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Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
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Entspannung 1924 - 1929
Aufstieg Nationalsozialismus 1929 - 1933
Württemberg 1918-1933
Köngen 1918-1933 (exemplarisch für ein Dorf)
Literaturhinweise
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Die ersten Jahre der Weimarer Republik
1919 - 1923
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- Die deutsche Bevölkerung
ist sich in dem Glauben einig, dass eine
Erfüllung des
Versailler Vertrags in seinem vollem Umfang
undurchführbar ist.
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- Großes Etatdefizit,
zunehmende Geldentwertung. Ursachen: Erhöhung der
Geldmenge während des Krieges (Kriegsanleihen auf Pump),
Finanzierung des Wiederaufbaus, Einfuhrbedarf für Wirtschaft
und Ernährung, Reparationen.
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Maßnahmen: Beseitigung der Finanzhoheit der Länder,
Vereinheitlichung und Ausbau des Steuersystems:
Einführung einer Reichseinkommenssteuer mit einem Steuersatz bis zu 60%,
Besteuerung des Vermögenszuwachses von 1914-1919,
Erhöhung der Erbschaftssteuer, einmaliges
'Reichsnotopfer' (seit 1922
Reichsvermögenssteuer). Staatliche Festsetzung der
Agrarpreise. Federführend bei den meisten dieser
Maßnahmen war Matthias Erzberger (Zentrum).
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Die
Reichsfinanzreform erwies sich als eines
der wesentlichen Verdienste Erzbergers. In ihrer
Bedeutung von den Zeitgenossen nicht erkannt und
wegen der Inflation zunächst nicht voll wirksam,
machte sich Erzberger bei den Föderalisten und
einflussreichen Vertretern der im Kaiserreich
herrschenden Schicht noch mehr Feinde. Durch die
Einschränkung der bisherigen Finanzhoheit
der Länder gelang ein großer Schritt hin
zum deutschen Einheitsstaat. Die Finanzämter waren
nun Reichsbehörden und erhoben die Steuer, während
die Länder auf den Finanzausgleich verwiesen
blieben.
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Matthias Erzberger
(* 1875
† 1921, ermordet)
Mitglied des Reichstags 1903 - 1918
(Zentrum), Leiter der Delegation, die am 11.11.1918 den
Vertrag über den Waffenstillstand mit den Westmächten
unterzeichnete, Reichsminister der Finanzen vom Juni
1919 bis März 1920.
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- 1919 war die junge Republik durch
Umsturzversuche der Linksradikalen herausgefordert
worden. Im März 1920 kommt es mit dem so genannten
"Kapp-Putsch" zu einer ersten Machtprobe mit der wieder
erstarkten Rechten.
Für die Rechtskreise war
Deutschland "im Felde unbesiegt". Die
"Erfüllungspolitik"
(die Erfüllung des Versailler Vertrages durch die Regierung)
klagten sie an. Darüber hinaus stemmten sie sich mit aller
Macht gegen den demokratischen Staat.
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Unter Mitwirkung
von Ludendorff versuchen der ehemalige Führer
der Deutschen Vaterlandspartei,
Wolfgang Kapp,
und General Freiherr von Lüttwitz die
Regierung zu stürzen und eine Diktatur zu errichten.
Als am 13. März 1920 Truppen der
Freikorps
(Brigade Ehrhardt) in Berlin einrücken, greift die
Reichswehr nicht ein.
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- Die
Freikorps
waren seit November 1918 aus ehemaligen
Frontsoldaten aufgestellt worden. In diesen
Freiwilligenverbänden sammelten sich
monarchistische und rechtskonservative
Kräfte, die am Ende des Krieges keine
Perspektive und gesicherte Zukunft mehr
sahen. Bis 1920 hatten sich rund 120
Freikorps mit 400.000 Mitgliedern gebildet.
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- Als
Reichswehrminister
Noske den späteren Chef der
Heeresleitung, General von Seeckt,
zum Schutz der Regierung um den
Einsatz
der Reichswehr zur Niederschlagung des
Putsches ersuchte, wurde sein Ansinnen
zurückgewiesen. (von Seeckt: "Wollen Sie
eine Schlacht am Brandenburger Tor zwischen
Truppen, die noch vor einem Jahr Schulter an
Schulter gekämpft haben?"). Im Grunde war
dies eine Verweigerung des Gehorsams
gegenüber der Regierung, zumal es sich bei
den Freikorps keinesfalls um reguläre
Armeeeinheiten handelte.
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Die Putschisten
gelingt es nicht, sich der
Instrumente der
staatlichen Machtausübung (z.B. des
Beamtenapparats) zu bemächtigen. Am 15. März 1920
rufen die Gewerkschaften auf Veranlassung der
Regierung zum Generalstreik auf. Am 17. März
wird die Kapp-Regierung abgesetzt.
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- Der Umsturzversuch
scheiterte auch deshalb, weil
Reichspräsident Friedrich Ebert seine ihm
nach der Verfassung zugewiesenen Vollmachten
voll ausschöpfte - ungeachtet der Tatsache,
dass er nicht, wie die Juli 1919
verabschiedete Reichsverfassung vorschrieb,
durch eine Volkswahl in das Amt gelangt war.
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- Der politische Streik,
bisher immer eine Waffe der oppositionellen
Linken gegen die Regierung, wird zum ersten
Mal als ein von der Regierung gefordertes
Kampfmittel zur Verteidigung des
bürgerlichen Staates gebraucht.
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- Aus dem Generalstreik
wird bald eine linke Aufstandsbewegung.
Der Streik breitet sich noch aus, als der
Kapp-Putsch bereits zusammengebrochen ist.
Im Ruhrgebiet wächst die Streikbewegung zu
einem von der KPD unterstützten
Arbeiteraufstand aus. Die letzten Schüsse
fallen erst Mitte April 1920.
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- Bei der
Reichstagswahl im Frühsommer
1920 verliert die den neuen Staat bejahende
"Weimarer
Koalition" (SPD, Zentrum und DDP) ihre Mehrheit.
Der Stimmenanteil der
Koalition betrug jetzt nur noch 43,6 Prozent (1919: 76,1
Prozent). Die Monarchisten (DNVP, DVP) bekommen 29
Prozent der Stimmen (1919: 14,7 Prozent). Die von der SPD
abgespaltenen Parteien, die USPD und die KPD, erhielten
zusammen 20 Prozent der Stimmen. Mit diesem Ergebnis deutet
sich ein Scheitern des parlamentarischen
Regierungssystems - das ja auf Mehrheit beruht - an.
