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Chronologie der wichtigsten Ereignisse in Köngen

Köngen im Späten Mittelalter (1250 - 1400)

Köngen in der Zeit vom Späten Mittelalter bis zur Reformation (1400 - 1520)

Köngen in der Zeit von der Reformation bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1520 - 1618)

Köngen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)

Köngen in der Zeit vom Westfälischen Frieden bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts (1648 - 1750)

Köngen in der Zeit von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1750 - 1806)

Köngen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1806 - 1850)

Köngen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1850 - 1900)

Köngen in der Zeit der Weimarer Republik (1918 - 1933)

Köngen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (1945 - 1982)

 

 


Historischer Rundgang durch Köngen


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Anmerkung: Der hier beschriebene Rundgang verbindet Plätze und Gebäude des Ortes Köngen, welche an Vorgänge und Personen erinnern, die im Laufe der Jahrhunderte das Leben in der Gemeinde geprägt haben. Jede der hier aufgeführten Stationen des Rundgangs lädt dazu ein, sich mit deren eigenen Geschichte zu befassen. Um den Besuchern Köngens und auch ihren Bürgern und Bürgerinnen die Rückschau auf die Geschichte des Ortes zugänglich zu machen, hat der Geschichts- und Kulturverein Köngen an jeder der Stationen Tafeln aufgestellt, auf denen die wichtigsten Vorgänge aufgeführt sind. In ihrem Inhalt entsprechen die Tafeln den Beschreibungen auf dieser Seite. Darüber hinaus wurde ein Faltprospekt entwickelt, in dem alle historische Stätten Köngens näher betrachtet werden können. Der Prospekt, der kostenlos an der Pforte des Rathauses bezogen werden kann, vermittelt außerdem eine übersichtliche Chronologie der Geschichte Köngens.

 
 
Andreas Halw (links), Amtsleiter für Schulen, Soziales, Sport und Kultur bei der Gemeinde Köngen, und Detlef Rothfuß vom Köngener Geschichts- und Kulturverein mit dem Faltprospekt und einer der dreizehn Informationstafeln.
       

Ulrichsbrücke


Schon zu Zeiten der Römer gibt es an der Stelle, an der sich heute die Ulrichsbrücke befindet, eine Furt, möglicherweise sogar schon eine Brücke über den Neckar (FLUVIUS NICER) auf der Heer- und Handelsstraße von Speyer nach Augsburg.

 

1452

Bau einer Holzbrücke durch Graf Eberhard V., den Vielgeliebten, von Württemberg. Diese Brücke wird wenige Jahre später von einem Neckarhochwasser zerstört.

1568

wird urkundlich eine neue Holzbrücke mit drei Bögen erwähnt, die 1599 ebenfalls einem verheerenden Hochwasser zum Opfer fällt.

1603

Bau einer Steinbrücke mit vier Bögen durch den herzoglich-württembergischen Baumeister Heinrich Schickhardt.

1913

Verlängerung der Brücke um zwei Bögen um die steilen Auffahrten zu beseitigen und Verbreiterung auf acht Meter, damit sie dem zunehmenden Verkehr gerecht wird.
Die Brücke erhält ihr heutiges Aussehen.

 

 

 

         Die "Ulrichsbrücke" Anfang der fünfziger Jahre

 

        Bild: Detlef Rothfuß

1945

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges werden zwei Bögen durch deutsche Pioniere gesprengt.

1946

Originalgetreuer Wiederaufbau.

1975

Wegen des zunehmenden Verkehrs wird die neue “Römerbrücke” gebaut. Die alte “Ulrichsbrücke” steht weiterhin Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung.

 

Ihren Namen erhielt die Brücke nach Wilhelm Hauff, der in seinem Roman „Lichtenstein“ Herzog Ulrich von Württemberg 1519 auf der Flucht vor den Truppen des Schwäbischen Bundes mit seinem Pferd von einer Brücke in die Fluten des Neckars springen lässt. Tatsächlich gab es zu dieser Zeit hier aber keine Brücke, wohl aber eine Furt.

 
 

Mühle


1133

Erstmalige Erwähnung einer Mühle in Köngen. Erbauer ist das Kloster St. Peter im Schwarzwald.

1665

ist eine “Bannmühle” verzeichnet. Bannmühle heißt, dass alle Bauern in den umliegenden Gemeinden ihr Korn hier mahlen lassen müssen. 

