoptieren (Marcus
Aurelius und
Lucius Verus).
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- Kaiser Hadrian
verstarb am 10.
Juli 138 n. Chr.
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- In seinen letzten Monaten seines
Lebens litt Hadrian unter starken Schmerzen. Mehrere
Selbstmordversuche konnten von seiner Umgebung
verhindert werden. Nachdem er seine Amtsgeschäfte an
seinen Thronerben übergeben hatte, zog er sich auf
seinen Sommersitz in Baiae zurück. Dort verstarb er
an seiner Krankheit, wahrscheinlich einer
Tuberkulose.
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- Das Dekret des Senats, mit dem
Hadrian göttliche Ehren zuerkannt wurden, konnte von
Antoninus Pius nur mit großer Mühe erreicht werden.
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- Kaiser Hadrian - hochintelligenter
Staatslenker und Machtstratege, grausamer Kriegsherr,
hochbegabter Dichter, Bauherr und Förderer der Künste und
nicht zuletzt Verfasser und Schützer geschriebenen Rechts -
hat in der Geschichte tiefe Spuren hinterlassen. Sein
widersprüchliches Wesen hat ihn schon immer für Historiker
und Romanautoren interessant gemacht. Berühmt ist der
spannend geschriebene und gut recherchierte Roman von
Marguerite Yourcenar (Titel: "Ich zähmte die Wölfin")
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Kaiser Hadrian
Kaiser Antoninus Pius
Kaiser Augustus 27 - 14 n.Chr.
Römische Kaiser 81 -117
Römische Kaiser 161 -192
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Kaiser Antoninus Pius (138 - 161 n.
Chr.)
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- Geburt am 19. September 86 n.
Chr. in Lanuvium bei Rom. Seine Vorfahren
stammten aus dem südgallischen
Nemausus (dem
heutigen Nîmes). Sowohl der Großvater als auch der
Vater waren Konsul gewesen. Nach deren Tod erbte er
Landgüter, die ihn später zu einem der reichsten
Männer in Rom machten.
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Antoninus Pius (* 86, †
161), römischer Kaiser von 138 bis 161 n. Chr.
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- Laufbahn:
Quaestor, Praetor, Konsul im Jahre 120, kurz danach
Ernennung zu einem der vier obersten Gerichtsherren
in Italien. Von 135 bis 136 Prokonsul in der Provinz
Asia.
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- Am 25. Februar 138 wird
Antoninus durch Hadrian adoptiert. Mit der Adoption
erhält er die
tribunizische Amtsgewalt und
wird engster Berater Hadrians. Außerdem wird er
Vertreter des Kaisers im Krankheitsfall.
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Zusammen mit
seiner Adoption durch Hadrian musste er
Marcus Annius Verus (den späteren Kaiser
Mark Aurel) und Lucius Ceionus Commodus
(den späteren Mitregenten Lucius Verus) an
Kindesstatt annehmen. Dadurch sollte die
Nachfolge längerfristig gesichert werden.
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- Nach dem
Tod Kaiser Hadrians
am 10. Juli 138 wurde der 51jährige
Antoninus
Pius ohne Widerspruch inthronisiert.
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Der Tradition entsprechend lehnte
Antoninus Pius den Titel 'pater patriae'
zunächst ab. Im Jahre 139 nahm er ihn
dann zusammen mit der Wahl zum Konsul an.
Weitere Konsulate folgten 140 und 145. |
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- Der ausgesprochen großzügige und
persönlich bescheidene neue Princeps lenkte das
Imperium von der Hauptstadt aus. Während seiner
Regierungszeit hat er Italien niemals verlassen.
Trotzdem war der Kaiser gut über die Vorgänge im
Reich informiert.
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- Antoninus Pius setzte Hadrians
Politik in wesentlichen Punkten aus Überzeugung
fort. Wie sein Vorgänger verfolgte er mit seinen
Grenzsicherungen eine strikt defensive Strategie.
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- Den
Senatoren gegenüber
verhielt sich Antoninus Pius moderat. Durch die
Abschaffung der von Hadrian eingesetzten vier
Konkurs- und Erbschaftsrichter erhielt der Senat
wieder die vollständige Kontrolle über das Kernland
Italien.