Die Republik steht auf schwachen
Füßen!
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Die Siegermächte
einigen sich Anfang 1921 in Paris und London auf
einen Zahlungsplan, der innerhalb von 42 Jahren
Reparationen von jährlich zwei bis sechs Milliarden
Goldmark vorsieht. Insgesamt soll das Reich 132
Milliarden Goldmark aufbringen - eine astronomische
Summe, die eine wirtschaftliche Erholung auf
Jahrzehnte ausschloss.
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- Die wechselnden Kabinette unter
der Führung bürgerlicher Politiker versuchen, der
Reparationspflicht nachzukommen.
Mit der
"Erfüllungspolitik" sollte den Siegermächten
gezeigt werden, dass ihre Forderungen die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Deutschen
Reiches übersteigen und großes Elend in der
Bevölkerung verursachen. Von einer solchen
Erkenntnis der Siegermächte erhoffte man sich eine
Minderung der Reparationslasten. Die Alliierten
blieben jedoch unbeeindruckt.
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Um den
Forderungen der Sieger nachzukommen, ließen die
verantwortlichen Politiker neues Geld ohne
Deckung drucken. Da schon während des Krieges
die Geldmenge erheblich erhöht worden war, kam
es zu einer galoppierenden Inflation, die
für einen großen Teil der Bevölkerung wachsende
Not mit sich brachte. Millionen von Deutschen,
die nur Geld- und keine Sachwerte besaßen, wurde
ihre Existenzsicherung genommen. |
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- Walther
Rathenau (zuerst Wiederaufbau-, dann
Außenminister) versucht, Deutschland durch ein
Abkommen über vermehrte Sachlieferungen anstelle der
Reparationszahlungen zu entlasten. Ende 1921 ist
Deutschland wegen zunehmender Geldentwertung
nicht mehr in der Lage, die "Erfüllungspolitik"
fortzusetzen.
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Die Berufung von
Walther Rathenau zum Wiederaufbauminister in der
Regierung des Zentrumpolitikers Joseph Wirth
spaltete im Mai 1921 die öffentliche Meinung.
Einerseits verwarfen die Konservativen die
maßgeblich von Rathenau entwickelte
"Erfüllungspolitik" gegenüber den Forderungen
der Siegermächte, andererseits versprachen sich
Liberale und Sozialdemokraten von dieser Politik
eine Mäßigung des auf Deutschland lastenden
Drucks. |
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Walther Rathenau (*
1867, †
1922, ermordet)
1921 Minister für
Wiederaufbau, 1922 Außenminister
GNU
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Die
Konferenz
von Genua im Frühjahr 1922 bringt keine Lösung
der Reparationsfrage. Rathenau, seit dem 1. Februar
1922 Außenminister, verstimmt die Westmächte
zusätzlich durch den Vertrag von Rapallo mit
Russland (16. April 1922). Die westlichen
Siegermächte befürchten eine Allianz zwischen
Deutschland und Russland.
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Im
Vertrag von Rapallo verzichten sowohl
Deutschland als auch Russland auf
gegenseitige materielle Ansprüche.
Diplomatische Beziehungen werden vereinbart,
ebenso die Erneuerung der
Wirtschaftsbeziehungen. Die Siegermächte
wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. -
Der Vertrag mit Russland markiert den Beginn
einer eigenständigen deutschen Außenpolitik
nach 1918.
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- Der Vertrag von Rapallo
wurde ohne das Wissen des
Reichspräsidenten Friedrich Ebert
unterzeichnet. Ebert war gegen einen
solchen Vertrag mit Russland, weil er (mit
gutem Grund!) eine
Verschlechterung des
Verhältnisses zu den Westmächten
befürchtete. Außerdem fühlte er sich als
Reichspräsident, der das außenpolitische
Vertretungsrecht besaß, brüskiert. Da Ebert
keine Regierungskrise heraufbeschwören
wollte, unterließ er es, mit Kanzler und
Außenminister einen verfassungsrechtlichen
Konflikt über die außenpolitischen
Kompetenzen auszufechten.
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- Nach der Niederschlagung des
Spartakus-Aufstandes im Januar 1919 machten
Rechtsradikale Jagd auf die KPD-Führer
Rosa
Luxemburg und
Karl Liebknecht. Ihrer
Ermordung stand am Anfang einer langen Reihe
politischer Attentate Rechtsradikaler in der
Weimarer Republik.
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- Die radikal auftretende
Rechtsopposition bezichtigten die
"Erfüllungspolitiker" des "Verrats am Vaterland"
und verfolgten sie mit ihrem ganzen Hass. Dabei
schreckten die extremen Nationalisten auch vor
politischem Mord nicht zurück. Insgesamt
brachten rechtsradikale Attentäter bis 1924 mehr als
400 politische Gegner um.
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- Am
26. August 1921 wurde
der Zentrumspolitiker und
Reichsfinanzminister
Matthias Erzberger
von zwei Mitgliedern eines militärischen
Geheimbundes erschossen. Erzberger hatte am
11. November 1918 den
Waffenstillstandsvertrag mit unterzeichnet.
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Am Vormittag des 26.
August 1921 spazierten Matthias
Erzberger und Carl Diez,
ein Reichstagsabgeordneter der
Zentrumspartei, auf der Kniebisstraße,
die von Bad Griesbach durch den
Schwarzwald nach Freudenstadt führt. Sie
planten den Besuch der Alexanderschanze.
Gegen 11 Uhr tauchten plötzlich vor
ihnen zwei junge Männer auf. Sie
schossen die Magazine ihrer Pistolen auf
die beiden Parlamentarier ab und
flüchteten. Erzberger, von acht Kugeln
getroffen, starb noch am Tatort, Diez
wurde lebensgefährlich verletzt und
schleppte sich nach Bad Griesbach
zurück. In Deutschland wurde die
Nachricht von der Ermordung Erzbergers
teils mit Bestürzung, teils mit
Genugtuung, ja Begeisterung aufgenommen.
