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Die Römer in
Südwestdeutschland
Der Untergang der römischen
Republik und die Regierungszeit des Kaisers Augustus (44 v.Chr. - 14 n.
Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Domitian, Nerva und Trajan (81 - 117 n. Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Hadrian und Antoninus Pius (117 - 161 n.Chr.)
Römische Geschichte zur
Zeit der Kaiser Marc Aurel und Commudus (161-192 n.Chr.)
Der Aufbau des römischen
Staats
Das Heer während der römischen
Kaiserzeit
Römische Religion und
Philosophie
Römische Literatur
Entstehung und Ausbreitung
des Christentums
Entwicklung des
Christentums von Kaiser Konstantin I. bis zum Untergang des
weströmischen Reiches (306 - 476)
Römische Medizin
Münzsystem und Fernhandel im
Römischen Reich
Das Weiterleben der
römischen Kultur
Römische Sprichwörter
und Lebensregeln
Das Geheimnis um den Ort
Grinario
Das römische Kastell in
Grinario
Das Dorf Grinario
Die Menschen im Dorf
Grinario
Ausgrabungen im heutigen
Köngen
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Inhaltsverzeichnis 'Die Römer'
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Münzsystem
Literaturhinweise
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Fernhandel im Römischen Reich
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- Bereits für das
archaische Rom in
der Phase zwischen 575 und 450 v. Chr. lässt sich aufgrund
von Vasenfragmenten ein Fernhandel mit Griechenland
nachweisen (nach E. Gjerstad in 'Early Rome', Lund 1953 -
1966). Die Bedarfsdeckung erfolgte jedoch zum weitaus
überwiegenden Teil durch eigene agrarische und handwerkliche
Produktion in der Landschaft Latium.
- Um 300 v. Chr. konnte das
wachsende Rom vom Hinterland nicht mehr hinreichend ernährt
werden. Das Getreide kam zunehmend aus
Kampanien und
noch während des dritten Jahrhunderts v. Chr. auch aus der
Gallia Cisalpina und
Sizilien. Anfang des
zweiten Jahrhunderts v. Chr. kommt als Getreidelieferant für
die Stadt Rom Nordafrika
hinzu.
- Die erfolgreichen Kriege im Westen und
Osten des Mittelmeerraums gegen Karthago, Makedonien und das
Seleukidenreich führten dazu, dass die
politische
Vorherrschaft Roms auf die
wirtschaftliche
Überlegenheit der griechisch-hellenistischen Welt
mit
ihrem einheitlichen Wirtschaftsgebiet und ihrer
einheitlichen Währung stieß. Erst zu Beginn des
Zweiten
Punischen Krieges (218 - 201 v. Chr.) führte auch Rom
mit dem Silberdenar eine geordnete Einheitswährung ein. Mit
der römischen Herrschaft wechselte allmählich auch die
bisherige "Weltwährung", die griechische Drachme.
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- Rom nutzte die
Glückskonstellation des vorgefundenen
einheitlichen Wirtschaftsgebiets und zog den
gesamten Fernhandel an sich. Die bisherigen
Handelszentren Marseille, Neapel, Syrakus, Rhodos
und Byzanz wurden zurückgedrängt. Mit Karthago und
Korinth wurden die gefährlichsten Rivalen 146 v.
Chr. völlig zerstört.
- Die Dominanz Roms im
Wirtschaftsraum rund um das Mittelmeer ist den neuen
sozialen Gruppen der Ritter und
Freigelassenen zu verdanken. Da diese Gruppen
von den Staatsämtern ausgeschlossen waren,
verlagerten sie Aktivität auf den ökonomischen
Bereich. Es waren hauptsächlich die Ritter, welche
einzeln oder auf dem Weg über Beteiligungen die
großen Fernhandels-
und Geldgeschäfte
übernahmen. Begünstigt durch die
Intensivierung
der Geldwirtschaft, führten sie jene
verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Aufgaben
aus, welche die Römische Republik mit ihrem
Verwaltungsapparat nicht zu leisten vermochte. Dazu
gehörte unter anderem die Versorgung der Heere.