1731

Matthias Wisst siedelt sich als neuer Müller an.

1885

Kauf der Mühle durch den Textilfabrikanten Robert Otto wegen der Wassernutzungsrechte zum Betrieb einer Weberei. Die Wasserkraft dient anfangs zum Antrieb der Webstühle und später zur Erzeugung elektrischer Energie. Pächter ist weiterhin die Familie Wisst.  

   
            "Köngener Mühle" heute
      Bild: Rupert Watzer, Köngen 

1970

Einstellung des Mühlenbetriebs.

1976

Im Zug des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße 313, die im Jahr 1981 fertig gestellt ist, wird das Neckarbett verlegt und der Mühlenkanal zugeschüttet.

1979

Verkauf der Mühle. Aufwändige Renovierung und Einrichtung eines Restaurants.


Ziegelei


1444

Urkundliche Erwähnung einer Ziegel- und Kalkbrennerei, was auch ein Ortsplan aus dieser Zeit dokumentiert.

1779

Johann Georg Speißer erhält von Herzog Carl Eugen von Württemberg die Genehmigung zum Betrieb einer Brennerei für Kalk- und Ziegelware.

1795

Verkauf der Ziegelhütte mit zweistöckigem Wohnhaus und Scheuer an Hieronimus und Alfred Deuschle.

1890

Einstellung der Ziegelfertigung.

1999

Renovierung der Ziegelhütte als Wohnhaus mit modernem Anbau.

 

 

 

            Die "Ziegelei" um das Jahr 1970

 

Auch heute noch wird die Straße Richtung Denkendorf von den älteren Einwohnern Köngens “Ziegelberg” genannt.


Alter Friedhof


1275

Urkundliche Erwähnung einer früheren Peterskirche, umgeben von einem Friedhof.

1450

Starke Beschädigung der Peterskirche im Städtekrieg. Der Kirchturm wird noch bis Ende des 17. Jahrhunderts genutzt. Auf den Resten seines Fundaments steht heute noch
das höher gelegene Häuschen, genannt “Efeuhütte”.

1633

Bau einer Mauer mit Torbogen an der Nordseite, wohl im Zug einer Vergrößerung des Friedhofs wegen der Pest in den Jahren 1608-09 und 1627, der fast die Hälfte der Bewohner zum Opfer fällt

1791

Anlage des heutigen “Alten Friedhofs” und Erweiterung 1837.                                                                                

1961

Durch die Bevölkerungsentwicklung  Köngens in der Nachkriegszeit entsteht ein neuer Friedhof am nördlichen Ortsrand. Der alte Friedhof wird nicht mehr genutzt.

 

 

 Der 'Alte Friedhof'

 

                                         Bild: Rupert Watzer, Köngen 
 

Zu sehen sind noch:

·         das Familiengrab “Weishaar” von  den damaligen Besitzern des Schlosses,  aus dem Jahr 1834

·         in der Mauer zur Kirche der Grabstein von Johannes Wagner († 1869), der 43 Jahre Schulmeister in Köngen war,

·         als aufgeschlagene Bibel der Grabstein von Pfarrer Ludwig Friedrich Staib,

·         zwölf  Soldatengräber aus dem Zweiten Weltkrieg,

·         ein Holzkreuz der katholischen Gemeinde - 2009 erneuert - zur Erinnerung an die verstorbenen Angehörigen der Heimatvertriebenen,

·         das untere kleine Gebäude, das als “Leichenhäusle” diente,

·         links neben dem Tor an der Außenmauer ein eingemauertes Sühnekreuz.

 


Grabstein des Schulmeisters und Mesners Johannes Wagner

Auf dem Alten Friedhof, unterhalb der Peter- und Paulskirche, ist in der Mauer der Grabstein von Johannes Wagner, der im 19. Jahrhundert in Köngen 43 Jahre Schulmeister und zugleich Mesner war. Leider nagt seit längerem der "Zahn der Zeit" an diesem Grabstein, so dass man die Inschrift nur noch mit Mühe lesen kann. Der Geschichts- und Kulturverein Köngen möchte an die vielseitigen Leistungen von Johannes Wagner erinnern. 
 