Auch vor seiner Ermordung hatte
Erzberger, der am 20. September 1875 in
Buttenhausen auf der Schwäbischen Alb
als Sohn eines Kleinhandwerkers und
Postboten zur Welt gekommen war, die
Menschen polarisiert. Seine einfache
Herkunft, der Katholizismus und auch die
schwäbische Mentalität hatten ihn
entscheidend geprägt. (Eine sehr gute
Quelle zum Wirken Erzbergers ist das
Buch: Klaus Epstein: Matthias Erzberger
und das Dilemma der deutschen
Demokratie, Frankfurt 1976).
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Bei den Mördern
handelte es sich um die ehemaligen
Offiziere Heinrich Tillessen
(1894 - 1984) und Heinrich
Schulz (1893 - 1979). Beide
waren Mitglieder einer geheimen
Terrorgruppe, die sich
'Germanenorden' nannte und zur
'Organisation Consul' gehörte. Den
Mördern gelang die Flucht ins
Ausland. 1933 kehrten sie
unbehelligt in das
nationalsozialistische Deutschland
zurück.
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- Am 24. Juni 1922 wurde
Reichsaußenminister
Walther Rathenau
von Mitgliedern der rechtsradikalen
"Organisation Consul" ermordet.
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- Überfälle und Morde der
Rechtsradikalen schürten in der Öffentlichkeit das
Gefühl, ohnmächtig gegen eine Bedrohung zu sein,
gegen die der Staat von Weimar keinen wirksamen
Schutz zu geben vermochte.
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- Ruhrkampf und Reichskrise im Jahr 1923
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- Vorgeschichte des Ruhrkampfs
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- Im Herbst 1922 klettert
die Inflation in Schwindel erregende Höhen.
Massenelend ist die Folge. Ganze
Bevölkerungsschichten verarmten.
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- In Frankreich ist man
überzeugt, dass sich Deutschland der
Erfüllung seiner Zahlungsverpflichtungen
böswillig
widersetzt; die Entwertung des
Francs soll durch die deutschen Zahlungen
überwunden werden.
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- Raymond Poincaré
glaubt, Deutschland durch Besetzung und
wirtschaftliche Ausbeutung des Ruhrgebiets
zur Vertragstreue zwingen zu können. Aus
seinem Sicherheitsbedürfnis heraus ist es
außerdem im Interesse Frankreichs,
Deutschland im Ruhrgebiet (Schwerindustrie!)
zu schwächen.
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- Ruhrbesetzung und Ruhrkampf
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- Am 11. Januar 1923
besetzen französische und belgische Truppen
das Ruhrgebiet; die Reparationen waren nicht
voll geleistet worden.
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Die
bürgerliche Regierung unter dem
Reichskanzler Wilhelm Cuno ruft am
13. Januar Unternehmer, Arbeiter im
Ruhrgebiet zum "passiven Widerstand"
auf.
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Cunos
Kabinett der so genannten
Fachleute
ohne Parteibindung
zeigt sich der
Zuspitzung der außen- und
innenpolitischen Lage, gekennzeichnet
durch die Ruhrbesetzung und eine
dramatisch ansteigende Inflation, nicht
gewachsen. |
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Im
Hochsommer 1923 führt der
passive
Widerstand zum völligen Verfall der
Mark. Das Reich steht finanziell vor dem
Zusammenbruch.
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Die
Regierung in Berlin finanziert den
passiven Widerstand durch Erhöhung der
Geldmenge (Drucken von Geldscheinen).
Dies heizt die Inflation zusätzlich an.
Ende August 1923 entsprechen 10
Millionen Mark dem Wert eines Dollars.
Die Löhne können mit den Preisen nicht
mehr Schritt halten. Die Gewerkschaften
unterstützen den passiven Widerstand,
verlieren jedoch zunehmend die Kontrolle
über ihre Mitglieder. |
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Am 12.
August 1923 muss die Regierung Cuno ihr
Scheitern eingestehen. An ihre Stelle tritt
ein Kabinett, das aus einer
"Großen
Koalition" (SPD, Zentrum, DDP, DVP)
gebildet wird. Reichskanzler wird
Gustav
Stresemann (DVP).
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Innen- und
Außenpolitik waren bei Gustav
Stresemann eng miteinander verzahnt.
Außenpolitische Erfolge waren für
ihn von stabilen Verhältnissen
in Deutschland abhängig. Um
letztere zu erreichen, versucht er
einen Brückenschlag zwischen dem
bürgerlichen Lager und der
Arbeiterschaft. Wichtig war für ihn,
einen "einheitlichen nationalen
Willen" zustande zu bringen. Vor
allem will er die SPD als stärkste
demokratische Kraft im Reichstag auf
seine Seite ziehen. Umgekehrt
brauchte Stresemann
außenpolitische Erfolge, um das
Bürgertum in Deutschland für die
Republik zu gewinnen.
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Außenpolitisches Ziel
Stresemanns war es, die in
Versailles festgelegte
Nachkriegsordnung
schrittweise
und mit friedlichen Mitteln
zugunsten des Deutschen Reiches zu
verändern. Der Weg zu einer Revision
der vertraglichen Bindungen von
Versailles und zur Wiederherstellung
einer deutschen Großmachtposition
konnte für Stresemann nur über
Verhandlungen,
Kompromisse
und Vertrauensbildung
mit den
einstigen Kriegsgegnern führen.
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- Am 24. September ordnet
Stresemann - gegen Widerstand in den eigenen
Reihen - die Einstellung des passiven
Widerstands an. Die nationale Opposition
schmäht ihn als Verräter.
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Gustav Stresemann (* 1878, † 1929)
1907-1912 und 1914 -
1918 Abgeordneter der Nationalliberalen
Partei im Reichstag, 1917
Fraktionsvorsitzender, 1918 Gründer der
rechtsliberalen Deutschen Volkspartei,
1919 Mitglied der Weimarer
Nationalversammlung und ab 1920
Abgeordneter des Reichstags als
Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Im
August 1923 wurde Stresemann
Reichskanzler und Außenminister einer
großen Koalition. Sturz seiner Regierung
am 22.11.1923, danach bis zu seinem Tod
Außenminister verschiedener
Koalitionsregierungen.
Bildarchiv Preußischer
Kulturbesitz BPK, Berlin
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Die
Autorität der Reichsregierung wird von allen
Seiten angegriffen. Eine kommunistische
Aufstandsdrohung in
Sachsen setzt die
Regierung in Berlin unter Druck. Als Antwort
auf die Beendigung des Ruhrkampfes bereitet
Bayern den Abfall vom Reich vor. Den
Weisungen der Reichsregierung wird nicht
mehr Folge geleistet. Es besteht die Gefahr,
dass sich partikularistische Kräfte mit dem
Nationalsozialismus vereinigen. Im besetzten
Westen versuchen Separatisten mehrmals,
Teile des Rheinlands vom Reich zu lösen.