- In den letzten beiden
Jahrhunderten der Römischen Republik (bis 31 v.
Chr.) erreichte der Sklavenhandel
einen
traurigen Höhenpunkt. 209 v. Chr. erbeutete man aus
Tarent 30.000 Sklaven, 167 v. Chr. aus Epirus
150.000 und 146 v. Chr. aus Karthago 50.000. Man
rechnet im ersten Jahrhundert v. Chr. mit drei
Millionen Sklaven südlich des Apennin. Auf Delos,
dem größten Sklavenmarkt, wurden täglich bis zu
10.000 Sklaven umgeschlagen.
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- Erstes Jahrhundert n. Chr.
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- Zentrale Stellung Roms und
Italiens
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- Nach dem Zusammenbruch
der Römischen Republik ermöglichte im ersten
Jahrhundert n. Chr. die
"Pax Augusta"
(der 'Augustusfrieden') eine Periode
weiteren wirtschaftlichen Aufschwungs, vor
allem für den Fernhandel. Die an der
Peripherie des Römischen Reiches gelegenen
Länder wurden als vollwertige Handelspartner
einbezogen: im Westen Spanien, Gallien,
Britannien, Schottland und Germanien, im
Süden und Osten Mauretanien
(Marokko/Algerien), Numidien (Tunesien),
Abessinien (Äthiopien), Nubien, die Küsten
Arabiens am Roten Meer und der südrussische
Raum bis zu heutigen Kiew. Das gesamte
große Wirtschaftsgebiet stand unter der
Führung Roms und Italiens.
- Rom wurde zum Zentrum
eines intensiven Fernhandels, der sich über
Zwischenhändler auf ganz Europa mit Ausnahme
des Nordostens, auf Afrika bis in die
Gebiete Zentral-, Ost- und Westafrikas, auf
Asien bis nach Vorder- und Hinterindien, Sri
Lanka (Ceylon) und China erstreckte.
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- Italien
exportierte seine
Produkte wie Öl, Wein, Glas- und Metallwaren,
Bronzegeräte und feines Tongeschirr, die so genannte
"Terra sigillata", hauptsächlich in die neu
gewonnenen Absatzmärkte der Grenzländer und
Grenzprovinzen.
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An Fertigwaren
exportierten Etrurien und dann zunehmend
Kampanien massenweise Bronze- und Eisengeräte
sowie Keramik. Metall-, Keramik- und etwas
später die Glasindustrie machten Kampanien zum
größten Ballungsgebiet und Industriezentrum der
Antike.
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- Italien importierte vor
allem Getreide aus Ägypten und Nordafrika sowie die
am kaiserlichen Hof und bei der Oberschicht
begehrten Luxusgüter wie Perlen, Edelsteine,
Gewürze, Parfüms aus Indien, Seide aus China. Vom
Schwarzen Meer wurden Kaviar, Pelze und Honig
eingekauft.
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Bei allen
wesentlichen Produkten des täglichen Bedarfs
überwog jedoch die agrarische und handwerkliche
Produktion für den lokalen Markt
den
Import bei weitem. - Das Imperium Romanum unter
dem Principat kannte im ökonomischen Sektor
keine Vereinheitlichung im Sinne eines
systematisch koordinierten
Großwirtschaftsraums. Eine verbindliche
Absprache unter den einzelnen Teilräumen (zum
Beispiel in welchem Teilraum welches Produkt
erstellt werden soll) gab es nicht. Ebenso fehlt
eine konsequente staatliche Wirtschaftspolitik.
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- Zweites und drittes Jahrhundert n. Chr.
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- Bildung von
großen
Wirtschaftsräumen: Italien (mit Sardinien,
Korsika und Sizilien), Germanien, Gallien, Spanien,
Afrika
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- Die rege Export- und
Importtätigkeit bescherte den Provinzen
wirtschaftlichen Aufschwung, untergrub aber
gleichzeitig schon gegen Ende des ersten
Jahrhunderts n. Chr. die
zentrale
Stellung Italiens.