 
     
Der Grabstein von Johannes Wagner
 
Zu Johannes Wagner:  
   

1800

geboren in Faurndau. Nach seiner Lehrzeit in Göppingen, die er als Provisor abschließt, kommt er

1826

als Lehrer nach Köngen

1828

unterrichtet er in einer Klasse 112 Kinder. Für seine Schulabgänger führt er während ihrer Lehrjahre weiterhin eine Sonntagsschule, als Vorläufer der heutigen Berufsschule. Neben seinem Amt als Lehrer macht er sich, zusammen mit dem Pächter der Äcker des Schlossguts, Michael Hahn, einen Namen als landwirtschaftlicher Berater bei der Umstellung vom damals schon kümmerlichen Weinbau auf Obstbau. Man kann Wagner so als Wegbereiter für die heutigen Köngener Obstanlagen sehen.

1839

plant er sogar die Pflanzung von Maubeerbäumen zur Seidenraupenzucht.

1854

wagt er sogar selbstständig eine groß angelegte Grabungsaktion nach römischen Altertümern in den Goldäckern

1869

stirbt er nach kurzer Erkrankung an einem "Katarrhfieber"


Peter- und Paulskirche


1501 - 1512

erbaut im Stil der Spätgotik vom damaligen Köngener Ortsherren Konrad Thumb von Neuburg, seinen Brüdern Adam und Albrecht (dem Fürstprobst zu Ellwangen) sowie vom Kloster Denkendorf unter Peter Wolf. Die Wappen der Brüder Thumb von Neuburg befinden sich im Schlussstein der Sakristei. Kirchenbaumeister sind Stephan Waid († 1504) und dessen Schwager, Dionysius Beblinger. Stephan Waid, der Spross einer Baumeisterfamilie, war auch Baumeister am Münster in Konstanz. Schon sein Vater Hans baute das Ulmer Münster und die Frauenkirche in Esslingen.

 

·         Eine ältere Kirche wird erstmals 1135/38 und 1275 als "Peterskirche" erwähnt. Diese Kirche war bereits aus Stein gebaut und stand - wie bei sehr alten Kirchen üblich - abseits vom Ort. 1461 erhielt die Peterskirche einen neuen Turm, wahrscheinlich deshalb, weil sein Vorgänger, der neuen, 32 Zentner schweren "Marienglocke" nicht mehr gewachsen war.

·         Ursprünglich sollte an die bestehende Kirche ein neuer Chor angefügt werden, der auch als Grablege des Geschlechts Thumb von Neuburg vorgesehen war.  Da sich der Baugrund am Hang als ungeeignet erwies, wurde beschlossen, anstelle des Choranbaus etwas oberhalb der "Peterskirche" (der "Unteren Kirche") einen Chor als erste Baustufe einer neuen Kirche, der "Peter- und Paulskirche", zu errichten.

·         Am 29. Mai 1502 - an einem Ostersonntag - erfolgte die Grundsteinlegung für die Peter- und Paulskirche.

·         Der Chor als Ort der Grablege wurde 1512 durch den Baumeister Merx aus Esslingen fertiggestellt und von den Gebrüdern Thumb von Neuburg bezahlt. Einen Turmbau schenkte man sich,  weil die Glocken noch von der baufälligen und im Städtekrieg von 1450 beschädigten Peterskirche (der Unteren Kirche) geläutet werden konnten.

1515

Nach der endgültigen Fertigstellung des Kirchenschiffes wird die "Peter- und Paulskirche" durch den Bischof von Konstanz eingeweiht. Die Bezahlung erfolgte durch das Kloster in Denkendorf, das damals die kirchlichen Rechte und Pflichten (also auch der Baulast) innehatte.

 

 Peter- und Paulskirche

                 Bild: Rupert Watzer, Köngen 
   

1531

Hans Friedrich Thumb von Neuburg führt unter dem Einfluss von Ambrosius Blarer die Reformation in Köngen ein, 3 Jahre früher als im Herzogtum Württemberg.

 

1537

Auf dem "Götzentag" in Urach war es Ambrosius  Blarer gelungen, den Herzog Ulrich zu überzeugen, dass in den Kirchen die Altäre, alle Bilder und alle Heiligenfiguren zu entfernen seien. So verschwanden aus dem Chor der Köngener Kirche Hochaltar und Nebenaltar. Nur die Kreuzigungsgruppe und die Schnitzarbeiten im Flügelaltar „überleben“.