Dies scheitert am Widerstand der
reichstreuen Bevölkerung.
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Um die
Funktionsfähigkeit der Regierung
sicherzustellen, übergab der Reichstag am
23. Oktober 1923 der Exekutive für drei
Wochen außerordentliche Vollmachten. (Es ist
das erste Ermächtigungsgesetz in
Deutschland - das Parlament hatte sich
praktisch selbst entmachtet).
Reichspräsident Ebert übergab Kanzler
Stresemann
die
Notverordnungsvollmacht. In dieser Zeit
werden von der Regierung Stresemann 36
Gesetze und Verordnungen zur
Wiederherstellung der staatlichen Ordnung
und zur Stabilisierung der Wirtschaft in die
Wege geleitet.
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- Ende Oktober wird die
sozialdemokratisch-kommunistische
Regierung in Sachsen
über eine
"Reichsexekution" abgesetzt. Die
sozialistischen Mitglieder der
Reichsregierung treten wegen dieser Aktion
zurück, die "Große Koalition" ist beendet.
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Am
9.
November wagt
Adolf Hitler, ein
begeisterter Anhänger eines extremen
Nationalismus, in München einen
Staatsstreich, der allerdings kläglich
scheitert. Hitler hatte einen
'Marsch auf
Berlin' geplant, um die Regierung
Stresemann zu stürzen und eine nationale
Diktatur auszurufen. Die
'Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei' (NSDAP),
die Hitler bis
1923 zur tonangebenden politischen Kraft im
Lager der extremen Nationalisten und
Antisemiten gemacht hatte, wird
verboten.
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- Mit der
Einführung der
Rentenmark am 15. November 1923 gelingt
es, die Währung zu stabilisieren.
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Um die
Jahreswende 1923/24 entspannt sich die
gesamtwirtschaftliche Lage.
Die
Stabilisierung der Währung
erfordert
jedoch harte Opfer: 300.000 Beamte,
Angestellte und Arbeiter des Reiches
werden entlassen. Da die frühere Mark
nur in geringem Maße aufgewertet wird,
werden die Vermögenswerte des
bürgerlichen Mittelstands und der
kleinen Sparer weitgehend vernichtet
(wichtig für deren späteres
Wahlverhalten!). |
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- Am 23. November 1923 wird
das Kabinett Stresemann gestürzt. Bis zu
seinem Tod am 3. Oktober 1929 ist Gustav
Stresemann Außenminister
verschiedener Koalitionsregierungen.
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In den
wenigen Monaten als Kanzler hat
Stresemann Weichen gestellt, die eine
Konsolidierung der Republik vorerst
möglich machten. Die sozialpolitischen
Gegensätze zwischen Unternehmern und
Arbeitern waren in der von
Klassengegensätzen
geprägten
Weimarer Republik einfach zu groß, um
eine stabile Regierung auf die Dauer
halten zu können. Für Gustav Stresemann
blieb der "einheitliche nationale Wille'
der Angelpunkt erfolgreicher
Außenpolitik. |
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Die Jahre 1919-1923
Aufstieg Nationalsozialismus 1929 - 1933
Literaturhinweise Zurück
zum Seitenanfang
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Die Jahre der Entspannung 1924 - 1929
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Ein
internationaler Sachverständigenausschuss unter dem
Vorsitz des amerikanischen Bankiers
Charles G.
Dawes schlägt am 9. April 1924 für die ersten
Jahre wesentlich geringere deutsche Reparationen
vor. Der Beginn der Zahlungen soll durch ein
internationales Darlehen erleichtert werden.
Ende August 1924 wird der Dawes-Plan vom Reichstag
angenommen. Das Schlussprotokoll über die
Reparationsregelung wird in London unterzeichnet.
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- Mit dem Dawes-Plan wurden
die Reparationsverpflichtungen in
geregelte jährliche Zahlungen gebracht.
Entscheidend jedoch war, dass es
keine
willkürlichen Akte Frankreichs gegenüber
dem Deutschen Reich wegen ausgebliebener
Zahlungen mehr geben konnte, wie es zwei
Jahre zuvor geschehen war.
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- Der Zufluss von Anleihen,
von denen der größte Teil aus den USA und
aus Großbritannien kam, war reichlich. Dies
schuf gegenseitige wirtschaftliche
Verflechtungen und Abhängigkeiten.
Insbesondere in den USA entwickelte sich
zunehmend ein Interesse an der
Stabilisierung des Deutschen Reichs. Die
deutsche Wirtschaftskraft wurde - von
Stresemann so gewollt - ein vorzügliches
Werkzeug zur Lösung politischer Fragen.
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- Die positiven Folgen der
Wirtschaftsankurbelung schlagen sich
bei der Reichstagswahl im Dezember 1924
nieder: Die extremen Flügelparteien erleiden
erhebliche Verluste. So erhalten die
Kommunisten lediglich 9 Prozent und die
Nationalsozialisten nur 3 Prozent der
Stimmen.
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- Deutschland muss
zur Sicherung der Reparationszahlungen eine
Verkehrssteuer einführen und Schuldverpflichtungen
auf die Industrie und die Reichsbahn zugestehen.
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- Die Locarnopolitik Stresemanns
und Briands (1925/26)
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- Auch in seiner Funktion als
Außenminister strebt Gustav Stresemann sein Ziel,
die volle Souveränität in einem Deutschen
Reich ehemaliger Größe zu erlangen, mit aller Macht
an. Er möchte keinesfalls dauerhaft auf ehemals
deutsche Gebiete verzichten. Das Revision des
Versailler Vertrags soll durch
Vertrauensbildung
und durch Verknüpfung der deutschen Politik mit den
Interessen der Siegermächte des Ersten
Weltkriegs erreicht werden. Eine Politik, die auf
militärische Macht beruht, wollte Stresemann
vermeiden.