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Neue
Absatzmärkte in den Provinzen hatten in
der Regel die Folge, dass die
Produktionsstätten näher an sie
heranrückten. Die besseren
Standortbedingungen sprachen häufig für
die Produktion in den Provinzen. - Es
gab also keine wirtschaftliche
Ausbeutung der Provinzen durch Rom.
Die wirtschaftliche Entwicklung lief in
vielen Bereichen zu Lasten Italiens.
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- Die
Provinzen
gingen immer mehr dazu über an, ihre
Bedarfsartikel
selber zu erzeugen, so
dass seit dem Ende des 1. Jahrhunderts n.
Chr. Italiens Wirtschaft immer weniger
exportieren konnte, stagnierte und die
Städte langsam zu schrumpfen begannen.. Im
2. Jahrhundert n. Chr. war die Blütezeit der
meisten Provinzen, vielerorts wurde die
Landwirtschaft intensiviert, ihre
Erzeugnisse veredelt, Industrien aufgebaut.
Während der politischen und wirtschaftlichen
Krise des Römischen Reiches im dritten
Jahrhundert setzte in den großen
Wirtschaftsräumen eine totale
Eigenentwicklung ein.
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- Charakteristische Erzeugnisse
von einzelnen Provinzen:
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- Ägypten und Cyrenaica:
vor allem Weizen und Leinentextilien,
daneben Baumwolle, Glas-, Elfenbein-,
Edelsteinwaren, Ammoniak und Papyrus.
- Syrien:
purpurgefärbte Textilien
(auch aus Baumwolle und Seide), Parfüms,
Salben.
- Kleinasien:
Wolle und Leinentextilien, daneben Marmor
und Kaviar
- Griechenland:
Textilien, Marmor aus
Attika, Harz, Holz, Pferde, Kunstwerke, auch
Export von Sklaven aus Thessalien und
Makedonien.
- Nordafrika:
vor allem Weizen und
Olivenöl, daneben Perlen, Schwämme, Purpur,
Sandarakholz, Marmor, Pferde, wilde Tiere
für die Arenen.
- Britannien:
Metalle, Wolle, Tierhäute
- Gallien und Rheinland:
Wollstoffe, Töpferwaren (terra sigillata),
Glas- und Bronzewaren, Messinggeräte,
Schweine
- Spanien:
Wein, Öl, Kork, Metall, auch
Export von Sklaven
- Raetia und Noricum:
Eisen, Gold, Holz,
Pelze, Tierhäute, auch Export von Sklaven
- Germanien:
Holz,
Häute, Vieh
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- Der Fernhandel im
südwestdeutschen Raum
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- Auch im deutschen
Südwesten besorgten Groß- und Fernhändler
diejenigen Waren, die in der lokalen
Produktion nicht hergestellt werden konnten.
Bei Ausgrabungen fand man etwa Amphoren für
Wein, Olivenöl, eingelegte Oliven,
eingelegte Datteln und Fischsauce aus
Italien, Spanien und Südfrankreich.
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- Mit der Blüte des
Römischen Reiches und seiner
Expansionspolitik wurde der
Weinanbau auf weite Teile
Europas ausgedehnt. Die römischen
Legionen ließen sich ihren Wein
anfänglich über weite Strecken aus
der Heimat heranschaffen. Erst nach
und nach begannen sie, in den
besetzten Regionen Wein anzubauen.
Auch in den germanischen
Provinzen betrieben die
Römer Weinanbau. Nach dem Abzug der
Römer wurde der Anbau von Weinreben
von den Klöstern
übernommen. Jahrhunderte später ließ
der erste deutsche Kaiser, Karl der
Große, großflächig Weinberge
anlegen.
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- Der
Fernhandel mit den anderen Provinzen
hatte einen Anteil von lediglich 10% am
insgesamt transportierten Volumen, war
jedoch für die Händler hohe Gewinne ab.