 

1613

Aufwändige Ausmalung der Decke des Kirchenschiffes  im Stil der Renaissance

 

1722 - 1724

Beide Ortsherren, Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg und Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg, stiften für den Turmbau der Peter- und Paulskirche. Noch im gleichen Jahr wird der Grundstein gelegt.  Der Kirchturm wird im Stil des Barock erbaut. 

·         Die Wappen über dem Portal sind die der Ortsherren (W.L.T.V.N.B. = Wilhelm Ludwig Thumb von Neuburg, E.L.H.Z.W.B. = Eberhard Ludwig Herzog zu Württemberg)

·         Die Inschrift der Steintafel in der Mitte bezeugt, dass die Köngener Bürger maßgeblich am Bau des Turms mitgewirkt haben. Der Text stammt wohl von Daniel Pfisterer, der Anfang des 18. Jahrhunderts Pfarrer in Köngen war.

1822

 Eduard Mörike ist ein halbes Jahr Vikar an der Köngener Kirche. Er schreibt hier seine wohl schönsten Gedichte “Um Mitternacht” und  “Septembermorgen”.    

 

2011/12

Renovierung und Neugestaltung des Innenraums der Kirche.

 

Die älteste Glocke im Turm der Peter- und Paulskirche ist die im Jahr 1430 von Meister Otto aus Esslingen gegossene Marienglocke. Sie hing ursprünglich in dem 1461 erstellten Turm der Peterskirche. Die Glocke zeichnet sich durch eine besondere Klangfülle aus. Die Sage berichtet, dass die Glocke von besorgten Bürgern während des Dreißigjährigen Krieges im Wald vergraben wurde. Nachdem endlich Frieden eingekehrt war, waren diejenigen gestorben, die um das Versteck wussten. Die Glocke blieb verschollen, bis Wildschweine, die angeblich den Geruch von Bronze witterten, sie wieder aus dem Boden scharrten. Nach diesem Geschehen wird sie bis heute "Sauglocke" genannt. Sie ist im Köngener Wappen enthalten.


Zehntscheuer


1722

Erbaut vom Kloster Denkendorf, das die kirchlichen Rechte in Köngen 1384/85 erworben hat. Die Scheuer dient zur Einlagerung des “Großen Zehnt”,
also der  Abgabe der Getreideernte an das Kloster. Als Gegenleistung muss das Kloster die Gebäude bauen und erhalten.  

1852

Freikauf vom Zehnt durch Zahlung eines Geldbetrags an das Kloster. Danach nutzen mehrere Bauern das Gebäude als Scheuer und als Schafstall.

1985

Die Gemeinde Köngen erwirbt die Scheuer und bewahrt sie vor dem Abriss.

1988

Einweihung der aufwändig sanierten Zehntscheuer. Heute sind hier der Festsaal, die Ortsbücherei, der Sitzungssaal des Gemeinderats und eine Begegnungsstätte untergebracht.  

   

 

 Die "Zehntscheuer" heute

              Bild: Rupert Watzer, Köngen 

Schloss


1075

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes Köngen (Chuningin). Aus dieser Zeit stammen auch noch Mauerreste am heutigen Schloss.

1382

heiratet Anna von Aichelberg den aus Chur in Graubünden stammenden Reichsritter Hans Thumb von Neuburg. Als Heiratsgut bringt sie den Ort Köngen (Dorf, Ländereien) mit in die Ehe.

1392

Urkundliche Erwähnung einer Burg, erbaut durch Hans Thumb von Neuburg und seiner Gemahlin Anna von Aichelberg.  

      Fast 400 Jahre Jahre sind die Thumb von Neuburg Ortsherren in Köngen. Hans Thumb wohnte aber nie in Köngen, erst sein Sohn Albrecht  ( 1465).

1398

Erweiterung der Burg zu einem vierflügeligen Fachwerkbau mit vier Ecktürmen, einer alles umschließenden Mauer sowie einem Wassergraben.    

1521

Plünderung durch Truppen des Schwäbischen Bundes und teilweise Zerstörung.

  1525  

Nach dem Tod des Ortsherren und 1. Erbmarschalls Konrad Thumb von Neuburg baut sein Sohn Hans Friedrich die Burg in ein Wasserschloss im Stil der Renaissance um.

1539

Im Zug der Umbaumaßnahmen entsteht der Rittersaal mit seinen Kaiserbildern und der Darstellung des osmanischen Sultans Sülejman I. des Prächtigen.