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- Eine der größten Leistungen
Gustav Stresemanns ist es, die Sicherheitsbedenken
und die Interessen des langjährigen "Erbfeindes"
Frankreich ernst zu nehmen und in seine Außenpolitik
einzubeziehen. Gemeinsam mit dem französischen
Außenminister Aristide Briand arbeitet er an
einer deutsch-französischen Verständigung. Dabei
werden sie von dem englischen Außenminister
Austen Chamberlain
unterstützt.
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-
Das Ergebnis der
Politik Briands und Stresemanns sind die im Dezember
1925 in London unterzeichneten
Locarnoverträge.
Durch kluge Diplomatie war es Stresemann
gelungen, Deutschland aus seiner Isolation zu
befreien. Deutschland war nun im Begriff, wieder ein
gleichberechtigter Partner im Kreis der europäischen
Großmächte zu werden.
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- Deutschland, Frankreich
und Belgien sind zu gegenseitigem
Gewaltverzicht und zur Anerkennung ihrer
bestehenden gemeinsamen Grenzen bereit.
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Großbritannien und
Italien
garantieren die deutsch-französische Grenze.
Großbritannien lehnt es jedoch ab, sich auch
für die deutsche Ostgrenze zu binden. Damit
wurde das Reich in die Lage versetzt, die
Grenzen im Osten mit friedlichen Mitteln zu
ändern.
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Deutschland verzichtet freiwillig auf
Elsass-Lothringen. Außerdem anerkennt es
die dauerhafte Demilitarisierung des
gesamten Rheingebiets.
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- Polen und die
Tschechoslowakei erhalten keine Garantie
der Großmächte für die Erhaltung der
deutschen Ostgrenze. Das Deutsche Reich
verzichtet jedoch auf eine gewaltsame
Änderung des Besitzstandes.
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Für
Stresemann und die meisten Deutschen war
es undenkbar, den polnischen Korridor
zwischen Ostpreußen und dem übrigen
Reich sowie die Abtretung von Gebieten
in Oberschlesien erneut anzuerkennen.
Dies galt ebenfalls für die
Tschechoslowakei mit ihren drei
Millionen Sudetendeutschen. |
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- Im Juni und
August 1925 räumen Franzosen und Belgier das
Ruhrgebiet und die "Sanktionsstädte" (Darmstadt,
Mannheim, Karlsruhe).
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- Im
Berliner Vertrag vom
April 1926 verpflichten sich das
Deutsche Reich
und die Sowjetunion zur Neutralität im
Kriegsfall. Da ein Durchmarsch französischer Truppen
durch deutsches Gebiet nach dem Abschluss dieses
Neutralitätsvertrags nicht mehr gestattet werden
konnte, war eine wahrscheinliche französische
Unterstützung für Polen in einem Krieg gegen
Russland ausgeschlossen.
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Da der
kommunistische Staat Sowjetunion im
Staatensystem isoliert war, bot er dem Deutschen
Reich Chancen für die Wiedergewinnung seiner
Großmachtposition. |
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m Gespräch von
Thoiry im September 1926 streben Briand und
Stresemann eine Gesamtregelung der
deutsch-französischen Beziehungen an
(wirtschaftliche Zusammenarbeit, Lösung der
Saarfrage, Beschleunigung der Räumung des
Rheinlands).
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- Der Völkerbund und der
Briand-Kellogg-Pakt
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Eine Folge der
Locarnopolitik ist der Eintritt Deutschlands in
den Völkerbund im September 1926. Dieser spielt
als Ort eines ständigen Gedankenaustausches über
Fragen der Europa- und Weltpolitik eine nützliche
Rolle. Wegen der Erfordernis der Einstimmigkeit in
seinen Gremien ist die Handlungsfähigkeit und der
Einfluss begrenzt.
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- 1927
schlägt der amerikanische Staatssekretär
Kellogg
einen Weltvertrag vor, in dem die Staaten sich
verpflichten sollen, jeglichen Krieg zu ächten. Der
Briand-Kellogg-Pakt
wird am 27. August 1928
zunächst von 15 Staaten unterzeichnet. Bis zum Tag
des Inkrafttretens des Übereinkommens, am 24. Juli
1929, traten 45 weitere Staaten bei.
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Das
Kernstück des Pakts war sein erster Artikel.
Er markierte die historische Zäsur: "Die
Hohen vertragsschließenden Parteien erklären
feierlich im Namen ihrer Völker, dass sie
den Krieg als Lösung
internationaler Streitfälle verurteilen
und auf ihn als Werkzeug nationaler Politik
in ihren gegenseitigen Beziehungen
verzichten." Der beschwörende Appell im
zweiten Passus, wonach künftig alle
Streitigkeiten oder Konflikte, "welcher Art
oder welchen Ursprungs sie auch sein mögen",
niemals anders als
"durch friedliche
Mittel" gelöst werden sollten, deutete
den Wendepunkt an.
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Die
Vertragsparagraphen mit den sehr allgemein
formulierten Absichtserklärungen
waren kaum rechtsverbindlich. Da es keine
Instanz gab, die etwaige Verstöße ahnden
konnte, hing alles von der
Vertragstreue
der Unterzeichnerstaaten ab.
Problematisch war außerdem, dass der Vertrag
nur den Angriffskrieg ächtete. Wo die
Grenzen zwischen Angriffs- und
Verteidigungskrieg verlaufen sollten, blieb
unklar. Letztlich trug der Pakt nichts zur
weltweiten Sicherheit und Abrüstung bei. Was
als noble Idee begann, wurde bereits elf
Jahre später von der rauen Wirklichkeit
eingeholt.
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- Innere Entwicklung Deutschlands
1924 - 1929
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Die
Entspannung der Weltlage nach 1924 verstärkt
in vielen Ländern die
konservativen
Tendenzen in der Innen- und
Sozialpolitik.
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In
Deutschland übernimmt das
Kabinett Luther
(mit Stresemann als Außenminister) am
15.
Januar 1925 die Regierung. Es stützt
sich auf das Zentrum, die Deutsche
Volkspartei (DVP), die Deutsche
Demokratische Partei (DDP) und die
Deutschnationalen.
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Die
Deutschnationalen lehnen die Annahme der
Locarnoverträge ab und scheiden deshalb im
Herbst 1925 aus der Regierung aus. Für die
verbleibende "kleine Koalition" wird es
immer schwieriger im Reichstag eine Mehrheit
zu finden.
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Im
Februar 1925 stirbt
Friedrich Ebert.
Zum ersten Mal soll nun das Volk, wie in der
Verfassung vorgesehen, einen neuen
Reichspräsidenten wählen.