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- Aus dem südwestdeutschen
Raum wurden vor allem Felle,
landwirtschaftliche Produkte, Vieh und Honig
exportiert. Als Gegenleistung nahmen die
Germanen, auch das legen die Bodenfunde
nahe, gerne Metallgefäße, feine Keramik,
Schmuck und Werkzeuge.
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- Die Metall verarbeitenden
Betriebe waren auf den Import von spanischem
Silber, britannischem Zinn, vor allem aber
von Eisen aus dem Ostalpenraum angewiesen.
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- Der deutsche Südwesten
war auch Durchgangsland für Warenflüsse
zwischen Italien, Gallien, Britannien und
den Donauprovinzen sowie zu dem am Limes
stehenden Heer.
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Fernhandel
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Das römische Münzsystem
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- Geschichte des römischen Münzwesens bis zum Ende der
Republik (31 v. Chr.)
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- Das älteste Rom kannte nur den
Tauschhandel. Als Wertmesser diente das Vieh
(pecus), Schafe und Rinder. Das Wort
'pecunia'
(=Vermögen an Vieh) blieb die Bezeichnung für Geld.
Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. erfolgte die
Bezahlung auch mit Bronze. Ein Gesetz bestimmte die
Gleichung: 1 Rind = 10 Schafe = 100 Pfund Bronze.
Das Metall wurde, jeweils dem vereinbarten Preis
entsprechend, zerstückelt und abgewogen ('Pendere'
heißt sowohl 'wägen' als auch 'zahlen',
'Aes-timare' bedeutet ursprünglich 'das Erz
zerschneiden' = den Bronzewert einer Sache
bestimmen, aestimare
= schätzen).
- Gegen
300 v. Chr.
kamen
mit Stempeln versehene, genormte Bronzebarren
(aes signatum) auf. Sie waren
1 as
(assarius erg. nummus) libralis = "1 Pfund Kupfer
schwer". Durch die Stempelung garantierte der Staat
nicht nur für die Reinheit des Metalls, sondern auch
durch eine Wertziffer für das Gewicht. Diese Art von
Geld war jedoch zu schwer, um den Tauschhandel von
Naturalien in Mittel- und Oberitalien verdrängen zu
können.
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Vorbild für die
erste römische Münzprägung waren die
Griechenstädte Unteritaliens. Dies gilt für
den technischen Vorgang des Prägens, die
Herstellung der Prägestempel und auch für die
Münzbilder. |
- Mit der
Einführung der
Silberwährung im Jahre 268 v. Chr. wurde am
Tempel der Iuno Moneta auf dem Kapitol eine
Prägestätte für Münzen aus Gold, Silber und Kupfer
eingerichtet. Sie stand unter der Aufsicht von 3
Münzmeistern. Erste Ansätze zur Prägung von
Silbermünzen hatte es schon 289 v. Chr. gegeben. Das
Wertverhältnis von Gold, Silber und Kupfer war
100:10:1. Rechnungseinheit blieb bis zur Zeit des
C. Gracchus (123-121 v. Chr.) der
kupferne As.
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Der
Erste
Punische Krieg (264 - 241 v. Chr.)
beschleunigte die Entwicklung zur
Geldwirtschaft. Für die Ausrüstung der
Flotte war viel Geld notwendig gewesen.
Umgekehrt floss durch Plünderungen und
Kontributionen viel Edelmetall aus Sizilien nach
Rom. Nach 241 v. Chr. setzte sich der Zustrom an
Edelmetall durch die Tributzahlungen Karthagos
fort. Das meiste Geld wurde sofort in Umlauf
gebracht: zur Bezahlung der aufgenommenen
Darlehen und der vom Staat vergebenen Aufträge.
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- Um 217 v. Chr.
wurden
gemeinsam zwei Silbermünzen, der Sesterz
(sestertius) und der Denar (denarius)
eingeführt. Damit schuf sich Rom zu Beginn des
Zweiten Punischen Krieges (218 - 201 v. Chr.)
eine geordnete Einheitswährung.