1666

Die vordere Hälfte des Schlosses und die Hälfte Köngens werden durch Friedrich Albrecht Thumb von Neuburg an das Haus Württemberg verkauft.

1739

Verkauf auch des hinteren Schlosses an das Haus Württemberg. Das Schloss geht also in  den Privatbesitz der herzoglichen Familie über. Damit wird ganz Köngen württembergisch.

1806

Zwei Jahre ist im Schloss der Sitz des Oberamts für die Gemeinden Köngen, Berkheim, Denkendorf, Neuhausen, Pfauhausen und Steinbach (heute Wernau), Unterensingen und Wendlingen.

1825

Der württembergische Staatsminister und Präsident der Kammer der Abgeordneten (heute der Landtag) Dr. Jacob Friedrich Weishaar erwirbt das Schloss als seinen Landsitz. Zwei Flügel des Schlosses werden abgerissen und der Wassergraben zugeschüttet. Die zwei verbleibenden Flügel werden im Stil des Klassizismus renoviert und ein Park angelegt. Baumeister ist der erste Direktor der Gewerbeschule Stuttgart (heute Universität Stuttgart) Carl Marcell Heigelin ( 1834). Der heute noch existierende sogenannte “Weiße Saal”  wird mit Wandgemälden im Stil des Biedermeiers ausgestattet. Das Schloss erhält sein heutiges Aussehen.

 

  Das "Schloss Köngen" heute

                   Bild: Rupert Watzer, Köngen 

1894

Die Malergruppe um Anton Braith, Christian Mali, Pieter Peters und seine Töchter Anna und Pitronella arbeiten über mehrere Jahre in den Sommermonaten im Schloss.

1921

Einrichtung einer Jugendherberge und Gründung der christlichen Jugendvereinigung “Bund der Köngener”.

1956

ziehen die bürgerlichen Besitzer des Schlosses in das angrenzende, neu erbaute Gebäude im Schlossgut.

1992

Rettungskauf des verfallenden Schlosses durch die Gemeinde Köngen.

1994

Beginn der Sanierung.

2007

Einweihung des vollständig renovierten Schlosses. Der Rittersaal, die Schlosskapelle und der Gewölbekeller dienen öffentlichen Zwecken.


Vogtei


1458

Bau der Vogtei. Sie ist das älteste Gebäude Köngens, welches unverändert erhalten geblieben ist. Eine Jahrringuntersuchung der Balken datiert auf diese Bauzeit.

 

 

 

Die Vogtei war Wohn- und Amtshaus des Vogts. Dieser stand im Dienst des Ortsherren und des Klosters Denkendorf. Er verordnete Erlasse, hatte polizeiliche Gewalt und überwachte die Abgabe des Großen und Kleinen Zehnts. Der Große Zehnt wurde aus der Getreideernte für Bau und Unterhaltung der kirchlichen Gebäude verwendet, der Kleine Zehnt aus dem Obst- und Gemüseanbau diente der Besoldung der Pfarrers und des Lehrers.   

1666 und
1739

Nachdem die Hälfte Köngens 1666 an das Haus Württemberg verkauft wird und 1739 auch die zweite Hälfte, gehört ganz Köngen zum privaten Besitz der herzoglichen Familie und wird vom Kammerschreibereigut – heute Hofkammer – verwaltet. Der Vogt, ab 1760 Oberamtmann genannt, zieht ins Schloss. Das Gebäude wird nun “Alte Vogtei” genannt und an private Eigentümer verkauft.

 

            Die "Alte Vogtei" heute

   Bild: Dieter Griesshaber 

1852

erlischt die Zehntpflicht durch Zahlung eines Geldbetrags.

1983

Aufwändige Renovierung und Ausbau zu einer Weinstube


Rathaus


1760

Errichtung des Gebäudes für öffentliche Zwecke.

1789

Aufbau des Glockentürmchens. Seitdem Sitz des Schultheißen, des Nachfolgers der herzoglichen Kammerschreiberei.

1845

Beschreibung des Oberamts Eßlingen: “Alt und unansehnlich ist das Rathaus”.

1956

Aufwändige Umbauten. Dabei entsteht auch die Freitreppe. Das Rathaus erhält sein heutiges Aussehen. 

1975

wird gegenüber dem Rathaus die Bronzestatue “Der Rossbändiger” des Künstlers Fritz Nuß aus Strümpfelbach aufgestellt.