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Im
zweiten Wahlgang (26. April 1925) stehen
sich der Kommunist
Thälmann, der
frühere Reichskanzler und Zentrumsführer
Marx als Sammelkandidat der
republikanischen Parteien und
Generalfeldmarschall von
Hindenburg
als Kandidat der Rechten gegenüber.
Hindenburg erhält die meisten Stimmen (14,7
Millionen). Marx bekommt 13,75 Millionen
Stimmen, Thälmann 1,9 Millionen.
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Paul von Hindenburg (* 1847
†
1934)
Im 1. Weltkrieg 1914
bis 1916 Oberbefehlshaber im Osten, 1916
- 1919 Chef der Heeresleitung. 1925
erstmals, 1932 erneut Reichspräsident.
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Aufgrund
des Stimmenanteils der
KPD hatten die
Demokraten
(SPD, DDP, Zentrum) nun
auch das Amt des Staatsoberhaupts, das
angesichts der großen Vollmachten, die ihm
die Verfassungsgebende Versammlung verliehen
hatte, von besonderer Bedeutung war,
verloren. Die Monarchisten (DNVP,
DVP) waren ihrem Ziel, wieder die
Staatsgewalt zu übernehmen, einen Schritt
näher gekommen.
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Den
Vollmachten des
Reichspräsidenten
standen die Befugnisse des
Reichstags
gegenüber, in dem die Monarchisten keine
Mehrheit hatten. |
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- Seeckt und die
Reichswehr
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Der Chef
der Reichswehr, General von Seeckt,
bemüht sich, die Truppe von der Politik
fernzuhalten. Dem mit einer starken
monarchischen Tradition behafteten
Offizierskorps gelingt es jedoch nicht, eine
innere Beziehung zur Republik zu entwickeln.
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- Seeckt
hält, wie sein Nachlass bezeugt, einen
Wiederaufstieg Deutschlands ohne Krieg für
undenkbar. Sein Versuch, eine "schwarze
Reichswehr" aus freiwilligen Verbänden
aufzustellen, erregt das Misstrauen der
Westmächte.
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Die Jahre 1919-1923
Entspannung 1924 - 1929
Literaturhinweise
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Weltwirtschaftskrise und Aufstieg des
Nationalsozialismus 1929 - 1933
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- Weltwirtschaftskrise und New-Deal-Politik der USA
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Die vom
Ausland, insbesondere von den USA, gewährten
kurzfristigen Kredite (16 Milliarden
Mark) übersteigen die geleisteten
Reparationszahlungen bei weitem. Es kommt zu
einer trügerischen
Scheinblüte der
deutschen Wirtschaft.
Am 13. Mai 1927 kommt es an der Berliner
Börse zu einem "Schwarzen Freitag"; die
Börsenkurse sinken um bis zu 80 Prozent.
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- Im Winter
1928/29 steigt die Zahl der Erwerbslosen in
Deutschland auf zwei Millionen. Die sozialen
Gegensätze verschärfen sich.
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Am
24.
Oktober 1929 kommt es in der Wallstreet
in New York zum Börsenkrach. Die damit
beginnende Weltwirtschaftskrise lähmt
das gesamte Wirtschaftsleben. Überall muss
der Staat als Nothelfer eingreifen. Die
Tendenz zur Diktatur erhält von der
wirtschaftlichen Seite einen ungeheuren
Auftrieb.
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Deutschland war seit dem Dawes-Abkommen
von ausländischen Krediten abhängig. Als
die amerikanischen Banken ihr Kapital
aus Deutschland abziehen, hatte dies
schwerwiegende Folgen für die
Wirtschaft. Die
politischen
Reaktionen auf den Einbruch der
Produktion und den Anstieg der
Arbeitslosigkeit waren in keinem Land so
heftig wie im Deutschen Reich. |
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- Der
wirtschaftlichen Krise in den USA ging eine
Zeit blinder Überproduktion voraus; das
Kreditvolumen war im Vertrauen auf weitere
"Prosperity" ungesund überhöht.
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- Im Herbst
1929 sehen sich die Banken zur
Zahlungseinstellung gezwungen. Neben der
Finanzkrise kommt es zu einer lang
andauernden Agrarkrise.
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Der neue
Präsident, Franklin Delano Roosevelt
(gewählt 1932) leitet umfassende staatliche
Hilfsmaßnahmen ein. Die Politik des New-Deal
bringt weitgehende
staatliche Eingriffe
in das Wirtschaftsleben; sie nähert sich
einer Wirtschaftskontrolle durch den Staat
und nimmt Einfluss auf die sozialen
Verhältnisse.
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Deutschland
drängt seit 1928 auf eine
endgültige
Lösung der Reparationsfrage. Außerdem wird
versucht, die Räumung des Rheinlands zu erreichen.
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Das Ergebnis der
deutschen Bemühungen ist der
Young-Plan. Er
sieht insgesamt 59 Jahreszahlungen in Höhe von
durchschnittlich 1,9 Milliarden Mark vor. Dafür soll
Deutschland die Verfügung über die Reichsbahn zurück
erhalten. Das Rheinland soll bis Juni 1930 (statt
1935) geräumt werden. Die Rechtsparteien, die
Deutschnationalen unter Führung des
Großindustriellen Alfred Hugenberg und die
Nationalsozialisten, kämpfen gegen die Annahme des
Young-Plans. Bei einer Volksabstimmung über den
Young-Plan im Dezember 1928 erhalten sie
jedoch nur 13,8 Prozent der Stimmen. Am 11. März
1930 stimmt der Reichstag dem Young-Plan zu.
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Alfred Hugenberg (*
1865, † 1951),
Industrieller,
Vorsitzender der Deutschnationalen Partei 1928
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Alfred
Hugenberg, der Vorsitzende der DNVP,
hatte sich ein riesiges Presseimperium
geschaffen. Über seine Medien und seine
Verbindungen in das "nationale Lager" und die
Industrie zielte er darauf, die bürgerlichen
Kräfte zu einem Angriff auf die von ihm
verhasste Republik zu bewegen. Das Programm
Hugenbergs war alles andere als populär, da er
das Konzept einer elitären Führungsschicht
vertrat. Außerdem blieb unklar, welche
Staatsform er nach dem Sturz der Republik
errichten wollte. |
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Nach
Stresemanns
Tod am 3. Oktober 1929
verschlechtert sich die Lage Deutschlands im Innern.