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- Der
sestertius
(as), abgeleitet aus semis tertius "der
dritte halb = dritthalb as", entsprach zu
Beginn seiner Prägung , wie der Name sagt,
2 1/2 Assen, schon wenig später 4 Assen.
Diese Relation blieb dann unverändert. Von
C. Gracchus (123-121 v. Chr.) bis
tief in die Kaiserzeit hinein wurden größere
Geldbeträge in Sesterzen angegeben.
- Der
denarius (nummus)
war die gebräuchlichste Silbermünze, nach
der jedoch - im Gegensatz zu As und Sesterz
- das Geld nicht gerechnet wurde.
Ursprünglich im Wert von 10 Assen, wenig
später im Wert von 16 Assen, so dass der
Denar immer 4 Sesterzen entsprach. Der Denar
wurde um 180 v. Chr. in seinem
Gewicht der im Osten führenden Drachme
angeglichen.
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- Die
Münzen in der
republikanischen Zeit trugen zunächst meist den
Kopf der Göttin Roma und das Bild der mythologischen
Dioskuren Castor und Pollux bzw. einen
Schiffschnabel.
- Unter
Caesar
erscheint
eine echte goldene Kurantmünze, der
Aureus,
mit dem Gewicht von 7,7 g. Er hat den Wert von 25
Silberdenaren, deren Normgewicht zwischen 3,9 g und
3,4 g betrug. Auf 1 Denar gehen jetzt 4 Sesterzen,
die nun aber nicht mehr aus Silber, sondern aus
Messing bestehen.
- Mit Caesar beginnt die große
Reihe der Herrscher- und Kaiserbildnisse, in denen
das römische Münzbild den Gipfel seiner
künstlerischen Gestaltung erreicht. Am Ende der
Republik dominiert die römische Währung eindeutig
über alle anderen noch vorhandenen Lokalwährungen -
zumindest was die in Edelmetall-Ausgaben betrifft.
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- Münzwesen von Caesar bis ins
3. Jahrhundert n. Chr.
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- 1
Aureus (Gold) = 25 Denare = 100
Sesterzen = 400 Asse
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- 1 Denar (Silber)
= 4 Sesterzen = 16 Asse
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| .. |
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- 1 Sesterz (Messing)
= 4 Asse. Ab 180 n. Chr. besteht der
Sesterz aus Bronze
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| . |
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- 1 As
(Kupfer oder
Bronze)
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- Wertverhältnisse der Münzmetalle
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- Gold : Silber =
12,5 : 1
- Silber : Kupfer =
60 : 1
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- ab 60 n. Chr.
zunehmende Münzverschlechterung durch
Gewichtserleichterung und Veränderung des
Feingehalts der Münzen
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Im
1.
Jahrhundert n. Chr. wurde -
metallurgisch gesehen - Messing als
Legierung von Kupfer und Zink in
großer Reinheit verwendet.
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Ab der
Mitte
des 2. Jahrhunderts nimmt der
Zinkgehalt rapide ab, während Blei
und Zinn als Legierungsbestandteile
stark zunehmen. Etwa 180 n. Chr.
bestehen die Sesterzen, die nach wie
vor die geläufigste Rechnungseinheit
darstellen, nicht mehr aus Messing,
sondern aus Bronze. Für den Gehalt
der Silbermünzen gilt
ähnliches: Lag zur Zeit des Augustus
der Silbergehalt noch zwischen 90
und 95 Prozent, so sank er nach dem
Jahr 180 weit unter 50 Prozent. - Um
160 n. Chr. beginnen die wertvollen
Goldmünzen aus dem Verkehr zu
verschwinden und in die Sparstrümpfe
zu wandern.