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Zu Anfang seiner
Regierungszeit hatte sich der Senat geweigert,
die Vergöttlichung des von ihm gehassten
Kaisers Hadrians anzuerkennen. Mit
Geschick und Hartnäckigkeit setzte sich
Antoninus Pius schließlich durch, nicht zuletzt
auch deshalb, weil die Senatoren das Eingreifen
des Heeres befürchteten, bei dem Hadrian sehr
beliebt gewesen war. Eine endgültige Weigerung
des Senats hätte dem Amt des Kaisers schweren
Schaden zugefügt. |
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- Wichtige Entscheidungen in
Staatsangelegenheiten wurden nicht im Senat sondern
in dem schon Hadrian geschaffenen
'kaiserlichen
Rat' (auch 'Staatsrat' oder 'Kronrat' genannt).
Dem Senat wurde der Eindruck vermittelt, mit
in die Regierungsgeschäfte einbezogen zu werden. Die
tatsächliche Möglichkeit des Senats, Einfluss zu
nehmen, war relativ gering.
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- Reformen in der Verwaltung
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- Fortschreitende Zurückdrängung
der von der Republik übernommenen
Verwaltungseinrichtungen.
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- Zunehmende Bürokratisierung
und Zentralisierung der Verwaltung.
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- Die von Senatoren (meist
ehemaligen Praetoren und Konsuln) bekleidete Stellen
werden mehr und mehr von
Rittern besetzt.
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Diese
Entwicklungstendenzen können im Verlauf der
gesamten römischen Kaiserzeit beobachtet werden.
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- In der
Besetzung der Ämter
war Antoninus Pius unbeweglich. Zahlreiche von
Hadrian eingesetzte Beamte verblieben in ihren
Positionen. Viele Beamte blieben lange Jahre in
ihrer Stellung, so etwa der Prätorianerpräfekt
Marcus Gavius Maximus, der die Garde zwanzig Jahre
lang befehligte. Mancher Provinzstatthalter blieb
bis zu zehn Jahre im Amt.
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- Reformen in der
Gesetzgebung und Rechtsprechung
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- Aufgrund der Initiative von
Antoninus Pius wurden Gesetze zum Schutz der
Sklaven vor Grausamkeiten und sexuellen
Übergriffen erlassen.
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-
Das bestehende
Alimentarwesen
wurde um eine Stiftung zur Unterstützung von
Waisenmädchen erweitert. (Nach der Gattin des
Kaisers - Faustina - wurden diese Mädchen
'Puellae Faustinanae'
genannt.)
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In der
Rechtssprechung
war Antoninus Pius bemüht, auch tatsächlich gerecht
zu sein. So wurden für die Angeklagten jeweils die
günstigsten Bestimmungen des römischen Rechts
angewandt.
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- Reduzierung der Privilegien von
Hilfstruppen
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Die automatische
Verleihung des römischen Bürgerrechts an Söhne
von Soldaten wurde aufgehoben. Die Verleihung
fand erst statt, wenn die Söhne selbst in den
Militärdienst traten. |
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- Antoninus Pius verstand von
militärischen Belangen sehr wenig. Ganz im
Gegensatz zu seinem Vorgänger Hadrian suchte er
keinen direkten Kontakt zu den
Grenztruppen.
Sein Ansehen beim Heer war deshalb gering.
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- Kaiser Antoninus Pius änderte
nichts an den üblichen Geldzahlungen und
Lustbarkeiten für die römische Plebs. Nicht nur
deshalb genoss er hohes Ansehen; gewürdigt wurde
sein Bemühen, nicht durch Zwang sondern durch gutes
Einvernehmen mit den jeweils betroffenen Menschen zu
regieren.
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- Der Kaiser gab bedeutende Summen
zur Verschönerung der Hauptstadt und für die
Veranstaltung öffentlicher Spiele aus.
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Das
herausragende Ereignis während der Amtszeit
von Antoninus Pius war die
900-Jahr-Feier
Roms im Jahre 148. Dieses Fest wurde
besonders feierlich begangen. |
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- Ausbau und Restaurierung von
Häfen, Brücken, Bädern und Amphitheatern sowohl in
Italien als auch in den Provinzen. Darüber hinaus
wurde in allen Provinzen das
Straßennetz
erweitert und instand gehalten.