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Gustav
Stresemann hatte wie kein anderer versucht,
Deutschland an den Westen heranzuführen und eine
Mehrheit für die demokratische Republik zu
gewinnen. Der Diplomat und Schriftsteller Harry
Graf Kessler notierte in seinem Tagebuch: "Es
ist ein unersetzlicher Verlust, dessen Folgen
nicht abzusehen sind ... Ich befürchte von
Stresemanns Tod in erster Linie ernste
innenpolitische Folgen." Er sollte Recht
behalten. |
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Ab 1930
findet sich im Reich keine arbeitsfähige Mehrheit;
der Radikalismus von rechts und links nimmt stark
zu. Die Regierung kann sich nur noch mit dem
Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten
(Artikel 48 der Verfassung) behaupten.
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Am
27.
März 1930 war die Regierung des
Sozialdemokraten Müller wegen Streitigkeiten
über die Finanzierung des Staatshaushalts
zurückgetreten. Diesen Anlass benutzte
Hindenburg, einen neuen Kurs
einzuschlagen. Die
Monarchisten, die
Inhaber der Staatsgewalt bis Oktober 1918,
sollten unter Einsatz der
präsidialen
Vollmachten wieder an die Macht
gelangen. Hindenburg und die
DNVP
hatten vereinbart, sich nach dem Rücktritt
Müllers nicht mehr zu bemühen, eine von
einer parlamentarischen Mehrheit
getragene Regierung zu bilden.
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Nach
Artikel 53 der Verfassung war es dem
Reichspräsidenten möglich, einen
Reichskanzler seiner Wahl zu ernennen, der
dann eine Minderheitsregierung bilden
konnte. Das Parlament musste dem Amtsantritt
eines Reichskanzlers nicht zustimmen. Falls
der Reichstag den Gesetzesvorlagen nicht
zustimmte, konnte der Reichspräsident nach
Artikel 48
Gesetze in Form von
Verordnungen erlassen. Allerdings konnte
das Parlament durch seinen Einspruch
diese Notverordnungen wieder aufheben. In
einem solchen Fall war es jedoch dem
Reichspräsidenten nach
Artikel 25
möglich, den Reichstag aufzulösen. Bis zum
Antritt eines neuen Reichstag konnten
ungefähr drei Monate vergehen. Während
dieser Zeit konnten die präsidialen
Maßnahmen nicht aufgehoben werden - weil es
eben keinen Reichstag gab.
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- Die Kanzlerschaft Brünings und
Wiederwahl Hindenburgs
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Am 1. April
1930 ernennt
Reichspräsident Hindenburg
den Zentrumsabgeordneten
Brüning zum
Reichskanzler. Schon bei seiner Ernennung kündigt er
die Auflösung des Reichstags an falls seine
Gesetzesvorlagen keine Mehrheit finden sollten.
Dieser Fall tritt bereits am 16. Juli ein - der
Reichstag wird aufgelöst.
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Heinrich Brüning (*
1885 † 1970)
Reichskanzler von 1930 bis
1932
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Die
Wirtschaftskrise in Industrie und Landwirtschaft
macht 6 bis 7 Millionen Menschen arbeitslos.
Brüning
sieht sich zu Steuererhöhung, Gehaltskürzung,
Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung und der
Verminderung der öffentlichen Ausgaben gezwungen.
Seine Deflationspolitik, eine Mischung aus eisernem
Sparwillen und staatlicher Untätigkeit (es wurde
nicht unternommen, um die Wirtschaft zu beleben!),
trieb das Land immer tiefer in die Krise.
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Von den
bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokratie
enttäuscht, wandte sich in der Wirtschaftskrise
ein immer größerer Anteil der Bevölkerung den
Radikalen von links und rechts zu, die eine
einfache Lösung der wirtschaftlichen Misere
versprachen. Die KPD rief weiter zum Sturz des
Kapitalismus und der Errichtung der Diktatur des
Proletariats auf. Auf der Seite der extremen
Rechten (der Nationalsozialisten) strebte Adolf
Hitler, der bei seinem Putschversuch 1923 so
kläglich gescheitert war, die
totale
Herrschaft an. Seit 1924 sah er sich selbst
als den von der Vorsehung auserwählten "Führer",
der Deutschland retten und die nationale
"Erlösung" bringen werde. Hitlers Ziele sind die
"Judenvernichtung" und die
Eroberung
von "Lebensraum" für die deutsche Nation im
Osten. Mit primitiven Ansichten, wie dem Recht
des Stärkeren über den Schwächeren
(Sozialdarwinismus) gewann er das Ohr der
Massen. |
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Immer weniger
Deutsche trauten den Regierungsparteien zu, mit Not
und Arbeitslosigkeit fertig zu werden. Bei der
Reichstagswahl am 14. September 1930 entschied
sich fast ein Drittel der Bevölkerung für Parteien
der extremen Rechten und Linken. Die
Nationalsozialisten (NSDAP) ziehen mit einem
Stimmenanteil von 18,3 Prozent in die
Volksvertretung ein (1928: 2,6 Prozent). Die
Deutsche Demokratische Partei (DDP) erleidet
starke Verluste. Stärkste Partei blieben die
Sozialdemokraten (24,5 Prozent), während die
Kommunisten einen Anstieg auf 13,1 Prozent
verzeichnen konnten. Das Zentrum erzielte 11,8
Prozent der Stimmen.
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Die
wirtschaftliche Not hatte fast alle
Bevölkerungsteile erfasst. So bekam die NSDAP,
die eine Überwindung der Wirtschaftskrise
versprach, auch Zulauf aus nahezu
allen
Teilen der Bevölkerung. Verlockend war auch
die Botschaft Hitlers, dass die
nationalsozialistische Bewegung die Demokratie,
der man die wirtschaftliche Misere zuschrieb,
"überwinden und die Autorität der Persönlichkeit
in ihre Rechte setzen" werde. |
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Bei einer
gemeinsamen Kundgebung von NSDAP, DNVP, Vertretern
der DVP, Prominenten aus Adel, Landwirtschaft und
Industrie sowie von Vertretern rechtsradikaler
militärischer Verbände in Bad Harzburg im Herbst
1931 kam es tatsächlich zu einer
Einheit der
Rechten (Harzburger Front). Hitler
präsentierte sich als Vertreter der Rechten,
nicht als Parteiführer.