-
Kaiser
Aurelian (270 - 275) schloss
alle städtischen Münzstätten bis auf
Alexandreia und sorgte dafür, dass
in den staatliche Prägestätten die
gängigen, leicht versilberten
Kupfermünzen mit dem vollem Gewicht
herausgebracht wurden. Zuvor hatte
die Hauptprägestätte in Rom
eigenständig, d.h. mit angemaßtem
Vorrecht, eine Unmasse leichter
Münzen in Umlauf gesetzt.
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Kaiser Aurelian gelang es jedoch
nicht, dem bereits während der
Regierungszeit
Caracallas
(211 - 217) geschaffenen
Doppeldenar
mit dem Namen
"Antonian" einen Wert zu
geben, der stabile Preise
gesichert hätte. Aus der
ursprünglichen Silbermünze wurde
eine
Bilonprägung. Bilon
ist eine nur geringe Spuren von
Silber enthaltene Legierung aus
einem starken Anteil Kupfer und
anderen unedlen Metallen. Die
Silberfarbe der Münze konnte
häufig nur durch Beizen in einer
Lösung von Weinstein und
Kochsalz erreicht werden. |
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-
Mit der
Münzreform des
Kaisers Diocletian
(284-305) im
Jahre 294
verschwand die bisherige
Nominalordnung
des römischen
Münzwesens. Neben dem Aureus als
Sechzigstel der römischen Pfundes (1
as libra = 327,5 g) gab es als neue
Silbermünze den
Argenteus zu
1/96 des römischen Pfundes.
Wichtigste Einheit in unedlem Metall
war nun der Follis, eine mit
dünnem Silberüberzug versehene
Bronzemünze. Diocletian erließ ein
Edikt, das einerseits Mindestlöhne,
auf der anderen Seite Höchstpreise
festsetzte. Diese Quelle gewährt
einen gewissen Einblick in das
Lohn-Preisgefüge (siehe unten).
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Auch das neue Münzsystem war
raschen Veränderungen
unterworfen. Schon gegen 310 n.
Chr. verschwand der
Argenteus,
der Follis wurde immer
mehr im Gewicht reduziert: Wog
er bei seiner Einführung noch 9
bis 11 g, so war er im Jahr 335
schon auf 1,5 g herabgesunken. |
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- Gold : Silber =
18 : 1
- Silber : Kupfer =
125 : 1
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- frühe Kaiserzeit (bis 60 n.
Chr.)
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Tageslohn eines
Arbeiters: 1 Denar = 4 Sesterzen = 16 Asse
-
Ein einfacher Legionär
bekam ein Jahressold von 225 Denar; ein
leichtbewaffneter Soldat einer Hilfstruppe
erhielt jährlich nur 185 Denare.
-
Jahresgehalt
eines erfahrenen Centurios (Führer einer
Hundertschaft): 3.375 Denare
-
Jahresgehalt
eines Primipulus (Führer der ersten Centurie
der ersten Kohorte einer Legion): bis zu
13.500 Denare
-
Hohe
Stabsoffiziere erhielten ca. 30.000 Denare
pro Jahr
-
Spitzengehälter in der kaiserlichen
Verwaltung betragen in dieser Zeit gut
75.000 Denare pro Jahr
-
Entlassungsgeld eines Legionärs nach 25
Dienstjahren: 3000 Denare
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Auffallend ist der
große Unterschied in der Besoldung
zwischen Soldaten und Offizieren.