 

 Rathaus Köngen

                Bild: Rupert Watzer, Köngen 
   
  Der Platz vor dem Rathaus heißt seit 1999 "Stöfflerplatz" zum Gedenken an den Pfarrer Eugen Stöffler und seine Frau Johanna, die von 1927 bis 1947 in Köngen wirkten. Das Ehepaar nahm währen der nationalsozialistischen Herrschaft Verfolgte im Pfarrhaus auf und verhalf ihnen zur Flucht. Dafür wird es als "Gerechte unter den Völkern" in der Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem geehrt.

Freihaus


1361

Das Esslinger Klarissinnen-Kloster - es steht heute noch in der Obertorstraße - erwirbt hier einen Hof mit Acker- und Weideland und Gehölz.
Von diesem Anwesen steht heute noch das “Freihaus”.

1401

Der Hof erhält von der Ortsherrin Anna von Aichelberg und Graf Eberhard III., dem Milden, die “Vogtfreiheit”.

1536

Im Zuge der Reformation wird der Klarissinnenorden enteignet. Seinen Besitz erhält das Esslinger Katharinenhospital. Es stand auf dem Gelände des Esslinger Marktplatzes.
In der Folge gelangt der Hof in Privatbesitz.

1665

Infolge des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) verarmen sowohl die Ortsherrschaft als auch die Bewohner Köngens. Der Ortsherr Ludwig Thumb von Neuburg
schenkt seiner Tochter Johanna Friederike den Freihof “ins Kindbett”, um ihr ein Auskommen zu sichern. Der Name Freihaus oder Freihof besagt, dass der Besitzer von Abgaben und Diensten befreit ist.

   
   Das "Freihaus" heute
                 Bild: Rupert Watzer, Köngen 

1999

Aufwändige Renovierung des Freihauses und Aufteilung in Eigentumswohnungen.

Der hinter dem Freihaus liegende Hof, heute mit modernen Häusern bebaut, heißt heute noch “Spitalhof” oder bei den KöngenernSpittelhof”.


Kloster


1382

Das Esslinger Franziskanerkloster - es stand am Blarerplatz - erwirbt in der Nähe des Köngener Schlosses, damals noch eine Burg, einen Hof mit Acker- und Weideland und Gehölz.

1398

Wegen des Ausbaus der Burg zu einer Wasserburg wird der Hof  an einen anderen Platz (in die Golterstraße)  verlegt.  

1478

Eine Beginenvereinigung erhält, gleichfalls in der Golterstraße, einen Hof. Beginen waren meist verwitwete, oft wohlhabende Frauen, die in klosterähnlichen Gemeinschaften lebten und wohltätig wirkten. Die Beginen schlossen sich 1496 den Franziskanern an.  

1536

Im Zuge der Reformation wird der Franziskanerorden enteignet und somit auch das “Kloster” aufgegeben.

   
  Das "Kloster" heute
                      Bild: Rupert Watzer, Köngen 

1562

Errichtung eines neuen Hauses mit Keller und Brunnen. Bis 1998 ist hier die Gastwirtschaft  “Zur Traube”.                                                  

 

Das Gebäude hat bis heute den Namen “Klosterhof” oder “s’Kloster” behalten.


Steiniger Weg


Bis 1960 ist dieser Weg mit groben Steinen gepflastert - daher auch sein Name. Fuhrwerke, die hier über Jahrhunderte verkehrten, hinterließen tiefe Spuren. Im Zuge der Flurbereinigung wird er mit einer Betondecke versehen. Als ausgebauter landwirtschaftlicher Fahrweg behält er dennoch seinen Namen “Steiniger Weg”.

 

Diesen Weg gibt es seit der Zeit, als sich römische Truppen in Köngen aufhielten (90 bis 130 n. Chr.) die Römer von ungefähr 90 bis 260 n. Chr. in Köngen waren. Er folgt hier exakt der Römerstraße vom Römerkastell GRINARIO (Köngen) über Berkheim, Esslingen-Weil, Hedelfingen, Wangen zum Römerkastell in Cannstatt. Damals war es ein Schotterweg mit ungefähr sechs Metern Breite.

 
   "Steiniger Weg" heute    
     Bild: Detlef Rothfuß     

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Stand: 09.07.2013                        Copyright © 2013 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V                                 Autor: Detlef Rothfuß