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- 1932
muss der Reichspräsident neu gewählt werden.
Der 84jährige Hindenburg erhält, dieses Mal
als Kandidat der gemäßigt republikanischen Parteien,
im zweiten Wahlgang (10. April) die Mehrheit, und
zwar 19,4 Millionen = 53 Prozent der Stimmen. Seine
Gegner Hitler und der Kommunist
Thälmann
erhalten 13,5 Millionen = 36,8 Prozent bzw. 3,7
Millionen = 10,2 Prozent der Stimmen.
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Der Plan der 'Monarchisten', von den
'Demokraten' wieder die Staatsgewalt zu
übernehmen, wurde von den Nationalsozialisten
vereitelt. Die Nationalsozialisten wollten keine
Verfassungsreform - sie wollten eine Diktatur. |
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- Die Kanzlerschaft von Papens
und die Ernennung Hitlers
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Am 30. Mai
1932 wird Brüning durch den Reichspräsidenten
gestürzt. Hindenburg ist von ostpreußischen
Grundbesitzern beeinflusst, die Brüning anfeinden,
weil er nicht die geforderte Reichsunterstützung für
die Entschuldung des ostelbischen Großgrundbesitzes
zur Verfügung stellt.
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Unter Brünings
Nachfolger von Papen und dem
General von
Schleicher setzt sich das politische Chaos fort.
von Papen ist Katholik, neigt aber zur politischen
Rechten; er glaubt, die Nationalsozialisten
zur Mitarbeit gewinnen zu können.
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Franz von
Papen (* 1879 †
1969)
Reichskanzler von Juni bis
November 1932
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Das
"Kabinett
der Barone" bringt trotz zweimaliger Auflösung
des Reichstags niemals eine Mehrheit hinter sich.
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Hitler hat die
Duldung des "Kabinetts der Barone" an die
Bedingung von Neuwahlen zum Reichstag geknüpft.
Hindenburg erfüllte diese Forderung - ein
verhängnisvoller Fehler. |
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Die
Reichstagswahlen vom 31. Juli 1932 bringen der
NSDAP 230 Sitze (13,7 Millionen = 37,4 Prozent der
Stimmen) ein. Die NSDAP ist damit stärkste Fraktion.
Die KPD erreicht 14,5 Prozent der Stimmen (1930:
13,1 Prozent. Weit abgeschlagen landete das Zentrum
bei 12,5 Prozent (1930: 11,8 Prozent), die SPD sank
von 24,5 Prozent (1930) auf 21,6 Prozent. Die DNVP
und die DVP erhielten einstellige Ergebnisse.
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Der Wahlkampf war
äußerst blutig verlaufen. Bei Straßenschlachten
zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten
starben allein im Juli 1932 86 Menschen. |
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- Nach der Auflösung des Reichstags
werden für den November 1932
Neuwahlen
angesetzt. Bei dieser Reichstagswahl gehen die
Stimmen für die Nationalsozialisten auf 11,7
Millionen zurück. Die KPD erhält jetzt 6 Millionen
Stimmen. Die Gewinne der Kommunisten verstärken die
Furcht vor einem offenen Bürgerkrieg.
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Außenpolitisch
kann Papen gewisse Erfolge verzeichnen: Im
Juni 1932 wird unter dem Druck der
Weltwirtschaftskrise bis auf einen kleinen Rest die
Beendigung der Reparationszahlungen
beschlossen. Im Dezember 1932 wird der
Anspruch Deutschlands auf Gleichberechtigung in der
Rüstung anerkannt.
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Da von Papen
von allen Seiten abgelehnt wird, muss ihn
Hindenburg - widerwillig - entlassen. Nachfolger
wird Reichswehrminister von Schleicher.
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Schleicher wollte
die Herrschaft Hitlers noch verhindern. Er
strebte deshalb ein Bündnis von Militär,
Gewerkschaften und denjenigen Teilen der NSDAP
an, die unter der Führung des Hitler-Rivalen
Gregor Strasser standen. |
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Der abgesetzte
Papen führt über Kreise der Schwerindustrie und der
Finanz (Bankier Schröder) eine Annäherung zwischen
den Deutschnationalen
(Hugenberg) und
den Nationalsozialisten (Hitler) herbei. Ende
1932 setzt er bei Hindenburg die Entlassung
Schleichers durch.
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Am 30. Januar
1933 beruft Hindenburg
Adolf Hitler zum
Reichskanzler. Vizekanzler wurde Franz von Papen.
Vor seiner Berufung hatte Hitler eingewilligt,
zahlreiche bürgerliche Minister in sein Kabinett
aufzunehmen.
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Mit der Ernennung
Adolf Hitlers zum Reichskanzler beginnt die
eigentliche Machteroberung der
Nationalsozialisten. |
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Literaturhinweise
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| Berghahn, Volker |
Europa im Zeitalter der
Weltkriege. Die Entfesselung und Entgrenzung der Gewalt.
Frankfurt a. M. 2002 |
| Hobsbawn, Eric |
Das Zeitalter der
Extreme. Weltschichte des 20. Jahrhunderts. München 1995 |
| Kolb, Eberhard |
Die Weimarer Republik
(Oldenbourg Grundriß der Geschichte 16). 6. Aufl.
München 2002. |
| Krüger, Peter |
Die Außenpolitik der
Republik von Weimar. 2. Auflage. Darmstadt 1993. |
| Mai, Gunther |
Europäische Geschichte
1918 - 1939. Mentalitäten, Lebensweisen, Politik
zwischen den Weltkriegen. Stuttgart 2001. |
| Möller, Horst |
Europa zwischen den
Weltkriegen (Oldenbourg Grundriß der Geschichte 21).
München 1998. |
| Wirsching, Andreas |
Vom Weltkrieg zum
Bürgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland und
Frankreich 1918 - 1933/39. Berlin und Paris im
Vergleich. München 1998. |
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Allen
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haben, wünschen wir viel Erfolg. Wir drücken auch die
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Die Jahre
1919-1923
Entspannung 1924 - 1929
Aufstieg Nationalsozialismus 1929 - 1933 Zurück
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Württemberg 1918-1933
Köngen 1918-1933 (exemplarisch für ein Dorf)
Literaturhinweise
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Stand: 14. Mai 2012
Copyright © 2012 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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