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-
Zwei Sesterzen reichten
pro Tag und Person zur Deckung der
unmittelbaren Lebensbedürfnisse
-
Eine
einfache Hauptmahlzeit: 2 Asse
-
1/2 Liter Wein, 100 g
Wolle, Lampe: jeweils 1- 2 Asse
-
Wochenbedarf eines Erwachsenen an Getreide:
12 Asse
-
Arbeitskleidung: 10 Denare, feine Tunika: 50
Denare
-
Tonschale: 2 Asse
-
1 Pfund Feigen oder
Datteln: 3 Asse
-
1 kg
Rindfleisch: 8 Asse, 1 kg Schweinefleisch: 1
Denar
-
Eintrittsgeld für ein
Bad: 1/4 As
-
Preis für 1 Rind: 200
Denare
-
Bezahlung
eines Lehrers pro Jahr: 180 Denar für jeden
Schüler
-
1 Pfund
aus China importierte Seide: 12.000 Denare
-
Preis für einen Sklaven:
200 - 1000 Denare (eine hübsche Sklavin
kostete ab 2000 Denare)
-
1 qm Bauland auf dem
Palatin: 1 Aureus
Quellen: Römermuseum Haltern,
Lehrbuch Iter Romanum, Rheinisches Landesmuseum
Trier u. a. (Siehe Literaturhinweise)
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- unter Kaiser Commodus (180 -
192 n. Chr.)
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- unter Kaiser Diokletian (284 -
305 n. Chr.)
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- Tageslöhne: Hirte
20 Denare, Gelernte Facharbeiter, Maurer,
Zimmermann, Schmied, Schlosser, Bäcker,
Kalkbrenner jeweils 50 Denare, Seematrose 60
Denare, Tüncher, Wandmaler 75 Denare,
Bildermaler 150 Denare.
- Monatsgehälter:
Mittelschullehrer (Statistik und Rechnen)
pro Schüler 50 Denare, Lehrer des
Ingenieurfachs pro Schüler 100 Denare,
Lehrer für Fremdsprachen pro Schüler 200
Denare
- Einige Preise (in
Denaren): 1 kg Schweinefleisch 36, 1 kg
Ziegenfleisch 8, 1 kg Käse 24-36, ein Ei 1,
1 Paar Männersandalen 120, 1 einfache
Ölflasche 100
- Preise für
Dienstleistungen (in Denaren):
Gepäckträger 2, Haarschneiden 2, Macherlohn
für eine Hose 20, Rechtsanwalt für eine
Eingabe an das Gericht 250, Rechtsanwalt für
die Wahrnehmung eines Gerichtstermins 1000
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Literaturhinweise
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- Syme, Ronald:
Die Römische
Revolution (In diesem Buch wird auf spannende Weise der
Machtkampf beschrieben, den die römische Oligarchie in den
Jahren 60 v. Chr. bis 14 n. Chr. führt)
- Greiner, Wilfried/Pelzl, Bernhard:
Ruinen erzählen. Alltägliches Leben im alten Rom.
Wien/Köln/Weimar 1998 (Informationen über Bereiche der
römischen Alltagskultur: Spiele, "römische Nächte",
Kochkunst, Theater, Mode, Medizin, Handel und Gewerbe, Tod
und Begräbnis).
- Eck, Werner: Augustus und seine
Zeit. München 1998 (Schilderung der römischen Verwaltung in
den Provinzen sowie der administrativen Grundlagen des
römischen Imperiums).
- Bleicken, Jochen:
Augustus. Eine
Biographie. Berlin 1998 (Beschreibung und umfassende
Erklärung des Prinzipats. Schilderung des Zeitbewusstseins,
der Reichsverwaltung und der Armee, der Gesetzgebung u.a.)
- Flaig, Egon: Ritualisierte
Politik. Zeichen, Gesten und Herrschaft im Alten Rom.
Göttingen 2003
- Overbeck, B.: Rom und die
Germanen. Das Zeugnis der Münzen
- Müller, Armin (Hrsg.): Die Welt
der Römer. Münster 1999
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Der Inhalt der
Internet-Seiten, die unter dem unten stehenden
Inhaltsverzeichnis 'Die Römer'
zur Verfügung stehen, ist
auch Inhalt einer 135seitigen Broschüre. Der Preis der
Broschüre beträgt 12 € (plus Porto). Der Reinerlös kommt der
Sanierung des Köngener Schlosses, einem Kulturdenkmal von hohem
Wert, zugute. Bitte richten Sie Ihre
Bestellung an den
Geschichts-
und Kulturverein Köngen e.V.! |
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Stand:
20. Jan. 2010
Copyright ©2010 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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