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In Karthago wurde
im Jahr 143 mit den 'Antoninischen Thermen'
die größte Badeanlage außerhalb der
Hauptstadt gebaut. |
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- Die dreiundzwanzigjährige
Regierungszeit von Antoninus Pius war die
friedlichste Periode der römischen Kaiserzeit.
Regionale Erhebungen in Nordafrika, Britannien,
Dakien, Judäa und Ägypten konnten rasch
niedergeworfen werden.
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- Im Falle der
Eroberung
Südschottlands durch den britannischen
Statthalter Lollius Urbicus im Jahr 141
handelte es sich um eine
militärische Expansion.
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- Wahrscheinlicher Grund
für die Ausdehnung des römischen
Herrschaftsgebiets war, dass Antoninus Pius
militärischen Ruhm erwerben wollte.
Nach Beendigung der Kämpfe ließ er das neu
gewonnene Territorium durch eine
Grenzbefestigung, den
Antoninuswall,
sichern. Ihm selbst wurde der Titel
Imperator verliehen.
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- Der neue Wall verlief
einhundert Kilometer nördlich des
Hadrianwalls; er erstreckte sich über 59
Kilometer von der Clydemündung bis zum Firth
of Forth.
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- Die zwischen den Wällen
wohnende Bevölkerung wurde evakuiert und in
Germanien angesiedelt (in Gebieten am
Neckar).
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- Aufstände
in Mauretanien, Ägypten, Judäa und Dakien wurden
durch Verstärkung der römischen Besatzung
'beruhigt'. Kleinere Unruheherde gab es auch in
Germanien und Griechenland.
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- Der Konflikt mit dem
Partherkönig Vologaeses - er plante einen
Angriff auf Armenien - konnte von Antoninus Pius
diplomatisch gelöst werden.
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Antoninus Pius
hatte das Glück, das Römische Reich zu einem
Zeitpunkt zu regieren, als
keine größeren
Bedrohungen von außen zu befürchten waren.
Dies war - mehr oder weniger - die Folge der
Konsolidierungspolitik Kaiser Hadrians. Doch am
Euphrat, an der Donau und am Rhein bauten sich
neue Bedrohungen auf, die bereits bei Antoninus'
Nachfolger, Mark Aurel, zu schweren Krisen
führen sollten. |
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- Kaiser Antoninus Pius starb nach kurzer
Krankheit am 7. März 161 auf seinem Landgut in
Lorium. Die Regierungsgeschäfte hatte er noch seinem
Adoptivsohn Mark Aurel
übergeben. Kurz vor seinem Tod
soll er dem wachhabenden Offizier die Parole "Gleichmut"
ausgegeben haben. Die sterblichen Überreste wurden im
Mausoleum des Hadrian bestattet. Die Vergöttlichung erfolgte
ohne Widerstand.
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Der Tempel, den Antoninus
Pius im Jahre 141 n. Chr. für seine verstorbene und
vergöttlichte Frau Faustina erbauen ließ, wurde nach
seinem Tod auch ihm gewidmet. Dem Umbau in eine Kirche
im 11. Jahrhundert verdanken wir die gute Erhaltung des
Tempels. |
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- Mit den Kaisern Hadrian, Antoninus Pius
(und später Mark Aurel) wurde die Forderung des griechischen
Philosophen Plato, dass die Philosophen Könige und
die Könige Philosophen sein sollten, zur Wirklichkeit.
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Kaiser Mark Aurel
schreibt in seinen 'Selbstbetrachtungen' über seinen
Vorgänger: "Nichts konnte ihn erschüttern, er blieb
gleich bleibend heiter und weitsichtig genug, um seine
Vorkehrungen bis ins kleinste Detail zu treffen. Stets
hielt er ein wachsames Augenmerk über die Probleme im
Reich und verwaltete die öffentlichen Mittel sparsam ...
. Vor den Göttern zeigte er sich frei von Aberglauben,
den Landsleuten gegenüber hat er nie die Anerkennung
oder Zustimmung der Menge erheischt, sondern seine Ziele
und Standpunkte ruhig und unbeirrt vertreten." |
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